Alarmstufe Rot: Ausbildungsreport 2026 deckt Missstände in der Hotelbranche auf
Die Lage in der deutschen Hotelbranche ist angespannt, das zeigt der Ausbildungsreport 2026 der DGB-Jugend eindrucksvoll. Hotelfachleute und Köche stehen wieder einmal auf den hinteren Plätzen der Ausbildungsberufe. Während Hotelfachleute den 23. und Köche den 21. Platz von insgesamt 25 Berufen belegen, ist das, was uns besonders nachdenklich stimmt, die fachliche Qualität der Ausbildung. Hier landen die Hotelfachleute gar auf dem letzten Platz, während die Köche immerhin Platz 19 erreichen. Ein ernstzunehmender Weckruf für die Branche!
Die Erhebung, die auf einer Befragung von 13.227 Auszubildenden basiert, legt den Fokus auf die mentale Gesundheit. Und das ist mehr als nur ein Trend – es ist eine Notwendigkeit! Über die Hälfte der Befragten, konkret 50,6%, berichten von psychischen Belastungen. Diese resultieren oft aus Leistungsdruck, Personalmangel und übermäßiger Verantwortung. Ein Drittel der Auszubildenden erhält finanzielle Unterstützung von ihren Eltern, und jeder achte hat einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen. Irgendwie beunruhigend, oder?
Zufriedenheit im Sinkflug
Die Zufriedenheit unter den Auszubildenden ist gesunken, und das nicht zu knapp. Nur 65,7% der Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden – ein Rückgang um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Stand seit Beginn der Befragungen 2006. Besonders bei den Hotelfachleuten ist die Situation dramatisch. Mit gerade einmal 53,6% Zufriedenheit liegen sie weit unter dem Durchschnitt. Bei den Köchen sieht es mit 58,1% auch nicht viel besser aus.
Die Ausbildungszufriedenheit ist nicht nur ein Zahlenproblem, sondern hat auch handfeste Auswirkungen. Über 34,5% der Befragten haben keinen betrieblichen Ausbildungsplan, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Zudem müssen 16,3% regelmäßig Aufgaben erledigen, die nichts mit ihrer Ausbildung zu tun haben. Eine echte Herausforderung, die viele frustriert zurücklässt.
Mangel an Unterstützung und Anerkennung
Ein weiterer Punkt, der ins Auge sticht, ist der Mangel an Ansprechpersonen. Über 11,6% der Auszubildenden geben an, dass ihr zugeteilter Ausbilder selten oder nie präsent ist. Das führt zu einem Gefühl der Isolation und des Mangels an Unterstützung. Und wenn wir uns dann noch die Zahlen zur Überstundenproblematik anschauen – 35,4% der Auszubildenden leisten regelmäßig Überstunden – wird die Situation umso klarer. Wo bleibt da die Balance zwischen Arbeit und Leben?
Die DGB-Jugend fordert daher mehr Verlässlichkeit von den Ausbildern. Die mentale Gesundheit hängt eng mit der Qualität der Ausbildung zusammen. Und da braucht es mehr als nur Lippenbekenntnisse: eine gute fachliche Anleitung, planbare Arbeitszeiten und ausreichend Erholungszeit sind entscheidend für eine positive Ausbildungserfahrung.
Die duale Berufsausbildung bleibt der zentrale Einstieg in ein qualifiziertes Berufsleben. Doch die Realität sieht anders aus. Während die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen gestiegen ist, schließen 2025 nur 476.000 junge Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag ab – ein Rückgang um 2,1% im Vergleich zum Vorjahr. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen macht nachdenklich und zeigt, dass eine grundlegende Veränderung in der Ausbildungskultur nötig ist.
Die DGB-Jugend hat klare Forderungen formuliert: eine Erhöhung der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung, den Ausbau von Azubiwohnheimen und eine unbefristete Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss. Wenn wir nicht bald umdenken, wird es für die nächsten Generationen von Hotelfachleuten und Köchen schwer werden, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
