Am 10. Oktober wurde die Hotelgruppe Seetelhotels Opfer eines Ransomware-Angriffs, der Teile ihrer IT-Infrastruktur lahmlegte. Die interne IT-Abteilung entdeckte den unbefugten Zugriff bereits am Wochenende, was einen schnellen Handlungsbedarf erforderlich machte. Die betroffenen Systeme wurden sofort isoliert und vom Netzwerk getrennt, um eine Ausbreitung des Angriffs zu verhindern. Ein Glück im Unglück: Dank der frühzeitigen Erkennung blieben die Auswirkungen auf den operativen Hotelbetrieb weitgehend begrenzt. Die 16 Häuser der familiengeführten Gruppe auf Usedom und Mallorca, die etwa 500 Mitarbeitende beschäftigen, konnten ihren Betrieb trotz der Störung nahezu ohne Einschränkungen fortsetzen.

Allerdings müssen Gäste und Geschäftspartner sich auf Verzögerungen bei Telefon- und E-Mail-Anfragen einstellen. Seetelhotels hat einen externen IT-Sicherheitsdienstleister beauftragt, um die forensische Analyse und Aufklärung des Vorfalls voranzutreiben. Auch die Datenschutzaufsichtsbehörde in Mecklenburg-Vorpommern und das Landeskriminalamt sind informiert. Ein besonders heißes Eisen: Das Unternehmen prüft derzeit, ob personenbezogene Daten von Gästen, Mitarbeitenden oder Geschäftspartnern betroffen sind. Ein Datenabfluss kann nach aktuellem Stand nicht ausgeschlossen werden, und die finalen Erkenntnisse stehen noch aus.

Die Gefahr der digitalen Kriminalität

Cyberkriminalität ist ein ernstes Thema, das auch vor der Hotelbranche nicht haltmacht. Ransomware, wie sie bei Seetelhotels verwendet wurde, kann Nutzer vom eigenen Gerät aussperren und Dateien oder ganze Systeme verschlüsseln. Häufig wird für die Freigabe Lösegeld verlangt. Diese Bedrohung kann überall zuschlagen – egal ob großes Hotel oder kleines Café. Ein unachtsamer Klick kann schnell zu Datenverlust und finanziellen Schäden in sechsstelliger Höhe führen. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen und warnt, dass nach einem solchen Vorfall vermehrt Spam- und Phishing-Mails im Umlauf sein könnten.

Es wird geraten, besonders vorsichtig bei Nachrichten zu sein, die scheinbar von Seetelhotels stammen oder Zahlungen auf geänderte Kontoverbindungen verlangen. Gäste, Mitarbeitende und Geschäftspartner sind aufgerufen, ihre Wachsamkeit zu schärfen. Absenderadressen sollten sorgfältig geprüft werden, und im Zweifel ist es ratsam, sich direkt an die Hotelgruppe zu wenden.

Schutzmaßnahmen für die Zukunft

Die Vorfälle bei Seetelhotels machen deutlich, wie wichtig es ist, sich auf Cyberangriffe vorzubereiten. DEHOGA und die RVM-Versicherungsgruppe empfehlen einige zentrale Maßnahmen, um Betriebe zu schützen. Dazu gehört unter anderem die Schulung der Mitarbeitenden, um sie für Phishing und andere Angriffsformen zu sensibilisieren. Die Hotelrezeption ist besonders gefährdet, da sie oft sensible Gästedaten verarbeitet. Ein klarer IT-Notfallplan ist ebenfalls unerlässlich, um im Falle eines Angriffs schnell und zielgerichtet handeln zu können.

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Netzwerke sollten strikt voneinander getrennt werden, um zu verhindern, dass ein infiziertes Gastgerät Schadsoftware auf interne Systeme überträgt. Und regelmäßige Backups sind ein Muss – sie können im Ernstfall den Unterschied zwischen einem kleinen Missgeschick und einem großen Desaster ausmachen. Das alles sind Maßnahmen, die nicht nur großen Ketten, sondern auch kleinen, familiengeführten Betrieben helfen können, die Risiken der digitalen Welt zu minimieren.