Die Renaissance der Gastronomie: Warum junge Talente wieder zur Ausbildung strömen
Heute ist der 23.08.2026 und die Dresdner Tourismusbranche kann sich über eine erfreuliche Entwicklung freuen. Das Interesse junger Menschen an Ausbildungen in der Gastronomie, Hotellerie und im Tourismus boomt. Diana Maatz, Vorstandsmitglied des Tourismusverbands Dresden, berichtet begeistert von dem Anstieg der Bewerberzahlen. Viele Hotels, Gastronomiebetriebe, Museen und touristische Dienstleister haben von überwiegend guten Bewerbungen profitiert. Bis Ende Juli 2023 wurden bereits 526 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – eine Zahl, die dem Niveau von 2025 (558 Verträge) sehr nahe kommt und die Vorjahreswerte (413 im Jahr 2023 und 478 im Jahr 2024) deutlich übertrifft.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Kochausbildung besonders gefragt ist. Mit 186 neuen Auszubildenden in diesem Sommer hat der Beruf des Kochs oder der Köchin die Herzen der Schulabgänger erobert. Komischerweise galt dieser Beruf über Jahre als schwierig zu besetzen. Jetzt, möglicherweise beflügelt durch die Kochsendungen im Fernsehen und die sozialen Medien, gewinnt das Berufsbild wieder an Attraktivität. Martin Raich, der Generalmanager des Hilton Dresden, hat in den letzten zwei Wochen gleich 14 neue Auszubildende eingestellt. Er hebt die abwechslungsreiche Natur der Berufe im Gastgewerbe hervor. Und das Beste? Diese Berufe sind kurzfristig nicht durch künstliche Intelligenz bedroht!
Die Rückkehr der Bewerber
Die Entwicklung in der Dresdner Branche ist bemerkenswert. Auch die regionalen Betriebe berichten von einem Anstieg der Bewerberzahlen und der Qualität der Bewerbungen. Maatz unterstreicht, dass die örtlichen Unternehmen deutlich mehr Bewerbungen erhalten als in den letzten Saisons. Das ist ein Lichtblick nach den schwierigen Einstellungszyklen der letzten Jahre. Arbeitgeber betonen, dass die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die zwischenmenschlichen Beziehungen wichtige Anreize für junge Arbeitskräfte darstellen. Das scheint zu wirken!
Doch die Realität ist nicht ganz so einfach. Laut dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) ist die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen, die qualifizierte Fachkrafttätigkeiten suchen, auf die Hälfte des Vor-Corona-Werts gesunken. Die Zahl offener Stellen ist zwar gestiegen, liegt jedoch weiterhin unter den Werten vor der Pandemie. Für viele Betriebe gestaltet sich die Besetzung von Ausbildungsplätzen nach wie vor als Herausforderung. Im Jahr 2022 waren nur 12.000 Bewerber für Ausbildungsstellen in Hotel- und Gaststättenberufen registriert. Ein krasser Rückgang im Vergleich zu 33.000 im Jahr 2009.
Positive Entwicklungen
Die Entwicklungen in Dresden zeigen, dass die Branche sich erholt. Mehr Ausbildungsplätze werden geschaffen, und das Interesse an diesen Berufen steigt. Die Kochausbildung sticht hier besonders hervor, was die Arbeitgeber freut. Die Ungewissheit von vor einigen Jahren scheint sich langsam zu lichten. Dennoch bleibt die Herausforderung, die Berufe attraktiver zu gestalten. Arbeitgeber und Verbände müssen weiterhin an der Darstellung der Berufe arbeiten, um die Berufsperspektiven und die Work-Life-Balance zu betonen. Die Aussicht auf internationale berufliche Mobilität könnte ebenfalls ein zusätzlicher Anreiz für angehende Fachkräfte sein.
Insgesamt zeigt sich, dass die Dresdner Tourismusbranche auf einem guten Weg ist, auch wenn noch viel zu tun bleibt. Der Trend zum positiven Interesse an Ausbildungsplätzen lässt hoffen, dass die kommenden Jahre noch mehr junge Talente in die Branche ziehen werden. Vielleicht wird der Beruf des Kochs ja bald wieder der Renner unter den Schulabgängern, und wir dürfen uns auf viele kreative Köpfe und leidenschaftliche Hände freuen, die unsere gastronomische Landschaft bereichern.
