Heute ist der 20.07.2026 und die Hotelbranche in Deutschland steht vor spannenden Herausforderungen. In Dortmund ist das Herz der Hotelausbildung am Puls der Zeit, während die angehende Hotelfachfrau Lina Peters sich auf die Landesmeisterschaft vorbereitet. Mit ihren 19 Jahren gehört sie zu den Besten ihres Jahrgangs. Doch inmitten der Aufregung gibt es auch ernste Themen. Lina, die mit Leidenschaft und dem Wunsch, Menschen glücklich zu machen, in der Branche arbeitet, ist ein rares Beispiel für die Zukunft des Hotelgewerbes. Denn Auszubildende wie sie sind in der Branche Mangelware, und die Ausbildungszahlen kämpfen nach der Corona-Pandemie um ein Comeback.

In einem aktuellen Gespräch, das in der Sendung „Lokalzeit aus Dortmund“ ausgestrahlt wurde, äußerte Ruth Maria Winterwerp-van den Elzen vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, dass es zwar ein positives Wachstum bei den Ausbildungszahlen gibt, die Situation jedoch weiterhin angespannt bleibt. Auch in der Gastronomie ist der Mangel an Auszubildenden deutlich spürbar, selbst wenn sich die Lage leicht verbessert hat. Der Druck in der Küche bleibt hoch, aber Auszubildende wie Mitja Jesko Menne und Paulina Heuser sind bereit, ihn anzunehmen. Paulina beschreibt ihre Arbeit als energiegeladen, voller Freude und Herzblut. Man spürt ihre Begeisterung förmlich.

Der Fachkräftemangel im Hotelgewerbe

Doch der Fachkräftemangel bleibt ein kniffliges Thema. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen, die qualifizierte Fachkrafttätigkeiten suchen, ist auf die Hälfte des Vor-Corona-Werts gesunken. Gleichzeitig sind die offenen Stellen gestiegen, aber sie liegen immer noch unter dem Wert vor der Pandemie. In den Hotel- und Gaststättenberufen hat sich die Zahl der Wechsel aus anderen Berufen stark verringert. 2019 waren es noch 126.000 Wechsel, 2021 jedoch nur noch 74.000. Ein besorgniserregender Trend, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Bewerber für Ausbildungsstellen in diesen Berufen von 33.000 im Jahr 2009 auf nur 12.000 im Jahr 2022 gesunken ist. Da fragt man sich doch, wo die ganzen Talente geblieben sind!

Die unbesetzten Ausbildungsstellen sprechen Bände: Zwischen 18,3% bis 21,5% der angebotenen Plätze bleiben leer. Das ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass der Durchschnitt in anderen Berufen bei nur 12,6% liegt. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen Experten, die Berufe attraktiver zu gestalten. Themen wie Beschäftigungssicherheit, Perspektiven und eine ausgewogene Work-Life-Balance müssen stärker in den Vordergrund gerückt werden. Es ist höchste Zeit, dass die Branche sich neu erfindet und die Ausbildungsplätze für junge Menschen wieder interessant macht.

Die Realität für Auszubildende

Der DGB Ausbildungsreport 2025 wirft einen erhellenden Blick auf die Ausbildungsbedingungen in der Hotellerie und Gastronomie. Niedrige Ausbildungsvergütungen, viele Überstunden und eine hohe Abbruchquote belasten die angehenden Fachkräfte. Im Durchschnitt sind nur 60% der Hotelfachleute und 63% der Köche mit ihrer Ausbildung zufrieden – im Vergleich zu 71,6% in anderen Berufen. Das klingt nicht gerade nach einer Erfolgsstory, oder? Die Abbruchquote im Gastgewerbe liegt über 50%, was mehr als alarmierend ist. Viele Auszubildende finden sich in einem Hamsterrad wieder, in dem sie oft unter einem enormen Druck stehen.

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Die Überstunden sind ein weiteres Thema: 50,6% der Köche und 41% der Hotelfachleute leisten regelmäßig Überstunden. Häufig überschreitet die wöchentliche Ausbildungszeit das gesetzlich zulässige Maß, und das sogar bei Minderjährigen. Es ist kaum zu fassen, dass Auszubildende oft mit ausbildungsfremden Tätigkeiten beschäftigt werden und dabei die notwendige fachliche Anleitung fehlt. Die Ausbildungsvergütung bleibt im Vergleich zu anderen Berufen unterdurchschnittlich – im dritten Ausbildungsjahr verdienen Hotelfachleute und Köche oft weniger als 1000 Euro brutto. Im Vergleich dazu verdienen Bankkaufleute, Elektroniker und Steuerfachangestellte deutlich mehr. Das zieht natürlich viele talentierte junge Menschen von der Branche weg.

Es ist klar, dass strukturelle Probleme im Gastgewerbe angepackt werden müssen. Die niedrige Vergütung, fehlende Mitbestimmung und die hohe Arbeitslast tragen nicht gerade zur Attraktivität des Berufs bei. Viele Auszubildende sehen den Job als Notlösung, was die Motivation und die Ausbildungsqualität weiter beeinträchtigt. Es bleibt zu hoffen, dass mit gezielten Maßnahmen endlich eine Wende in der Ausbildungssituation der Hotelbranche herbeigeführt werden kann.