Heute ist der 6.06.2026 und die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko könnte nicht spannender sein. Oder doch? Unter den Hoteliers in den USA macht sich eine gewisse Unsicherheit breit. Das größte Hotel, das Hilton Midtown in New York, hat fast 2000 Zimmer und liegt direkt in der Nähe von Central Park und Times Square. Ein perfekter Ort für Fußballtouristen, könnte man meinen. Doch die Realität sieht anders aus. Die Betreiber setzen zwar auf eine hohe Nachfrage während des Turniers, doch die Buchungen bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Erst im Dezember 2022 stiegen die Preise für Zimmer sprunghaft an – 840 Dollar für ein Zimmer am 13. Juni, das war schon ein stolzer Preis. Kurz vor dem Turnierbeginn sind die Preise zwar gesunken, mit einem Startpreis von 409 Dollar plus Steuern und Gebühren, doch das zeigt nur, dass die Nachfrage nicht so rosig ist, wie man es sich erhofft hatte. Vijay Dandapani, Vorstandschef der Hotel Association of New York City, beschreibt die Lage als „düster“. Viele Hotels haben bisher keine Buchungen von WM-Touristen erhalten. Es ist fast so, als würde man auf einen Regen warten, der einfach nicht kommt.

Ticketpreise und Einreiseprobleme

Die FIFA hatte mit großen Zimmerkontingenten gerechnet, die nun zum Teil storniert wurden. Das sorgt für eine große Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Realität. Die durchschnittlichen Preise für ein Zimmer an WM-Spielorten sind von 293 Dollar auf 1013 Dollar gestiegen, was viele Hotels dazu bringt, die Preise wieder zu senken. Hohe Ticketpreise könnten viele Fußballfans abschrecken. Auf Wiederverkaufsplattformen werden Tickets oft für über 1000 Dollar angeboten. Da fragt man sich: Wer kann sich das leisten? Und die Einreisebeschränkungen für Touristen aus bestimmten Ländern, gepaart mit hohen Visa-Gebühren, verschärfen die Situation zusätzlich.

Die American Hotel & Lodging Association bezeichnet die WM sogar als „Non-Event“, da 80% der Mitglieder von geringeren Buchungen berichten. Es gibt eine alarmierende Schwäche in der Nachfrage aus dem Ausland, und das ist in der Tat besorgniserregend. Politische Spannungen, Sicherheitsbedenken und die Unzufriedenheit mit der vorherigen Regierung spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Vijay Dandapani hofft auf eine Belebung während der K.-o.-Runde, denn dann könnte sich die Stimmung vielleicht doch noch drehen. Die Marktforscher sind optimistisch, sie erwarten eine steigende Nachfrage im Laufe des Turniers.

Die WM als wirtschaftlicher Segen?

Die FIFA selbst beschreibt die WM als wirtschaftlichen Segen mit über 5 Millionen verkauften Tickets und einem prognostizierten Anstieg des BIP in den USA um 17 Milliarden Dollar. Doch die Realität ist, dass viele Hoteliers in Städten wie Seattle, Philadelphia und Atlanta das Turnier eher als „Nicht-Ereignis“ wahrnehmen. Außerdem sind die USA nicht gerade als traditionelles Fußball-Land bekannt. American Football hat hier nach wie vor die Nase vorn.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Kritiker der WM könnten sich darüber freuen, dass ihre Stimmen gehört werden. Menschenrechtsorganisationen warnen vor menschenrechtsverletzenden Einwanderungskontrollen und Diskriminierung im Zusammenhang mit der WM. In Kansas City hingegen, wo man in die Infrastruktur investiert hat, gibt es stabilere Buchungszahlen. Das zeigt: Lokales Interesse kann einen großen Unterschied machen, auch wenn der internationale Ruf der USA als Reiseziel gelitten hat.

Insgesamt bleibt die Frage: Wird die WM tatsächlich die erhoffte Begeisterung bringen? Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass es eine Herausforderung wird, die Erwartungen von Fans und Hoteliers unter einen Hut zu bringen. Einzig die K.-o.-Runde könnte vielleicht das Zünglein an der Waage sein – oder auch nicht. Wir werden sehen!