Die Neuigkeiten aus dem Frankfurter Stadtteil Gravenbruch sind kaum zu fassen! Das ehemalige Hilton-Hotel, das für viele Jahre ein Magnet für Prominente und Geschäftsreisende war, hat einen neuen Besitzer gefunden. Nach einer turbulenten Phase, die von Insolvenz und internationalen Sanktionen geprägt war, können die pläne für eine Wiedereröffnung nun konkreter werden. Im Sommer musste das Hotel schließen, nachdem die Eigentümerverhältnisse zu den Sanktionen gegen den iranischen Geschäftsmann Ali Ansari führten. Dabei wird ihm nachgesagt, er sei ein Strohmann für das geistliche Oberhaupt des Iran, Modschtaba Chamenei. Ansari weist dies jedoch entschieden zurück.

Hilton, das das Hotel seit 2024 betrieben hatte, kündigte seinen Managementvertrag. Das führte dazu, dass Buchungsplattformen wie Booking.com das Hotel aus ihrem Angebot entfernten. Die Situation spitzte sich zu, als die EU im Sommer die Hotelkonten einfrohr und der Insolvenzverwalter nur noch einen Notbetrieb aufrechterhalten konnte. Die gute Nachricht? Ein Käufer wurde gefunden – die britische Investmentgesellschaft Comer Group hat nun das Ruder übernommen. Die Übergabe musste allerdings vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) genehmigt werden, was mehrere Monate in Anspruch nahm.

Ein neuer Anfang für das Hotel

Die Comer Group plant, den Hotelbetrieb fortzuführen und sogar weiteres Personal einzustellen. Von ursprünglich 140 Mitarbeitenden sind noch etwa 90 im Unternehmen, und die meisten von ihnen werden übernommen. Eine Erleichterung, die man den Mitarbeitern deutlich anmerkt! Chefkoch Robin Eisermann, der die leidenschaftliche Küche des Hauses leitet, hat auch schon Pläne für die Wiedereröffnung: Hotelklassiker und die berühmte Grüne Soße stehen auf der Liste. Die Belegschaft reagierte emotional auf die Übernahme, und Concierge Sovin Sethi beschreibt die Rettung als „Sechser im Lotto“ – das sagt schon einiges über die Hoffnung, die in den letzten Monaten geschwunden war.

Die Comer Group ist kein unbeschriebenes Blatt; sie betreibt bereits Hotels in Großbritannien, Irland und Griechenland und hat zudem ein Hotel nahe dem Hamburger Flughafen. Das Gravenbruch-Hotel hat eine über 400-jährige Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Unter anderem übernachteten hier Größen wie Bill Clinton, Michail Gorbatschow und die Rolling Stones. Ein wahres Stück Geschichte, das es nun zu bewahren gilt.

Die Herausforderungen der Vergangenheit

Trotz der positiven Entwicklungen gibt es auch Schattenseiten. Das Verwaltungsgericht Köln hat kürzlich entschieden, dass die wegen der Sanktionen eingefrorenen Gelder weiterhin gesperrt bleiben. Der Insolvenzverwalter hatte gehofft, auf diese Gelder zugreifen zu können, um den Hotelbetrieb aufrechtzuerhalten und die Insolvenzmasse zu sichern. Doch das Gericht stellte klar, dass selbst ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter nicht über eingefrorenes Vermögen verfügen darf. Ein harter Schlag, der zeigt, wie komplex die rechtlichen Rahmenbedingungen sind, unter denen das Hotel jetzt operieren muss.

Die Zukunft des Hotels bleibt spannend – wann genau die Wiedereröffnung stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Allerdings rechnen die Verantwortlichen mit einem Hochbetrieb im Frühsommer. Die Vorfreude auf den Neustart ist spürbar, nicht nur bei den Angestellten, sondern auch bei all denjenigen, die das Hotel in der Vergangenheit besucht haben und sich auf eine Rückkehr freuen.