Heute ist der 16.06.2026 und die Wellen in der Schweizer Hotellerie schlagen hoch. Gerade hat der Nationalrat am Dienstag den Steuerrabatt für Hotels abgelehnt – ein Schritt, der für viele in der Branche wie ein Schlag ins Gesicht wirkt. Der Sondersatz von 3,8% für die Hotellerie, der seit 30 Jahren besteht, wird nun möglicherweise abgeschafft. Das ist bitter, denn dieser Satz gilt für Übernachtungen und Frühstück und hat sich als stabilisierender Faktor in einem ohnehin schon herausfordernden Markt erwiesen.

Die Finanzpolitiker schätzen, dass dieser Sondersatz jährlich etwa 300 Millionen Franken ausmacht. Doch die Meinungen darüber gehen auseinander. Der Bundesrat argumentierte, dass die Hotellerie die Subventionierung nicht mehr benötige und wollte den Sondersatz bis Ende 2027 auslaufen lassen. Ein Vorstoss von SVP-Ständerätin Esther Friedli zur Verlängerung fand zunächst Unterstützung in der bürgerlichen Mehrheit, doch bei der entscheidenden Abstimmung stimmten nur 33 von 65 SVP-Nationalräten für die Fortführung des Sondersatzes. Die Stimmung hat sich anscheinend gewandelt – prominente Mitglieder der SVP, wie Parteipräsident Marcel Dettling, haben ihre Meinung geändert und lassen die Hotellerie im Regen stehen. Der Widerstand gegen die Verlängerung wird auch mit der Haltung der Hotellerie zu Bürokratie und EU-Abkommen begründet.

Entscheidung des Nationalrats

Die Abstimmung im Nationalrat war klar: mit 105 zu 75 Stimmen und 15 Enthaltungen wurde beschlossen, nicht auf die Vorlage einzutreten. Die Mitte-Partei war die einzige Fraktion, die sich für die Hotellerie stark machte. Der Ständerat wird im September über das Thema entscheiden; dort wurde der ursprüngliche Vorstoss klar mit 37 zu 3 Stimmen angenommen. Doch wie es aussieht, könnte die Sache teurer werden. Wenn der Nationalrat erneut ablehnt, ist die Vorlage gescheitert und die Hotels müssen mit höheren Preisen rechnen – was wohl vor allem ausländische Gäste treffen wird.

Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat klargestellt, dass die Abschaffung des Steuerprivilegs dem Bund jährlich 270 bis 300 Millionen Franken einbringen würde. Diese Mehreinnahmen könnten für die AHV oder die Armee verwendet werden – das klingt gut, aber was ist mit der Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie, die auch einen Auslandsanteil von rund 55% hat und ein bedeutender Exportsektor ist? Dienstleistungen der Hotellerie können nicht einfach ins Ausland verlagert werden, und viele Betreiber sorgen sich um ihre Existenz.

Ein Blick in die Zukunft

Der Sondersatz wurde 1996 eingeführt, um die kriselnde Branche zu unterstützen, und bis jetzt sechsmal verlängert. Die Meinungen im Parlament sind gespalten: Während die Mehrheit den Sondersatz als wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit sieht, halten einige den weiteren steuerlichen Sonderstatus für nicht gerechtfertigt. Der Bundesrat betont, dass sich der Tourismus positiv entwickelt hat, was die Frage aufwirft, ob die Branche tatsächlich noch Unterstützung benötigt. Die Diskussion ist also alles andere als abgeschlossen.

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Die Hotellerie steht an einem Scheideweg, und die nächsten Schritte werden entscheidend sein. Wird es eine Einigung geben? Und wie wird die Branche auf die möglichen Preiserhöhungen reagieren? In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die Schweizer Hotels die Welle der Unsicherheit meistern können. Die Zukunft bleibt spannend – und das nicht immer im positiven Sinne.