Heute ist der 28.06.2026 und die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür. Millionen Fußballfans werden in den USA, Kanada und Mexiko zusammenkommen, um ihre Mannschaften zu unterstützen. Allein New York rechnet mit rund 1,2 Millionen Besuchern. Ein aufregendes Spektakel, das nicht nur für die Fans, sondern auch für die Gastronomie und Hotellerie eine besondere Herausforderung darstellt.

Die Trinkgeldkultur in den USA ist für viele Europäer ein Mysterium. Während hierzulande Trinkgeld oft als freiwillige Geste angesehen wird, ist es dort ein fester Bestandteil des Einkommens von Servicekräften. Viele Gäste hinterlassen kein oder nur sehr wenig Trinkgeld, was die Servicekräfte frustriert. Ein großes Problem, da der gesetzliche Mindestlohn für Servicekräfte in vielen Bundesstaaten unter dem normalen Mindestlohn liegt. Die übliche Trinkgeldhöhe variiert zwischen 15 und 20 Prozent der Rechnung – und Kleinbeträge werden oft nicht als echtes Trinkgeld wahrgenommen.

Trinkgeldregeln und kulturelle Missverständnisse

In den WM-Austragungsstädten kann es noch komplizierter werden. Einige Restaurants schlagen automatisch 20 Prozent Gratuity auf die Rechnung auf. Das bedeutet, dass kein zusätzliches Trinkgeld erforderlich ist, auch wenn viele ausländische Gäste dies nicht wissen. Anne Calimano, Mitinhaberin eines Salons in Manhattan, hat bereits bemerkt, dass das Trinkgeld während der WM zurückgeht. Das kulturelle Missverständnis ist groß, und auch Maria Radinger empfiehlt, als Gast nach den lokalen Gepflogenheiten zu fragen. Louise Daggett hat in ihrem Pub damit begonnen, den Gästen die Trinkgeldpraxis zu erklären, um Missverständnissen vorzubeugen.

Die Trinkgeldkultur weltweit variiert stark. In Kanada ist sie ähnlich wie in den USA, mit 15 bis 20 Prozent in Restaurants. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Trinkgeld moderat und freiwillig, aber sozial erwartet – etwa 5 bis 10 Prozent in Restaurants. Wer Taxis nutzt, rundet üblicherweise auf, und in Hotels sind 1 bis 2 Euro pro Nacht für die Zimmerreinigung gängig.

Einblicke in die internationale Trinkgeldpraxis

In vielen Ländern Europas, wie Frankreich und Italien, ist das Trinkgeld oft bereits im Preis enthalten. In Skandinavien hingegen sind Trinkgelder praktisch unnötig. Die Menschen dort runden einfach auf. In Japan gilt Trinkgeld sogar als unhöflich – hier wird die Rechnung ohne zusätzliche Geste beglichen. In Südostasien hingegen variiert es stark: In Thailand wird Aufrunden geschätzt, während in Vietnam Trinkgeld zwar nicht erwartet, aber dennoch gerne gesehen wird.

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Interessanterweise gibt es auch in Lateinamerika ein breites Spektrum an Trinkgeldgepflogenheiten. In Mexiko beispielsweise wird ein Trinkgeld von 10 bis 15 Prozent erwartet, während in Argentinien und Kolumbien die Gäste ebenfalls um einen kleinen Aufschlag gebeten werden. In vielen Ländern des Nahen Ostens, wie den VAE oder Saudi-Arabien, sind 10 bis 15 Prozent in Restaurants gängig.

Praktische Tipps für Reisende

Reisenden wird geraten, sich vorab über die Trinkgeldgepflogenheiten des jeweiligen Landes zu informieren. Einheimische zu beobachten kann ebenfalls helfen, das richtige Verhalten zu erlernen. Es ist ratsam, lokale Währungen in kleinen Stückelungen bereit zu halten, um die Gepflogenheiten vor Ort zu respektieren und Missverständnisse zu vermeiden.

Trotz der Herausforderungen, die die Trinkgeldsituation mit sich bringt, überwiegt bei den Servicekräften die Vorfreude auf das Event. Die WM 2026 wird sicher ein aufregendes Erlebnis für alle Beteiligten. Vielleicht können die Gäste – egal woher sie kommen – durch ein wenig Aufmerksamkeit und Respekt gegenüber den lokalen Gepflogenheiten dazu beitragen, dass ihr Aufenthalt unvergesslich wird. Schließlich geht es nicht nur um das Spiel, sondern auch um die Menschen, die es möglich machen.