Das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide hat jüngst eine Alarmmeldung an rund 10.000 Gäste versendet. Der Grund? Betrügerische WhatsApp-Nachrichten, die mit einem verlockenden Guthaben von 250 Franken locken. Der Hotelinhaber, Andreas Züllig, hat bestätigt, dass die Reservierungssysteme des Hotels gehackt wurden. Es geht den Angreifern nicht um Geld – nein, ihr Ziel sind persönliche Daten und Kreditkarteninformationen. Eine fiese Masche, die das Vertrauen der Gäste auf die Probe stellt.

Die Sicherheitswarnung wurde am Donnerstag verschickt. Die Empfänger werden eindringlich gebeten, nicht auf die Nachrichten zu antworten und erst recht keine Links anzuklicken. Der Absender dieser betrügerischen Nachrichten hat seinen Sitz im Ausland, was die Identifizierung der Täter kompliziert macht. Unklar bleibt zudem, welche Daten bei dem Vorfall tatsächlich abgeflossen sind. Züllig äußerte, dass es schwierig sei, das Leck zu orten, was die Situation alles andere als beruhigend macht.

Die Masche der Betrüger

Die Lockmittel der Betrüger sind perfide: Ein angebliches Guthaben, das nur durch die Preisgabe von Kreditkarten und persönlichen Daten zu erhalten ist. Diese Masche ist nicht neu, sondern erinnert an ähnliche Vorfälle, die bereits im August in Österreich aufgetreten sind. Auch dort wurden Hotels von einem eTourismus-Anbieter, Seekda, betroffen. Im Fall des Schweizerhofs ist es bemerkenswert, dass die Nachrichten aus anderen Hotels identisch sind, was auf eine gemeinsame Täterschaft hinweist. Hier wird offensichtlich mit den Ängsten und dem Vertrauen der Menschen gespielt.

Die Sicherheit der Buchungsprogramme steht für das Hotel Schweizerhof an oberster Stelle. Bereits im Frühjahr wurden Schwachstellen getestet und in Verbesserungen investiert. Dennoch muss Züllig zugeben, dass eine hundertprozentige Garantie gegen Datenhacks nicht gegeben werden kann. Das ist natürlich ein Punkt, der sowohl Gäste als auch Hotelbetreiber nervös macht – schließlich ist die Reisebranche anfällig für Cyberangriffe.

Eine wachsende Bedrohung

Die Cyberangriffe auf die Reisebranche nehmen zu – und das nicht zu knapp. Wie eine aktuelle Studie zeigt, sind Phishing-Attacken seit Jahresbeginn um das 37-Fache gestiegen. Angreifer nutzen automatisierte Werkzeuge und KI, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Im Mai 2026 wurden im Durchschnitt 2.291 Cyberangriffe pro Woche auf die Reisebranche registriert. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, Sicherheitsvorkehrungen kontinuierlich zu überprüfen und Mitarbeitende zu sensibilisieren. Es gibt sogar Phishing-Kits, die entwickelt wurden, um Authentifizierungs-Token abzugreifen. Und die Dunkelziffer der Angriffe könnte noch viel höher sein.

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Für das Hotel Schweizerhof ist dieser Vorfall ein Weckruf. Die Branche muss sich auf die neuen Herausforderungen einstellen, denn die Angreifer ruhen sich nicht aus. Während die Gäste weiterhin von ihrer wohlverdienten Auszeit träumen, bleibt die Frage: Wie sicher sind unsere Daten wirklich? Das Vertrauen in die Hotels wird durch solche Vorfälle auf eine harte Probe gestellt und es ist unabdingbar, proaktiv zu handeln – für die Sicherheit aller. Denn letztlich möchte jeder nur einen entspannten Aufenthalt genießen, ohne sich um solche Betrugsmaschen Gedanken machen zu müssen.