Die bayerische Hotel- und Gastronomiebranche steht vor bedeutenden Veränderungen. Gerade hat die Gewerkschaft NGG zum Auftakt der Tarifrunde eine Forderung auf den Tisch gelegt, die man sich nicht entgehen lassen sollte: 7 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten! Dazu kommt ein zusätzlicher Betrag von 100 Euro für Auszubildende in jedem Ausbildungsjahr. Das klingt nach einer echten Verbesserung für viele in der Branche, doch die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bayern), hat bereits ein erstes Angebot unterbreitet, das die NGG abgelehnt hat.

Die erste Verhandlung fand unter den neugierigen Blicken der Branche im neu errichteten Verbandshaus in der Münchner Schwanthalerstraße statt. Hier saßen die Vertreter der NGG und die Tarifkommission des Dehoga Bayern zusammen und berieten sich über die Gehälter. Das Angebot des Dehoga beinhaltete eine Laufzeit von 30 Monaten mit einer schrittweisen Lohnerhöhung: 1,1 Prozent mehr zum 1. Januar 2027 und weitere 0,9 Prozent zum 1. Januar 2028. Außerdem wurden Verbesserungen für Auszubildende versprochen. Doch die Gewerkschaft scheint das nicht ausreichend zu finden.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Verhandlungen

Die Arbeitgeber begründen die lange Laufzeit mit der Notwendigkeit von Planungssicherheit in ungewissen wirtschaftlichen Zeiten. Und das ist nicht unbegründet. Die Branche hat immer noch mit den Nachwirkungen der Coronapandemie zu kämpfen, hohe Energie- und Einkaufskosten sowie die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent machen den Betrieben das Leben schwer. Viele Unternehmen verzeichnen reale Umsatzrückgänge, trotz steigender Gästezahlen in einigen Hotelleriesegmenten. Die Kosten für Personal, Waren und Dienstleistungen bleiben hoch. Daher sieht der Dehoga Bayern kaum Spielraum für Lohnerhöhungen. Man warnt, dass zu hohe Tarifabschlüsse Arbeitsplätze und die Existenz von Betrieben gefährden könnten.

Und doch – die Forderungen der NGG sind nicht ganz aus der Luft gegriffen. Laut Dehoga Bayern sind die tariflichen Entgelte seit Mai 2022 um beeindruckende 33,8 Prozent gestiegen, was im Durchschnitt einer jährlichen Steigerung von 7,68 Prozent entspricht. Damit wurde die Inflation mehr als ausgeglichen. Ein Blick auf die Ausbildungs- und Beschäftigtenzahlen zeigt zudem, dass die Betriebe trotz schwerer Zeiten an ihren Mitarbeitern festhalten und neue Arbeitsplätze schaffen. Ein positiver Aspekt, der nicht unbeachtet bleiben sollte.

Ein neuer Entgelttarifvertrag

Inmitten dieser angespannten Verhandlungen gibt es jedoch auch Lichtblicke. DEHOGA Bayern und die Gewerkschaft NGG haben in München einen neuen Entgelttarifvertrag für das bayerische Gastgewerbe vereinbart. Ab dem 1. August 2024 steigen die Entgelte um 4,9 Prozent, gefolgt von weiteren Erhöhungen in den folgenden Jahren. Das alles gilt bis zum 31. August 2026. Auch die Ausbildungsvergütungen werden angehoben – in jedem Ausbildungsjahr um 100 Euro, weitere 30 Euro ab April 2025 und nochmals 30 Euro ab August 2025. Und das ist noch nicht alles: Beschäftigte und Auszubildende erhalten eine Einmalzahlung von 400 Euro für die Leermonate April bis Juli 2024. Ein kleiner Lichtblick in der oft trüben Realität.

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Die Auszubildenden können sich zudem über das 29-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr freuen und erhalten einen zusätzlichen freien Tag vor den schriftlichen Prüfungen. Diese Maßnahmen zeigen, dass man die junge Generation nicht vergisst – ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Branche.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Seiten weiterhin angespannt sind. Beide Parteien haben sich entschieden, sich vorerst intern zu beraten, bevor die Gespräche Mitte November 2026 fortgesetzt werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird, und ob ein Kompromiss gefunden werden kann, der die Interessen der Beschäftigten mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Betriebe in Einklang bringt. Die Branche bleibt also spannend!