In der heutigen Zeit stehen viele Hotels in der DACH-Region vor einer echten Herausforderung. Leerstehende Hotels sind nicht nur ein finanzielles Ärgernis, sie verlieren auch an Sichtbarkeit und können für Eigentümer ein echtes Problem darstellen. Gerade in einem Umfeld, das von Sanierungen und Neupositionierungen geprägt ist, haben es viele Betreiber schwer, ihre Häuser am Laufen zu halten. Doch genau hier kommt die b_smart hospitality group ins Spiel. Sie haben die temporäre Zwischennutzung von Hotels als neues Geschäftsfeld entdeckt. CEO Lukas Fritschi erklärt, dass solche Betriebslösungen durchaus wirtschaftlich sinnvoll sein können.
Die Idee der Zwischennutzung bedeutet konkret, dass Immobilienbesitzer für einen begrenzten Zeitraum nach einem Betreiber suchen, der das Hotel weiterführt. Das ist nicht nur clever, sondern bietet auch einige Vorteile: Die Immobilie bleibt belebt, generiert Erträge und bleibt sichtbar. Ein Beispiel dafür ist der Aarauerhof in Aarau, den b_smart seit 2021 betreibt. Hier wird sogar das Nebengebäude genutzt, um zusätzliche Frequenz zu generieren. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn viele Hotels haben mit einem Investitionsstau zu kämpfen, weil sie stark in die Jahre gekommen sind.
Wirtschaftliche Flexibilität und innovative Ansätze
Die b_smart hospitality group hat sich darauf spezialisiert, ältere Hotels unter eigenen Marken zu führen und somit ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Neulich übernahmen sie das Neuchâtel City Hotel im April und suchen nun nach einer gastronomischen Ergänzung. Das Geschäftsmodell setzt auf Flexibilität und operative Effizienz, was in der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Hotellerie besonders wichtig ist. Mit einem geringen Personalbedarf, der hauptsächlich auf Housekeeping beschränkt ist, können sie Hotels auch in schwierigen Situationen wirtschaftlich führen.
Aber wie sieht es mit den Herausforderungen aus? Der Merian Hotel Basel wird bis März 2026 betrieben, ohne dass während der Betriebszeit umfassende Sanierungsarbeiten stattfinden. Das zeigt, wie wichtig die Voraussetzungen für Zwischennutzungen sind: Das Hotel muss betriebsbereit sein und über das notwendige Inventar verfügen. Was oft übersehen wird, sind die Faktoren Lage, Nachfrage und Synergien, die entscheidend für die Wirtschaftlichkeit von Zwischennutzungen sind.
Ein Blick auf den Hotelmarkt 2025
Ein Blick in die Zukunft offenbart, dass die deutsche Hotellerie sich in einem konjunkturellen Umfeld befindet, das alles andere als einfach ist. Laut der Veröffentlichung der 24. Ausgabe des Branchenreports „Hotelmarkt Deutschland 2025“ gibt es zwar einen Anstieg bei der Zimmerauslastung, dem Durchschnittspreis und RevPAR im Jahr 2024, doch die realen Umsätze der klassischen Hotellerie liegen weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Inflation, hohe Betriebskosten und regulatorische Einschränkungen setzen den Betreibern zu.
Dennoch gibt es einen Funken Optimismus: Der Tourismus wird als Impulsgeber für die Wirtschaft angesehen, und die Hotellerie könnte sich als Innovationsmotor in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit erweisen. Auch wenn die Zwischennutzung nur einen kleineren Teil des Portfolios von b_smart ausmacht, wächst die Nachfrage nach flexiblen Lösungen. Die Herausforderungen sind groß, doch die Chancen, die sich aus kreativen Betriebsmodellen ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Es bleibt spannend, wie sich die Branche entwickeln wird!