Heute ist der 6.07.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der hessischen Hotellerie, die einen nachdenklich stimmen. Die Ausbildungszahlen in der Branche zeigen einen dramatischen Rückgang. Im Jahr 2025 haben in Hessen 32.900 Personen eine Ausbildung begonnen, doch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Hotellerie ist regelrecht eingebrochen. Um 24,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und sogar um 45,9 Prozent weniger als noch im Jahr 2015. Das ist ein echter Schock für alle, die in der Branche arbeiten oder an ihr interessiert sind.

Was sind die Gründe für diesen Rückgang? Nun, es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die hier zusammenkommen. Die Bundesagentur für Arbeit hat festgestellt, dass in Hessen 2025 in 16 Berufsgruppen ein Fachkräftemangel vorherrscht, von denen 15 über die Berufsbildungsstatistik erfasst werden. Besonders auffällig: Neun dieser Gruppen verzeichneten einen Rückgang der Ausbildungsanfänger. Auch die Hotellerie gehört dazu und hat damit ein ernstes Problem, das dringend angepackt werden muss.

Die Herausforderungen der Branche

Aber es ist nicht nur die Hotellerie, die leidet. Im Tiefbau beispielsweise gab es einen Anstieg der Ausbildungsanfänger um 9,2 Prozent im Vergleich zu 2024. Im Lebensmittelverkauf stieg die Zahl um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bleibt jedoch 39,4 Prozent unter dem Niveau von 2015. Im Handwerk hingegen konnten die Zahlen um 2,1 Prozent gesteigert werden. Man fragt sich: Was macht die Hotellerie so unattraktiv für junge Menschen? Vielleicht sind es die langen Arbeitszeiten, die oft unregelmäßigen Schichten oder die Bezahlung, die nicht mit anderen Branchen mithalten kann.

Die Situation wird noch komplizierter durch das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt. Für das Ausbildungsjahr 2024/25 übersteigt die Zahl der Bewerber:innen (36.273) die angebotenen Lehrstellen (32.468). Ein Rückgang der angebotenen Lehrstellen um 2.220 (6,4 %) im Vergleich zum Vorjahr macht die Situation nicht besser. In Frankfurt und Marburg gab es zwar einen Anstieg der gemeldeten Ausbildungsstellen, trotzdem bleibt die Zahl der unbesetzten Lehrstellen alarmierend. Über 3.600 Jugendliche suchen noch immer nach einem Ausbildungsplatz.

Ein Blick in die Zukunft

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori und Dr. Frank Martin von der Bundesagentur für Arbeit äußern sich besorgt über diese Entwicklung. Arbeitgeber in der Hotellerie sollten ihre Rekrutierungsprozesse überdenken und mehr Engagement zeigen. Die duale Ausbildung wird als wichtige Grundlage für die Fachkräftesicherung hervorgehoben. Hier könnte man ansetzen, um die Branche wieder attraktiver zu gestalten. Die Landesregierung plant sogar Maßnahmen zur Stärkung der Ausbildung, darunter Praktikumstage und ein kostenfreies Meisterprogramm.

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Der Frauenanteil unter den Auszubildenden in Hessen lag 2025 bei 35,1 Prozent, während der Männeranteil 64,9 Prozent betrug. Dennoch haben 23.300 Auszubildende ihre Abschlussprüfungen bestanden, davon waren 62,8 Prozent Männer und 37,2 Prozent Frauen. Das zeigt, dass es durchaus Potenzial gibt, das genutzt werden könnte. Aber wie erreicht man die Jugendlichen? Wie kann man sie für die Hotellerie begeistern? Es braucht innovative Ansätze und kreative Lösungen, um die Branche wieder auf Kurs zu bringen.

Die Hotellerie hat viel zu bieten – spannende Berufe, die Möglichkeit, mit Menschen aus aller Welt zu arbeiten und viele verschiedene Fähigkeiten zu erlernen. Doch es wird Zeit, dass die Branche die Ärmel hochkrempelt und sich den Herausforderungen stellt. Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Zukunft der Hotellerie in Hessen hängt davon ab, wie wir die nächste Generation von Fachkräften ansprechen und unterstützen.