Heute ist der 24.04.2026. Die Welt der Geschäftsreisen erlebt einen spürbaren Aufschwung: Deutsche Unternehmen planen, die Anzahl ihrer Dienstreisen bis 2025 um beeindruckende 8,3 Prozent auf 116,1 Millionen zu steigern. Dies ist ein klarer Indikator für die wirtschaftliche Dynamik, wie VDR-Präsident Christoph Carnier feststellt. Besonders bemerkenswert ist, dass die durchschnittlichen Kosten pro Dienstreise um 4,8 Prozent auf 418 Euro gesenkt werden. Das zeigt, dass Unternehmen zunehmend darauf achten, effizientere Reisemodelle zu nutzen.

Der Markt der Geschäftsreisen ist besonders von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt, die mehr als 75 Prozent der Reisen ausmachen. Diese Gruppe verzeichnet ein Wachstum von 5,6 Prozent, was auf einen positiven Trend in diesen Unternehmensgrößen hinweist. Interessanterweise verschiebt sich die geografische Ausrichtung der Reisen: Der Anteil der Reisen ins europäische Ausland steigt von 24 auf 30 Prozent, während Fernreisen stagnieren. Inlandsreisen gewinnen ebenfalls an Bedeutung, da die Schiene mit 52 Prozent Nutzungsanteil nun das Flugzeug überholt, dessen Anteil auf 13 Prozent sinkt.

Veränderte Kostenstrukturen und Einsparpotenziale

In der Kostenstruktur sind Hotel- und Verpflegungskosten zunehmend wichtig, während die Transportkosten leicht zurückgehen. Unternehmen mit professionellem Travel Management können durch strategisches Handeln Einsparungen von 6-10 Prozent erzielen, was ein jährliches Einsparpotenzial von rund 3,9 Milliarden Euro bei einem Marktvolumen von 48,6 Milliarden Euro bedeutet.

Ein weiterer Trend, der sich abzeichnet, ist das Konzept des Blended Travel, bei dem Dienstreisen mit privaten Anteilen kombiniert werden. Obwohl 72 Prozent der Unternehmen diese Form des Reisens tolerieren, ist sie allerdings nicht in den Reiserichtlinien verankert. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Reisekostenabrechnung ist weit verbreitet: 75 Prozent der Unternehmen nutzen bereits entsprechende Technologien, stehen jedoch vor Herausforderungen wie Systemintegration und Datenschutz.

Wachstumserwartungen und politischer Handlungsbedarf

Die Aussichten für die Zukunft sind optimistisch: 62 Prozent der Unternehmen erwarten bis 2026 ein weiteres Wachstum des Reisevolumens, während nur 4 Prozent mit einem Rückgang rechnen. Dies deutet darauf hin, dass sich der Geschäftsreisemarkt dynamisch weiterentwickelt und anpassungsfähig ist.

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Allerdings besteht politischer Handlungsbedarf, insbesondere in Bezug auf die seit 2020 unveränderten Verpflegungs- und Übernachtungspauschalen sowie auf die Notwendigkeit verlässlicher Bahnkapazitäten und wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen im Luftverkehr. Auch klare arbeitsrechtliche Vorgaben für Blended Travel sind gefragt, um den Unternehmen eine rechtssichere Grundlage zu bieten.

Insgesamt zeigt die VDR-Analyse, die auf 800 Telefon-Interviews im Januar und Februar 2026 basiert, dass die Geschäftsreisebranche bereit ist, sich neu zu sortieren und den Herausforderungen der Zeit proaktiv zu begegnen. Die Kombination aus steigenden Reiseaktivitäten, sinkenden Kosten und innovativen Ansätzen könnte den Geschäftsreisemarkt in den kommenden Jahren nachhaltig prägen.