Thailand: Hotelbranche kämpft mit Rückgang der Besucherzahlen und steigenden Reisekosten
Die Hotelbranche in Thailand schaut auf eine bevorstehende Hochsaison mit gemischten Gefühlen. Man könnte sagen, die Vorfreude ist getrübt – und das hat seine Gründe. Die Rückläufigkeit der Besucherzahlen aus den ASEAN-Staaten, die Folgen der jüngsten Überschwemmungen, steigende Reisekosten und die geplanten zusätzlichen Reiseabgaben werfen dunkle Schatten auf die Optimismus-Welle. Besonders auffällig: Laut dem Hotelverband ist die Zahl der Besucher aus den ASEAN-Staaten um etwa 20 Prozent gesunken. Ein echter Dämpfer für die Branche!
Die vielen Herausforderungen sind nicht zu übersehen. Der THA-Präsident Thienprasith Chaiyapatranun hat es auf den Punkt gebracht: Für das vierte Quartal 2026 rechnet er mit einem Tourismusniveau, das etwa auf Vorjahreshöhe liegen wird. Das klingt fast wie eine gute Nachricht, aber nur fast. Besonders die niedrigen Hotelkategorien warten weiterhin auf eine spürbare Erholung. Während Vier- und Fünf-Sterne-Hotels vergleichsweise gute Vorausbuchungen verzeichnen, bleibt der Rest der Branche in der Warteschleife. Und das ist noch nicht alles – die Überschwemmungen in vielen Landesteilen schmälern die touristische Nachfrage zusätzlich.
Herausforderungen durch steigende Kosten
Die steigenden Reisekosten sind ein weiterer Belastungsfaktor. Die THA kritisiert die Pläne für zusätzliche Abgaben auf internationale Reisen, darunter eine geplante Touristengebühr von 450 Baht bei der Einreise und eine Ausreisesteuer von zunächst 1.000 Baht pro internationaler Ausreise. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die gesamten reisebezogenen Abgaben könnten laut Verband zwischen 2.570 und 3.000 Baht pro Person liegen! Viele internationale Urlauber klagen bereits über die hohen Kosten eines Thailand-Aufenthalts. Das könnte preisbewusste Reisende zu anderen Zielen treiben, und das ist ein echter Schock für die Branche.
Besonders betroffen wären Besucher aus den angrenzenden asiatischen Ländern, für die der Gesamtpreis oft das entscheidende Kriterium beim Buchen ist. Die THA stellt auch die Begründung für die Touristengebühr infrage. Unbezahlte Krankenhausrechnungen ausländischer Staatsangehöriger, die das Gesundheitsministerium auf rund sieben Milliarden Baht jährlich beziffert, sind ein heißes Eisen. Man könnte sagen, die Argumentation ist nicht ganz schlüssig – schließlich sind viele der genannten Nationalitäten aus Myanmar, Kambodscha und Laos eher Arbeitskräfte als Touristen.
Der Inlandstourismus leidet
Apropos Geld: Der Inlandstourismus ist ebenfalls schwächer. Viele thailändische Haushalte müssen ihr Geld für die Reparatur beschädigter Häuser und Fahrzeuge ausgeben. Es ist eine verzwickte Situation. Zudem ist die Buchungslage von Hotel zu Hotel unterschiedlich – während die Luxushotels florieren, kämpfen die kleineren Betriebe ums Überleben. Eine große staatliche Werbe- oder Förderkampagne könnte jetzt helfen, doch man befürchtet, dass es dafür bereits zu spät ist.
Die THA hat den Generaldirektor des Revenue Department schriftlich aufgefordert, die Pläne für die Ausreisesteuer zu überdenken oder ganz aufzugeben. In Zeiten, in denen eine stabile Nachfrage für den wirtschaftlichen Betrieb internationaler Streckennetze wichtig ist, könnte eine solche Steuer fatale Folgen für den Flugverkehr haben. Man spricht von einem Rückgang der Nachfrage nach internationalen Flügen ab Thailand, geringeren Wirtschaftlichkeit bestehender Verbindungen und möglicherweise höheren Ticketpreisen. Wer will das schon?
Ein Blick in die Zukunft
Die Unsicherheit bleibt. Ob und in welcher Form die geplanten Abgaben eingeführt werden, bleibt ungewiss. Die THA fordert eine transparente Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen und alternative Finanzierungsmodelle ohne zusätzliche Belastungen für Reisende. Es ist klar, dass wir uns in einer kritischen Phase befinden, und die Branche schaut mit bangen Herzen auf die Entwicklungen. Wir sind gespannt, wie die touristische Landschaft in den kommenden Monaten aussehen wird und ob die thailändische Regierung das Ruder herumreißen kann, um dem Tourismussektor wieder frischen Wind zu verleihen.
