Expo Real 2026: Hotellerie zwischen Selbstkritik und internationalem Wettbewerb
Heute ist der 18.10.2026. Kürzlich fand die Expo Real in München statt, und was für eine Veranstaltung das war! In Halle A1 war die Hospitality-Welt an den Haupttagen Montag und Dienstag gut besucht, aber eine klare Stimmung ließ sich nicht feststellen. Die Redaktion hat sich hauptsächlich auf die vielen Gespräche gestützt, die dort geführt wurden. Eines wurde deutlich: Die Vertreter der Hotellerie sind selbstkritisch und motiviert, ihre Zusammenarbeit zu verbessern. Das klingt erst mal positiv, aber es schwang auch eine gewisse Unsicherheit mit, vor allem wegen der schnellen Entlassungen in den letzten Monaten. Besonders die indischen Betreiber und Prism waren hier ein heißes Thema.
Ein Beispiel für die kulturellen Spannungen, die aktuell in der Branche bestehen, war ein Prism-Manager, der einem deutschen Betreiber direkt die Frage „Can we buy you?“ stellte. Das lässt einen schon ein wenig schmunzeln, aber es zeigt auch, wie die Markteintritte internationaler Betreiber den Markt weiter aufmischen. Ritesh Agarwal, der Gründer und CEO von Prism, warb in einem Panel um Vertrauen und erklärte Teile seiner Unternehmensstrategie. Mit ihm auf dem Podium waren auch Vertreter von Wyndham, Accor und dem niederländischen White-Label-Operator Odyssey, die alle betonten, dass sie solide Geschäftsbeziehungen anstreben.
Die Herausforderungen der Branche
Die Unsicherheiten in der Branche wurden auch von Susanne Stauss, Beatrix Boutonnet und Sylvie Konzack thematisiert, die interessante Beiträge zum Verhalten der Betreiber sowie zu Einschätzungen in der Finanz- und Immobilienbranche veröffentlichten. Das neue Treugast-Rating bestätigte viele der Beobachtungen und bewertete den deutschen Markt als schwierig. Obwohl das Transaktionsvolumen im dritten Quartal gestiegen ist, bleibt es hinter den Erwartungen zurück. Die Ertragsprobleme der Hotelbetreiber und die anhaltende Übernahmewelle bei Betreibergesellschaften verstärken die Marktkonsolidierung; die Hotellandschaft wird sich also weiter verändern.
Interessanterweise wird Micro-Living von Experten als möglicher Wachstumstreiber betrachtet, während die Fluktuation bei den Beschäftigten zum Beginn des vierten Quartals wieder zunahm. Das ist ein Zeichen, dass die Branche sich noch nicht ganz gefangen hat. Gleichzeitig arbeiten internationale Institutionen an Konzepten für einen „Digitalen Omnibus“, der die gesamte Reisekette mithilfe nahtloser biometrischer Verfahren vereinfachen soll. Das klingt spannend und könnte tatsächlich eine Lösung für einige der aktuellen Probleme bieten.
Fokus auf Nachhaltigkeit
Ein weiteres Thema, das nicht fehlen darf, ist die Nachhaltigkeit. Sie bleibt für Investoren und Betreiber relevant und wird durch die Nachfrage der Gäste vorangetrieben. Die Hotellerie wird zunehmend als Alternative zu anderen Anlageklassen betrachtet, und institutionelle sowie private Investoren kehren schrittweise zurück. Die steigenden Klimarisiken und deren Auswirkungen auf die Resilienz von Hotelprojekten waren ein zentrales Thema des Hospitality Industry Dialogue, der vom 6. bis 8. Oktober 2025 stattfand. Dabei standen Themen wie Marktbereinigung, Margendruck und die Widerstandsfähigkeit der Branche im Fokus.
Ein weiteres Highlight der Expo Real war das Networking-Event „BRICKS & BRAINS“, bei dem viele interessante Gespräche stattfanden. Die Redaktion dankt den Ausstellern der „World of Hospitality“ und dem Cocoon-Team für ein gelungenes Get-together. Sponsoren wie die Napp Group, Konen & Lorenzen, Häfele und Hey Lou by 9dots haben ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war.
Und zum Schluss: Die Leser werden zur Teilnahme am „HospitalityInside Investment BAROMETER“ in Kooperation mit Union Investment eingeladen. Das klingt nach einer spannenden Möglichkeit, die Zukunft der Branche aktiv mitzugestalten. Vielleicht gibt es ja bald neue Erkenntnisse, die die aktuellen Herausforderungen in ein besseres Licht rücken. Wer weiß, was die Zukunft bringt?
