Die österreichische Hotellerie hat in den letzten zehn Jahren einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Laut einer aktuellen Resilienz-Analyse der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT) hat sich die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit vieler Betriebe erheblich verbessert. Dabei zeigt die Analyse, die auf über 2.000 Jahresabschlüssen basiert, dass Resilienz kein Selbstläufer ist. Man muss schon die Ärmel hochkrempeln und konsequent managen, um in der heutigen Zeit nicht ins Straucheln zu geraten.

Besonders erfreulich ist der Anstieg der operativen Erträge zwischen 2015 und der Pandemie, die kontinuierlich über der Inflation lagen. Die 3-Sterne-Hotellerie, die oft als das Rückgrat der Branche angesehen wird, hat dabei eine wahre Blütezeit erlebt. Inflationsbereinigt legte sie real um 44 % zu, während die 4S/5-Kategorie nur einen mageren Zuwachs von 7 % verzeichnete. Komisch, oder? Die klassischen 4-Betriebe hatten sogar mit einem leichten Rückgang zu kämpfen. Ein spannendes Bild, das nicht nur von der Qualität, sondern auch von den Kosten und dem Wettbewerb geprägt ist.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Möglichkeiten

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleiben die Nächtigungserlöse vielerorts hinter den Möglichkeiten zurück. Der durchschnittliche Nächtigungserlös im Premiumsegment lag im Jahr 2024 bei 152,73 Euro – da fragt man sich doch, wie lange das gutgehen kann! Ein zentraler Punkt, der immer wieder genannt wird, ist das professionelle Pricing. Rund die Hälfte der Kapazitäten bleibt ungenutzt, und mit nur 147 bis 182 Vollbelegungstagen pro Jahr ist da sicher noch Luft nach oben.

Die Herausforderungen sind vielfältig: Wareneinsatz, Personal und Energie drücken schwer auf die Betriebe. Der Personalaufwand hat historische Höchstwerte erreicht – bis zu 36 % des Umsatzes! Und die Energiekosten? Die bleiben einfach hoch. Das zeigt, wie wichtig Investitionen in Energieeffizienz sind, um die Wettbewerbsfähigkeit zu wahren. Der GOP (Betriebsgewinn) hingegen blieb stabil zwischen 22,1 und 23,6 %. Das ist ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten herausfordernden Umfeld.

Die Zukunft im Blick

Die Eigenkapitalquoten der Betriebe haben sich zwar verbessert, liegen aber mit 16 bis 24 % immer noch unter dem Durchschnitt österreichischer Klein- und Mittelunternehmen. Über ein Drittel der Betriebe hat weniger als 8 % Eigenkapital oder sogar negatives Eigenkapital. Das macht die Situation noch prekärer. Und die steigenden Finanzierungskosten, die von 2,4 % (2019) auf 4,87 % (2024) angestiegen sind, bringen zusätzlichen Druck. Da fragt man sich: Wie lange kann man das noch stemmen?

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die OeHT hat fünf Zukunftsthemen identifiziert, die für die Branche von Bedeutung sind: Finanzierung und Banken-Regulatorik, Markt- und Vertriebsfähigkeit, ESG und Klimawandel, Künstliche Intelligenz sowie Betriebsübergaben. Resilienz wird als permanente Managementaufgabe betrachtet. Das bedeutet, dass die Qualität des Managements, eine klare Marktpositionierung und eine konsequente Preisstrategie entscheidend für den zukünftigen Erfolg sind.

Ein Blick auf die allgemeine Lage zeigt, dass die Mehrheit der österreichischen Tourismusbetriebe trotz herausfordernder Marktbedingungen – wie COVID-19, vorsichtiges Konsumverhalten, steigender Kostendruck und geopolitische Verwerfungen – ihre wirtschaftliche Resilienz verbessern konnte. Die relevanten Betriebskennzahlen wurden sukzessive und tendenziell verbessert. Hier zeigt sich, dass die Branche nicht am Boden liegt, sondern sich anpasst und weiterentwickelt.