Resilienz im Gastgewerbe: Ein Schritt in Richtung mentale Gesundheit für die nächste Generation
Am 14. September fand in der Luzerner Thermoplan-Arena ein ganz besonderes Event statt: das Lernendenforum, das rund 200 Lernende aus dem Gastgewerbe anlockte. Die Eröffnungsansprache hielt Armin Hartmann, der kantonale Regierungsratspräsident, der die Zuhörer eindringlich aufforderte, auf sich selbst Acht zu geben – ein Appell an die Resilienz und die psychische Gesundheit der nächsten Generation. In einer Branche, die oft unter immensem Druck steht, ist es wichtiger denn je, die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren.
Das Forum bot eine Fülle von Workshops, die alle unterschiedliche Facetten der mentalen Gesundheit beleuchteten. Ein Highlight war der Breakdance-Workshop mit dem Team von Gorilla. Hier ging es nicht nur um coole Moves, sondern auch um Körperwahrnehmung, Flexibilität und Balance. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, eine kurze Choreografie einzuüben – eine tolle Möglichkeit, sich körperlich auszudrücken und gleichzeitig Spaß an der Bewegung zu haben. Und das alles im Zeichen von gesunder Ernährung und Gesundheitsförderung!
Wertvolle Einblicke in die psychische Gesundheit
Ein weiterer spannender Workshop wurde von Annette Hitz, der Programmleiterin für psychische Gesundheit, geleitet. Sie gab wertvolle Tipps zur Bedeutung von Bewegung, Erholung und Ernährung für das psychische Wohlbefinden. Individuelle Ansätze zur Selbstfürsorge wurden erläutert – Joggen, Spazieren oder Meditieren sind nur einige der Möglichkeiten, die dabei helfen, den Kopf freizubekommen. Besonders interessant war ihr Hinweis auf die Wichtigkeit sozialer Beziehungen und wie man Probleme im Betrieb ansprechen kann. So ermutigte sie die Teilnehmenden, offen über ihre Herausforderungen zu sprechen, ein Thema, das auch Linda Meier ansprach.
Linda, die mit ihrer eigenen Geschichte über Magersucht und das Zeta Movement berichtete, machte deutlich, wie essenziell es ist, über psychische Erkrankungen zu sprechen. Ihr Ziel ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten und andere zu ermutigen, sich zu öffnen. Es ist eine wichtige Botschaft, die besonders in der Gastronomie oft zu kurz kommt, wo Körpergefühl und Selbstbild stark von äußeren Einflüssen geprägt sind.
Der Weg zu mehr Resilienz im Alltag
Zusätzlich zu den Workshops gab es auch einen spannenden Beitrag von Julia Friedli, einer Präventionsspezialistin bei Suva. Sie klärte darüber auf, dass psychische Gesundheit nicht schwarz oder weiß ist und wie psychische Erkrankungen unseren Alltag beeinflussen können. Es ist ein Thema, das alle betrifft und oft nicht genug Beachtung findet. Andreas Fleischlin, ein Mentalcoach, gab den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in Selbstkenntnis, Werte und Prioritäten – allesamt essenzielle Elemente, die zur Stärkung der mentalen Gesundheit beitragen.
In einem Seminar zur Einführung in Strategien für psychische Belastbarkeit, das speziell für die Gastronomie und den Service konzipiert ist, wird zudem auf die hohe Stressbelastung in diesen Bereichen eingegangen. Hierbei liegt der Fokus auf Resilienz und dem Umgang mit Stress. Die Teilnehmenden lernen konkrete Methoden zur Selbstfürsorge und zur Entwicklung von Routinen, die helfen, den Arbeitsalltag bewusster und ausgeglichener zu gestalten. Achtsamkeit und kleine Auszeiten sind nicht nur Empfehlungen, sondern essenzielle Bausteine für eine stabile psychische Gesundheit.
Insgesamt zeigt das Lernendenforum eindrücklich, wie wichtig es ist, das Thema psychische Gesundheit aktiv zu verfolgen und den Raum zu schaffen, um darüber zu sprechen. Mit einem starken Netzwerk von Organisatoren wie der Stiftung G’Art, der Hotel & Gastro Union und Gastro Luzern wurde hier ein wichtiger Grundstein gelegt, um das Bewusstsein für Resilienz und Selbstfürsorge unter den zukünftigen Fachkräften der Gastronomie zu fördern.
