In der malerischen Kulisse von Grindelwald arbeiten Carole Hauser und ihr Bruder Philip Hand in Hand im Familienbetrieb Hotel Belvedere. Die beiden Geschwister haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Traditionen ihrer Familie in der vierten Generation weiterzuführen. Doch gleichzeitig scheuen sie sich nicht davor, neue Wege zu beschreiten. Im Waldhuus Bellary experimentieren sie mit frischen Konzepten, die einen jungen und unkomplizierten Ansatz verfolgen. Hier gibt es keinen Fernseher in den Zimmern – und das, ohne dass es zu Reklamationen gekommen wäre. Ein mutiger Schritt, der zeigt, wie man auch in der Hotelbranche mit einer modernen Ausrichtung punkten kann!

Das Belvedere strahlt Ruhe, Genuss und klassische Gastlichkeit aus. Im Gegensatz dazu steht das Bellary, das die jüngere Klientel ansprechen möchte. Während Carole und Philip versuchen, diese beiden Welten miteinander zu verbinden, wird Carole oft in ihrem Engagement unterschätzt. Trotz ihrer aktiven Rolle in der Verbandsleitung von HotellerieSuisse fühlt sie sich manchmal nicht ernst genommen. Das ist in der männerdominierten Welt der Familienunternehmen, die laut einer Studie der AllBright Stiftung nur einen Frauenanteil von 13% in Führungspositionen aufweisen, nicht überraschend.

Frauen in Führungspositionen

Der Mangel an Diversität in den 100 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen ist auffällig. Während Dax-Unternehmen im Schnitt mehr Frauen an die Spitze setzen, liegt der Frauenanteil in den Familienunternehmen, zu denen auch das Belvedere zählt, bei gerade einmal 11,1% in nicht-börsennotierten Firmen. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass seit März 2024 nur 17% der Neurekrutierungen in Geschäftsführungen weiblich sind. Ein klarer Handlungsbedarf, den auch Carole Hauser erkannt hat.

Sie setzt sich aktiv für die Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen ein und empfiehlt Kolleginnen, wenn sie selbst einmal nicht die Zeit findet, Anfragen anzunehmen. Ihr Engagement ist ein Lichtblick in einer Branche, die oft von Traditionen geprägt ist. So kann man sich fragen: Wie viele talentierte Frauen werden in diesen Strukturen übersehen? Der Geschäftsführer der Allbright-Stiftung hat es auf den Punkt gebracht: Chancengleichheit und Vielfalt sind notwendig, um die Zukunft der Unternehmen zu sichern.

Der Wandel in Familienunternehmen

Der Frauenanteil in den Führungsetagen der 100 umsatzstärksten Familienunternehmen ist zwar leicht angestiegen – von 12,6% vor zwei Jahren auf 16,6% im März 2024 – bleibt aber dennoch auf niedrigem Niveau. Bei DAX-Unternehmen liegt dieser Wert bei 19%. Hier zeigt sich, dass mehr Transparenz und der Einfluss familienfremder Akteure oft mit einem höheren Frauenanteil korrelieren. Carole Hauser ist ein gutes Beispiel für den Wandel, den die Branche dringend benötigt.

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Es ist jedoch nicht alles schwarz-weiß. Während einige große Familienunternehmen, wie Fressnapf und die Schwarz-Gruppe, keine Frauen in der Geschäftsführung haben, gibt es auch positive Beispiele wie das Bankhaus Metzler, das von Geschwistern geleitet wird, oder VAUDE, ein Outdoor-Ausstatter mit 50% weiblichen Führungskräften. Diese Unternehmen zeigen, dass es anders geht und Frauen in Führungspositionen nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich sind.

Die Herausforderungen sind zahlreich, doch mit einem Generationenwechsel in vielen Familienunternehmen könnte sich eine neue Chance bieten, um mehr Frauen in Führungsrollen zu integrieren. Die Hotelbranche, die traditionell stark von Familienunternehmen geprägt ist, könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Wer weiß, vielleicht wird Carole Hauser bald nicht mehr unterschätzt, sondern als eine der wichtigen Stimmen in der Hotellerie wahrgenommen – und das ist mehr als verdient!