Zukunft gestalten: Die Ausbildung im Gastgewerbe neu denken
In der heutigen Zeit, wo die Hotellerie und Gastronomie mehr denn je auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen sind, tut sich einiges in der Ausbildung. Das Projekt «Gastgewerbliche Berufsbildung 2030» von Hotel & Gastro formation Schweiz hat sich auf die Fahne geschrieben, den Berufsnachwuchs langfristig zu sichern. Die Reaktionen auf die Herausforderungen der Branche sind vielfältig und vielversprechend. Es wird ein strukturiertes Vorgehen in der Berufsentwicklung gefordert – und das nicht ohne Grund. Denn immerhin haben über 6.000 Rückmeldungen von verschiedenen Anspruchsgruppen gezeigt, dass es an der Zeit ist, die Ausbildung neu zu denken!
Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie die Bedürfnisse der Branche in die Ausbildung einfließen. Die Umfrageergebnisse zeigen klar: Arbeitszeiten sind kein Hindernis, solange die Freizeit planbar ist. Außerdem legen die Befragten großen Wert auf ein gutes Arbeitsklima und Wertschätzung. Ein Wunsch nach einer generalistischen Grundbildung, bevor es in die Spezialisierung geht, ist ebenfalls deutlich zu erkennen. Diese Erkenntnisse sind nicht einfach nur Zahlen – sie spiegeln die Realität und die Wünsche der zukünftigen Fachkräfte wider.
Neuer Schwung für die Ausbildung
Und es geht weiter! Seit dem 1. August 2022 gelten modernisierte Ausbildungsordnungen für gleich sechs Berufe im Gastgewerbe. Die Ausbildungen wurden nicht nur modernisiert, sondern auch mit neuen Schwerpunkten angereichert. Flexibilität, interkulturelle Kommunikationsfähigkeit und Organisationstalent sind nun unerlässliche Kompetenzen. Vor allem die Ausbildung zum Koch oder zur Köchin hat frischen Wind bekommen – Inhalte zu Ernährungsgewohnheiten und Nachhaltigkeit wurden integriert. Und das ist auch gut so! Gastorientierung und die Zufriedenheit der Gäste bleiben schließlich zentrale Aspekte in der gesamten Branche.
Die neuen Ausbildungsinhalte sind nicht nur theoretisch, sondern bieten auch praktische Umsetzungshilfen. Publikationen, die von Experten aus der Praxis verfasst wurden, enthalten alles von didaktischen Hinweisen bis hin zu Ausbildungsnachweisen. Und das Beste: Die Materialien sind kostenlos als PDF verfügbar! So wird sichergestellt, dass die neuen Inhalte nicht nur in den Schulen, sondern auch in den Betrieben angekommen.
Qualität entscheidet über Zukunft
In einer Zeit, in der Digitalisierung und neue Gästebedürfnisse die Jobanforderungen verändern, wird die Qualität der beruflichen Bildung entscheidend für den Erfolg eines Betriebs. Die Herausforderungen sind groß: Der demografische Wandel reduziert das Angebot an Nachwuchskräften, während die Akademisierung den Wettbewerb um junge Talente anheizt. Ein Qualitätsmonitoring ist daher unerlässlich, um Ausbildungsinhalte messbar zu machen und den stetigen Wandel der Branche zu begleiten.
Aber das ist nicht nur ein Problem der Betriebe – auch die Auszubildenden profitieren von einer hochwertigen Ausbildung. Stabilere Beschäftigungsperspektiven, bessere Aufstiegschancen und eine internationale Vergleichbarkeit von Qualifikationen sind nur einige Vorteile, die gut ausgebildete Fachkräfte erwarten dürfen. Es ist klar: Die Verbindung zwischen beruflicher Bildung und gesellschaftlicher Integration ist wichtiger denn je, besonders in einer Branche, die einen hohen Anteil an Beschäftigten mit Migrationshintergrund aufweist.
Die Zukunft der Hotellerie und Gastronomie wird durch die Qualität der Ausbildung entscheidend geprägt. Betriebe sollten aktiv die Ausbildungsqualität überprüfen, moderne Inhalte integrieren und Betrieb sowie Berufsschule enger verzahnen. Denn eines ist sicher: Ausbildung endet nicht mit der Abschlussprüfung. Es bleibt spannend, was die kommenden Jahre bringen werden – sowohl für die Branche als auch für die Fachkräfte von morgen.
