Heute ist der 3.09.2026. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt uns, wie unterschiedlich die Herausforderungen in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind. In der Schweiz steht die Ernährungsinitiative auf der Kippe, während Deutschland mit einem soliden Selbstversorgungsgrad von 84% auftrumpfen kann. Das macht nachdenklich, gerade für uns in der Hotelbranche, die wir so stark von der Verfügbarkeit frischer und qualitativ hochwertiger Produkte abhängen.

Die Schweizer Initiative versucht, den Selbstversorgungsgrad auf mindestens 70% zu steigern. Bisher produziert die Landwirtschaft weniger als 50% des Lebensmittelbedarfs, was in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Konflikt besonders spürbar wird. Ein Umsetzungszeitraum von zehn Jahren ist angedacht, um die Flächennutzung zu optimieren – mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel sollen auf den Tisch kommen. Doch die Initiative steht auf wackeligen Beinen: Unterstützer sind meist kleinere Organisationen und Einzelpersonen, während große Parteien und Branchenverbände klare Kante zeigen. Sie lehnen die Initiative ab, aus Angst vor negativen Auswirkungen auf die kulinarische Vielfalt und die Lebensmittelpreise. Wo bleibt da die Balance?

Selbstversorgungsgrad in Deutschland

Im Vergleich dazu hat sich die deutsche Landwirtschaft seit 1960 verneunfacht! Ein Landwirt ernährt mittlerweile 153 Menschen – das ist mehr als doppelt so viel wie noch 1990. In Deutschland liegt der Selbstversorgungsgrad für Lebensmittel im Jahr 2023/24 bei stolzen 84%. Diese Zahl zeigt uns, wie stark die heimische Landwirtschaft ist, auch wenn es erhebliche Unterschiede bei einzelnen Erzeugnissen gibt. So zum Beispiel: 100% Selbstversorgung bei Getreide und sogar 135% bei Schweinefleisch. Das sind doch beeindruckende Werte!

Doch sollten wir nicht den Blick für die Schwächen verlieren. Obst und Gemüse – da sieht’s anders aus. Nur ein Sechstel des Obstbedarfs kann aus heimischem Anbau gedeckt werden, und der Selbstversorgungsgrad für Gemüse liegt bei bescheidenen 40%. Wenn man bedenkt, dass Tomaten mit gerade einmal 5% aus heimischer Erzeugung auskommen, fragt man sich, wo hier die Zukunft bleibt. Die Abhängigkeit von globalisierten Märkten wird gerade in Krisenzeiten noch deutlicher. Einmal mehr wird der Finger auf die Wunde gelegt, wenn wir uns die aktuellen geopolitischen Entwicklungen anschauen.

Nachhaltigkeit und Biodiversität im Fokus

Zurück zur Schweiz – das Thema Biodiversität ist ein großes Anliegen der Initiatoren. Weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger sollen nicht nur der Natur, sondern auch dem Trinkwasser zugutekommen. Franziska Herren, die treibende Kraft hinter der Initiative, fordert eine nachhaltigere Landwirtschaft, die unsere Böden und Wasserressourcen schützt. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie viel Unterstützung diese Vision in der breiten Bevölkerung findet, wenn große NGOs wie Greenpeace und Pro Natura ihre Unterstützung zurückziehen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In Deutschland hingegen ist die Lebensmittelversorgung als gesichert eingestuft. Der Selbstversorgungsgrad zeigt, wie viel der heimischen Landwirtschaft gelingt, den Bedarf zu decken. Doch auch hier gibt es Schwankungen und Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Wie wird sich die Situation in den nächsten Jahren entwickeln? Welche Rolle spielen wir in der Hotelbranche, wenn es um den Einkauf regionaler Produkte geht? Vielleicht sollten wir uns nicht nur um die Kosten, sondern auch um die Qualität und die Herkunft unserer Zutaten kümmern.

Für weitere Informationen zu diesem Thema und der Entwicklung des Selbstversorgungsgrades in der Schweiz, können Interessierte hier nachlesen: Selbstversorgungsgrad.