Mitarbeiterbindung in den Alpen: Wie das Hotel Hochschober dem Fachkräftemangel begegnet
Die Turracher Höhe, ein kleines Juwel in den österreichischen Alpen auf 1.763 Metern, hat weniger als 100 Einwohner, aber hier pulsiert das Leben, besonders im Hotel Hochschober. Mit durchschnittlich 130 Mitarbeitern aus rund 20 Nationen wird die Belegschaft zu einem bunten Potpourri. Doch die Lage ist nicht ohne Risiko. Wenn Mitarbeiter ausfallen oder gar abwandern, gibt es kaum Ersatz, denn die Auswahl an qualifiziertem Personal ist in dieser abgelegenen Region rar gesät. Das Hotel hat daher eine umfassende Strategie entwickelt, um die Fluktuation zu minimieren und die Mitarbeiterbindung zu stärken.
Das Engagement des Hochschober geht weit über das Übliche hinaus. Neue Mitarbeiter erhalten nicht nur eine kostenlose Unterkunft, sondern auch Unterstützung bei allen bürokratischen Hürden, wie etwa der E-Card oder der Kontoeröffnung. Für nicht deutschsprachige Angestellte gibt’s Übersetzungshilfen, und sogar bei Kindergarten- und Schulplätzen wird tatkräftig geholfen, wenn die Familie noch nicht vollständig umgesiedelt ist. Man merkt schnell, dass hier nicht nur Arbeitskräfte gesucht werden, sondern Menschen, die sich wohlfühlen sollen.
Die Herausforderung des Arbeitskräftemangels
Der Arbeitskräftemangel in der Beherbergungsbranche ist nicht nur ein lokales Problem. Eine Untersuchung von EcoAustria zeigt, dass die Branche während der Pandemie erheblich gelitten hat – und die Herausforderungen sind noch lange nicht vorbei. Wenn der Personalmangel nicht behoben wird, könnte der Branchenumsatz um etwa 7,4 Prozent sinken! Das hat auch Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft, mit einem potenziellen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 Milliarden Euro. Man fragt sich, wie viele Betriebe sich den Tourismusboom leisten können, wenn sie nicht genügend Personal haben, um die Gäste zu bedienen.
Es ist eine beschwerliche Zeit für die Hotellerie. Die Beherbergungsbetriebe müssen kreative Lösungen finden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dabei ist die Attraktivität des Arbeitsplatzes entscheidend. Das Hotel Hochschober hat dies erkannt und setzt unter anderem auf ein Buddy-System, bei dem neue Mitarbeiter einen festen Ansprechpartner haben, um sich schneller ins Team einzugewöhnen. Auch interne Weiterbildung wird großgeschrieben – die Mitarbeiterakademie bietet nicht nur Basisschulungen, sondern auch die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen zu erwerben. Das Ziel: Mitarbeiter im Haus halten und ihre Entwicklung fördern.
Gemeinsam gegen den Personalmangel
Die Branche steht unter Druck. Der Wunsch nach mehr Work-Life-Balance und flexibleren Arbeitszeiten ist in den letzten Jahren gewachsen. Diese Bedürfnisse gilt es zu berücksichtigen, um die neuen Generationen von Arbeitnehmern anzusprechen. Politische Lösungen sind dringend erforderlich, um die Fach- und Arbeitskräfteeinwanderung zu reformieren und bürokratische Prozesse zu vereinfachen. Ein „Visaturbo“, wie es in Fachkreisen genannt wird, könnte helfen, ausländische Arbeitskräfte schneller anzuwerben und somit den Personalmangel zu lindern.
In Anbetracht dieser Herausforderungen ist das Engagement des Hotel Hochschober umso bemerkenswerter. Hier wird nicht nur auf Masse gesetzt, sondern auf die Qualität der Beziehungen. Ob in der Verwaltung, im Spa oder im Service – die Fluktuation wird aktiv angegangen. Das Team ist bereit, über Abteilungsgrenzen hinweg zu helfen. Selbst die Eigentümerfamilie und die Geschäftsführung packen mit an, wenn es nötig ist. Man sieht, hier wird wirklich alles unternommen, um ein familiäres und unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen.
So zeigt sich, dass der Weg zur Lösung des Personalmangels in der Hotellerie nicht nur in der Anwerbung neuer Mitarbeiter liegt, sondern auch in der Schaffung eines Umfelds, in dem sie sich wohlfühlen und entfalten können. Die Zukunft der Branche hängt davon ab, wie gut es gelingt, die Herausforderungen gemeinsam zu meistern und neue Wege zu gehen. Die Turracher Höhe mag klein sein, aber die Vision des Hotel Hochschober ist groß – und das ist es, was zählt.
