Österreichs Hoteliers im Spannungsfeld von Umsatzplus und sinkenden Gewinnmargen
Heute ist der 15.10.2026, und der Blick auf die Wintersaison 2026/27 lässt viele Hoteliers in Österreich aufhorchen. Eine Umfrage der ÖHV, die 154 Beherbergungsbetriebe unter die Lupe nahm, offenbart ein Bild, das gemischte Gefühle hervorruft. Die Gewinnmargen sinken, was viele in der Branche stark belastet. Gleichzeitig bleibt die Auslastung stabil und ein Umsatzplus von 1,2 % steht auf dem Plan. Doch was nützt das, wenn die Betriebsergebnisse im Schnitt um 1,3 % zurückgehen? Ein wenig wie ein Tanz auf der Klinge – die Musik bleibt, doch die Schritte werden unsicherer.
Erstaunlicherweise können 90 % der Betriebe die gestiegenen Betriebs- und Personalkosten nur teilweise oder gar nicht an die Gäste weitergeben. Lediglich 10 % der Hoteliers sind in der Lage, die Teuerung vollständig in ihre Preise zu integrieren. Das macht den Alltag für viele schwer, denn 62 % der Hoteliers erwarten, dass ihre Gäste vor Ort weniger ausgeben werden. Auch kürzere Aufenthalte werden von 60 % der Befragten prognostiziert. Das klingt irgendwie nach einer ständigen Herausforderung, oder nicht?
Ein Blick in die Zahlen
Die Situation wird durch die Prognosen des WIFO nicht besser. Für 2026 wird ein Rückgang der real verfügbaren Haushaltseinkommen um 1 % erwartet. Ein verhaltenes Reallohnwachstum und ein Wachstum der realen Wertschöpfung im Beherbergungs- und Gastronomiesektor von nur 0,6 % werfen einen Schatten auf die Hoffnungen der Hoteliers. Die Unsicherheit wird nicht leichter, wenn man bedenkt, dass 65 % der Hoteliers mit kurzfristigeren Buchungsentscheidungen rechnen und 88 % die Beschäftigungskosten als größten Kostenfaktor angeben. Es ist kein Wunder, dass 69 % der Betriebe weiterhin händeringend nach Personal suchen, obwohl die Lage angespannt ist.
Die Bürokratie ist ein weiteres Thema. Über 56 % der Betriebe empfinden sie als wesentlichen Belastungsfaktor. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert daher niedrigere Lohnnebenkosten und weniger bürokratische Auflagen. Angesichts steigender Zinsen und einem erschwerten Zugang zu Fremdkapital haben 40 % der Betriebe ihre Investitionen gekürzt. Modernisierungen, die dringend notwendig wären, könnten somit ins Stocken geraten und sogar regionale Handwerks- und Zulieferbetriebe negativ beeinflussen. Ein Teufelskreis, der nicht zu unterschätzen ist!
Die Umsatzprognosen
<pTrotz der düsteren Aussichten gibt es auch einige Lichtblicke. 64 % der Hotels erwarten höhere Umsätze, 10 % rechnen mit stabilen Umsätzen, während 26 % von rückläufigen Umsätzen ausgehen. Das nominelle Umsatzplus von 1,2 % bleibt also im Raum, während 62 % der Betriebe einen positiven Saisonabschluss anstreben. Die Unsicherheit bleibt jedoch, denn 16 % haben ein ausgeglichenes Ergebnis und 11 % rechnen mit Verlusten. Das lässt Raum für Spekulationen und eine gewisse Nervosität in der Branche.
Die Mehrheit der Hotels sieht sich gezwungen, die Kostensteigerungen teilweise über höhere Preise weiterzugeben, wobei 68 % dies nur teilweise umsetzen können. 22 % können die gestiegenen Kosten überhaupt nicht ausgleichen, was die zusätzliche Belastung für viele Betriebe nur verstärkt.
Die Herausforderungen sind also zahlreich, aber die Hoffnung auf einen positiven Ausgang bleibt bestehen. Die Branche muss sich anpassen, investieren und innovativ bleiben, um die alpinen Hoteliers langfristig abzusichern. Schließlich sind kontinuierliche Investitionen in Infrastruktur und Angebotsqualität unerlässlich, um die Einnahmen aus dem Reiseverkehr, die 2026 auf 24,26 Milliarden Euro steigen könnten, zu sichern.
