Wiederaufbau nach dem Inferno: Hotel Klosterbräu kämpft um neue Zukunft
Es ist eine herausfordernde Zeit für das Hotel Klosterbräu in Seefeld, Tirol. Nach einem verheerenden Großbrand im April, der während Umbauarbeiten und einer saisonalen Betriebspause ausbrach, hat der Wiederaufbau begonnen. Der Brand brach im Dachstuhl aus und forderte das beherzte Eingreifen von rund 400 Feuerwehrkräften, die über 14 Stunden gegen die Flammen kämpften. Am Folgetag um 10:00 Uhr konnte „Brand aus“ gemeldet werden. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, aber der Sachschaden ist enorm – geschätzt im zweistelligen Millionenbereich.
Die Tiroler Landesstelle für Brandverhütung vermutet, dass das Feuer im Zusammenhang mit den Renovierungsarbeiten steht. Das Landeskriminalamt sowie das Bundeskriminalamt führen weitere Ermittlungen durch, wobei Brandstiftung ausgeschlossen wurde. Die Schäden sind weitreichend: Rund 35 Zimmer, Fitness- und Meetingräume sowie Teile des Dachs und die Photovoltaikanlage wurden zerstört. Auch Löschwasser hat etwa 20 Zimmer, die Hotelhalle und Aufenthaltsbereiche stark beschädigt. Positive Nachrichten gibt es immerhin für die geretteten Bereiche: Das Haupthaus mit 50 Zimmern, die alte Gewölbe, die Küche, der Wellnessbereich und der historische Weinkeller blieben heil.
Wiedereröffnung in Sicht
Die Eigentümer planen die Wiedereröffnung des Hotels am 1. Dezember 2026. Doch es bleibt abzuwarten, ob dies unter den gegebenen Umständen realisierbar ist. Möglicherweise wird das Hotel zunächst mit weniger Zimmern und ohne bestimmte Teilbereiche wiedereröffnet, die in einer zweiten Baustufe 2027 fertiggestellt werden könnten. Der Wiederaufbau gliedert sich in 17 Projekte, die nach Dringlichkeit priorisiert werden. Geplant sind auch Modernisierungen, darunter eine Erweiterung des Wellnessbereichs um ein Spa für Erwachsene, die Aufstockung um 11 Zimmer und die Errichtung eines Naturbadeteichs.
Für die etwa 150 betroffenen Mitarbeiter wurden individuelle Lösungen gefunden. Einige arbeiten nun in der Administration oder bei den Aufräumarbeiten. Es war eine Herausforderung, aber viele Arbeitskräfte konnten in Seefeld und Umgebung untergebracht werden, sodass sie in Mitarbeiterhäusern wohnen bleiben konnten. Das Unternehmen hofft, zur Wiedereröffnung im Winter mit einem Großteil des Stammteams starten zu können.
Evakuierung und Gefahrenlage
Der Brand hatte jedoch auch unmittelbare Folgen für die Umgebung. Rund 150 Personen aus benachbarten Hotels mussten evakuiert werden. Sie fanden vorübergehend Unterkunft in der WM-Halle und wurden später auf andere Hotels verteilt. Auch umliegende Lokale mussten für eine gewisse Zeit geschlossen bleiben. Einige Personen benötigten medizinische Versorgung – eine wegen eines Sturzes, fünf wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung. Die Bilder von dichtem Rauch und meterhohen Flammen waren erschreckend. Glücklicherweise konnte die Gefahr für umliegende Gebäude, insbesondere die benachbarte Kirche, gebannt werden. Bürgermeisterin Andrea Neuner gab Entwarnung: Die Kirche ist in Ordnung, die Orgel wurde sogar bespielt!
Die Löscharbeiten vor Ort dauerten eine ganze Weile, und die Feuerwehr hatte Schwierigkeiten, ins verrauchte Gebäude vorzudringen. Es war eine dramatische Situation, die alle Beteiligten auf die Probe stellte. Aber jetzt, wo die Aufräumarbeiten im Gange sind und der Wiederaufbau beginnt, kann man nur hoffen, dass das Hotel Klosterbräu bald wieder in neuem Glanz erstrahlen wird.
