The Home Hotel eröffnet in Zürich als kreatives Zentrum der Dada-Bewegung
In Zürich, der Wiege der Dada-Bewegung, hat ein neues Hotel seine Türen geöffnet, das Geschichte lebendig werden lässt. The Home Hotel ist nicht nur ein Ort zum Übernachten, sondern ein kreatives Zentrum, das die künstlerischen Wurzeln der Stadt aufgreift. Die Renovierung der ehemaligen Papierfabrik, in der das Hotel untergebracht ist, hat ganze zwölf Monate in der Planung und acht Monate in der Umsetzung gebraucht, aber das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Mit seiner Eröffnung im August 2024 hat das Hotel einen Ort geschaffen, an dem Kunst und Design in einem harmonischen Miteinander verschmelzen.
Die Gestaltung des Hotels ist ein echter Augenschmaus: satte Farben, verspielte Muster, ein Materialmix und zahlreiche Kunst- und Dekorationselemente ziehen die Gäste sofort in ihren Bann. Inspiriert von der Dada-Bewegung, die 1916 in Zürich ihren Anfang nahm und die traditionellen Kunstvorstellungen in Frage stellte, begegnet man hier Collagen, Lautgedichten und sogar einer Prise Nonsens. Die Eigentümer, Günter und Manfred Weilguni, haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Künstlerische und Verspielte der Dada-Bewegung im Hotel weiterleben zu lassen. Sie arbeiteten eng mit dem Designer Erik Nissen Johansen vom Studio Stylt Trampoli zusammen, um ein Konzept zu entwickeln, das Kontraste und ungewöhnliche Kombinationen feiert.
Ein kreatives Erlebnis für alle Sinne
Das Hotel selbst ist ein Ort der Begegnung und des kreativen Austauschs. In Zusammenarbeit mit dem Cabaret Voltaire, dem Geburtsort der Dada-Bewegung, werden regelmäßig Lesungen und Performances veranstaltet. So wird das Hotel zu einer Bühne für Kunst und Design sowie einem Treffpunkt für lokale und internationale Kreative. Neben den kulturellen Veranstaltungen ist auch die Atmosphäre im Hotel einzigartig. In den öffentlichen Bereichen laden Sofas zum Verweilen ein, während einige Zimmer mit Kochnischen ausgestattet sind, die zum Ausprobieren einladen.
Ein weiteres Highlight ist die Living Room Bar, in der es von Donnerstag bis Samstagabend DJ-Sessions gibt. Hier könnte man fast meinen, man sei in einem angesagten Club gelandet. Und das Restaurant Loulou hat kürzlich sein Konzept geändert: Unter der Regie von Küchenchef Davide Cretoni dreht sich nun alles um italienische Klassiker und hausgemachte Pasta. Vorher gab es französische Küche – aber die neue Ausrichtung scheint gut anzukommen. Rund 70 Prozent der Gäste im Restaurant sind von außerhalb und sorgen so für eine lebendige Atmosphäre, die das Hotel zu einem beliebten Treffpunkt für die Nachbarschaft und umliegende Büros macht.
Ein Hauch von Geschichte
Die Renovierung des Hotels hat dabei die industrielle Geschichte des Gebäudes und die denkmalgeschützten Elemente wunderbar in die Gestaltung integriert. Betonsäulen wurden nicht einfach versteckt, sondern durch Beleuchtung und Begrünung in Szene gesetzt. Glasbausteine und der originale Terrazzoboden erinnern an die frühere Nutzung der Papierfabrik und verleihen dem Hotel einen ganz besonderen Charme. 116 Zimmer und 16 Suiten stehen den Gästen zur Verfügung, und in den oberen Stockwerken findet sich ein Coworking Space, der von Office Lab betrieben wird, sowie mehrere Konferenzräume. Wer sich nach einem langen Tag entspannen möchte, hat zudem exklusiven Zugang zum Fitnesspark Sihlcity.
Die Eigentümer, die bereits Erfahrung in der Hotellerie gesammelt haben, bringen nicht nur ein Gespür für Design, sondern auch ein tiefes Interesse an ungewöhnlichen Konzepten mit. Ihre Vision für The Home ist es, den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten, das sowohl die Vergangenheit ehrt als auch einen Blick in die Zukunft wagt. Wer mindestens sieben Nächte bleibt, darf sich sogar über ein Buch des Verlags Kein & Aber freuen – eine kleine, aber feine Geste, die den Aufenthalt noch bereichert.
Das Hotel hat von Januar bis September 2026 eine Auslastung von 83 Prozent erreicht. Das spricht für sich – und zeigt, dass der kreative Ansatz von The Home bei den Gästen ankommt. Hier wird nicht nur übernachtet, hier wird erlebt. Und in einem Ort, der so viel Geschichte atmet, wird jeder Aufenthalt zu einem besonderen Kapitel. Es bleibt spannend, wie sich The Home weiterentwickeln wird, und welche Geschichten hier noch geschrieben werden.
