Es gibt Hoteldirektoren und es gibt Oliver Schmidt. An der Ostsee, genauer gesagt in Ahrenshoop, führt er das Luxushotel „The Grand“. Und der Mann, der das Steuer in der Hand hat, ist alles andere als ein klassischer Vertreter seiner Zunft. Wenn man ihn sieht, denkt man eher an einen Rocker auf einem schweren Motorrad als an einen Anzugträger mit Krawatte. Stattdessen trägt er Jeans und Turnschuhe, hat einen Bart und Tattoos, die seine Lebensgeschichte erzählen. Ehrlich gesagt, das ist erfrischend.

Schmidt, der 2012 das Hotel übernahm, hatte damals keine Erfahrung in der Hotellerie. Aufgewachsen auf der Insel Poel, begann er seine Karriere als Elektriker. Die Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 brachte eine Welle neuer Möglichkeiten, die er mit einem Motorrad auskostete, das ihn in den Westen brachte – und mit einem Schokoriegel und einer Cola in der Hand. Die Gründung einer Großraumdiskothek in einem alten LPG-Gebäude folgte, allerdings mit einem tiefen Fall in die Insolvenz. Doch Aufgeben war nie sein Ding; er startete immer wieder neu, mit einer Leidenschaft, die man ihm ohne Zweifel anmerkt.

Ein unorthodoxes Führungsmodell

„The Grand“ ist nicht nur ein Hotel, sondern auch ein Ort, an dem Schmidt sein unkonventionelles Konzept der Gastfreundschaft lebt. Gäste dürfen in den Design-Sesseln der Lobby einschlafen, was für ihn ein Zeichen des Wohlbefindens ist. Manche Gäste sind anfangs skeptisch, wenn sie bei Beschwerden nach dem Direktor fragen und dann den tätowierten Schmidt vor sich sehen. Doch genau das ist der Punkt: Er führt das Hotel so, wie er selbst als Gast behandelt werden möchte. Und das kommt an. Laut seiner Mitarbeiterin Lucy Röder, die in einem Interview auch auf die Digitalisierung des Hotels einging, spürt man die positive Atmosphäre, die in den Wänden von „The Grand“ herrscht.

Schmidts Ansatz hinterfragt traditionelle Geschäftsmodelle. Er denkt anders und zeigt Verständnis für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mitarbeitende sieht er nicht als Ressourcen, sondern als Teil eines wertvollen Teams. Das schafft eine Atmosphäre, in der man gerne arbeitet und auch die Gäste spüren das. „Manchmal denken die Leute, ich bin nur der Motorrad-Typ“, sagt er mit einem Lächeln, „aber ich bin auch derjenige, der dafür sorgt, dass das Hotel läuft.“

Ein Stück Heimat und mehr

In einer Reportage, die dem NDR entsprang, wird Schmidt in verschiedenen Szenen begleitet – bei der Kontrolle in der Hotelküche, bei einer Käseverkostung und sogar in einem Tattoo-Studio. Das gibt einen interessanten Einblick in sein Leben. Es zeigt, dass er nicht nur Hoteldirektor ist, sondern auch ein Mensch mit vielen Facetten. Seine Heimatinsel Poel spielt ebenfalls eine große Rolle in seinem Leben und somit auch in der Philosophie des Hotels.

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Die Herausforderungen, mit denen Schmidt konfrontiert wird, sind vielfältig. In der internationalen Hotelbranche ist es wichtig, kulturelle Unterschiede zu verstehen und zu berücksichtigen. Empathiefähigkeit und kulturelle Sensibilität sind unerlässlich. Schmidt und sein Team setzen auf Kommunikation und Verständnis, um diese Unterschiede zu überbrücken – eine wichtige Grundlage für den Erfolg in einem zunehmend globalisierten Markt.

Am Freitag, den 23. Oktober 2026, wird die NDR-Reportage über Oliver Schmidt um 11:55 Uhr ausgestrahlt. Es ist eine Gelegenheit, einen Mann kennenzulernen, der die Hotellerie auf seine ganz eigene Art und Weise lebt und dabei den Gästen unvergessliche Erlebnisse bietet.