Heute ist der 15.09.2026, und in München ist die Stimmung irgendwie angespannt. Kaum mehr als eine Woche bis zum weltberühmten Oktoberfest, und viele Hotels in der Stadt sind noch nicht ausgebucht. So etwas hat es früher nicht gegeben! Eine Stichprobe von Booking.com zeigt, dass es am heutigen Tag noch zahlreiche freie Zimmer gibt – ein ungewöhnlicher Anblick, wenn man bedenkt, dass das Oktoberfest normalerweise ein Magnet für Touristen ist.

Das Oktoberfest, das vom 19. September bis zum 4. Oktober 2026 stattfindet, zieht Jahr für Jahr Tausende von Besuchern an. Aber dieses Mal scheint es, als ob die Münchner Hotels nicht die erwartete Nachfrage haben. Christian Schottenhamel, Kreisvorstand des Dehoga, hat dies ebenfalls festgestellt. Er erklärt, dass die Hotels zur Wiesn noch nicht ausgebucht sind, was im vergangenen Jahr erstmals vorkam. Und das hat seine Gründe.

Ein Überangebot an Betten

Die Hotelkapazitäten in München sind seit der Corona-Pandemie gewaltig gewachsen – etwa 10.000 neue Hotelbetten sind hinzugekommen. Schottenhamel spricht von einem Überangebot an Hotelbetten, das nur in Jahren mit außergewöhnlichen Großveranstaltungen wirklich gebraucht wird. Die Bauma 2025 oder die Adele-Konzerte 2024 sind solche Events, bei denen die Kapazitäten tatsächlich gefordert werden. Aber jetzt, kurz vor dem Oktoberfest, scheinen die Hotels leer zu stehen.

Ein weiterer Aspekt, der die Situation kompliziert macht, sind die Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb. Beatrix Zurek, Vorsitzende des DMB Mietervereins München, äußert Bedenken zur Zweckentfremdung von Wohnraum. Denn während die Hotels kämpfen, um ihre Zimmer zu füllen, buchen viele Touristen lieber Wohnungen über diese Plattformen. Das zieht bezahlbare Wohnungen vom Markt und macht es für die Einheimischen schwer, einen angemessenen Wohnraum zu finden. Zurek betont, dass jede bezahlbare Wohnung, die aus dem Wohnungsmarkt fällt, problematisch ist.

Die ungleiche Konkurrenz

Die Hotel- und Gaststättenverbände unterstützen die Bedenken des Mietervereins. Schottenhamel sieht in den Kurzzeitvermietungen eine unfaire Konkurrenz für die Münchner Hotels, die strengen Auflagen unterworfen sind, während Airbnb-Vermieter oft ohne solche Anforderungen operieren können. Die Stadt erlaubt Kurzzeitvermietungen nur für maximal acht Wochen pro Jahr – doch es gibt Zweifel, ob diese Regelung tatsächlich eingehalten wird.

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Die Schätzungen gehen dahin, dass es in München zwischen 11.000 und 17.000 Ferienwohnungen gibt, viele davon über Airbnb. Das führt zu einer angespannten Wettbewerbssituation. Und die Preise für diese Wohnungen während des Oktoberfests erreichen zum Teil extreme Ausmaße – teils vierstellige Beträge pro Nacht! Ein neuer EU-Vorstoß könnte den Städten mehr Handlungsspielraum geben, um Kurzzeitvermietungen einzuschränken, was möglicherweise helfen könnte, die Situation zu entschärfen.

Ausblick auf die Zukunft

Die Stadt plant ab Oktober oder November 2026 eine umfassende Registrierungspflicht für Kurzzeitvermietungen. Anbieter müssen ihre Unterkünfte offiziell erfassen lassen, um die Einhaltung der 8-Wochen-Frist zu überprüfen. Doch der Mieterverein und Dehoga fordern zusätzlich eine Genehmigungspflicht, um die Zweckentfremdung von Wohnraum effektiver zu stoppen. Ein Ziel, das alle Beteiligten eint: den regulären Mietwohnungsmarkt zu entlasten und fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die Münchner Hotellerie und den Wohnungsmarkt auswirken werden. Die bevorstehenden Tage bis zum Oktoberfest könnten zeigen, ob die Hotels noch eine Chance haben, ihre Zimmer zu füllen oder ob die Kurzzeitvermietungen weiterhin das Sagen haben.