In den letzten Jahren hat sich die Tourismuslandschaft in Bayern merklich verändert. Während einige Bereiche florieren, haben andere stark zu kämpfen. Ein lebendiges Beispiel ist die Situation der Gasthöfe und Pensionen, die derzeit unter einem spürbaren Rückgang leiden. Trotz dieser Herausforderungen gab es im ersten Halbjahr 2023 erfreuliche Nachrichten für die bayerische Hotellerie. Ganze 18,6 Millionen Gäste fanden in den Beherbergungsbetrieben, zu denen Hotels und Campingplätze zählen, eine Unterkunft. Dies stellt einen Anstieg von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar.

Die Zahl der Übernachtungen stieg ebenfalls, und zwar um 0,5 Prozent auf 46,3 Millionen. Besonders erfreulich ist der Anstieg der Inlandsgäste, die um 2,1 Prozent auf 14,5 Millionen Ankünfte zunahmen. Auch die Übernachtungen dieser Gruppe wuchsen um 0,6 Prozent auf 37,4 Millionen. Ausländische Gäste trugen mit einem Plus von 1,6 Prozent bei, was 4,1 Millionen Ankünften entspricht. Bei den Übernachtungen aus dem Ausland gab es mit 0,1 Prozent auf 8,9 Millionen Übernachtungen nur einen minimalen Zuwachs.

Regionale Unterschiede und Entwicklungen

Die regionalen Unterschiede sind dabei ebenso interessant wie aufschlussreich. Oberbayern führt mit 20,6 Millionen Übernachtungen, obwohl hier ein minimaler Rückgang von 0,1 Prozent zu verzeichnen ist. In Oberfranken und der Oberpfalz hingegen fällt der Rückgang deutlich stärker aus – hier mussten die Betriebe Rückgänge von 2,5 Prozent auf 2,4 Millionen bzw. 0,6 Prozent auf 2,4 Millionen Übernachtungen hinnehmen. Doch Mittelfranken macht Hoffnung: Ein Anstieg um 4,1 Prozent auf 4,5 Millionen Übernachtungen zeigt, dass es auch positive Entwicklungen gibt. Auch Unterfranken, Niederbayern und Schwaben konnten Zuwächse verzeichnen, mit Anstiegen von 2,2 Prozent, 0,7 Prozent und 0,4 Prozent.

Schaut man in die Zukunft, ist jedoch Vorsicht geboten. Prognosen deuten darauf hin, dass der Abwärtstrend bei Pensionen und Gasthöfen auch 2025 anhalten könnte. Für Pensionen wird ein Rückgang um 4,3 Prozent auf etwa 3,3 Millionen Übernachtungen erwartet, während Gasthöfe mit einem Rückgang von 3,6 Prozent auf rund 5,5 Millionen Übernachtungen rechnen müssen. Die Hotels hingegen scheinen stabiler zu sein, auch wenn sie einen leichten Rückgang von 0,9 Prozent auf 44,6 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 prognostizieren.

Die Rolle der Heilbäder und Kurorte

Ein Lichtblick sind die Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime, die mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 8,0 Millionen Übernachtungen glänzen können. Auch die Ferienzentren und -wohnungen zeigen mit 10,1 Millionen Übernachtungen einen Anstieg von 2,8 Prozent. Camping erfreut sich ebenfalls wachsender Beliebtheit, mit einer Steigerung von 3,3 Prozent auf 8,6 Millionen Übernachtungen.

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Besonders in den Heilbädern und Kurorten bleibt die Nachfrage stark. Etwa 23,3 Millionen Übernachtungen wurden in dieser Kategorie verzeichnet, wobei die Anteile in den verschiedenen Kurorten variieren. Diese Entwicklung ist ein klarer Indikator dafür, dass die Menschen zunehmend Wert auf Erholung und Wellness legen. In den letzten Jahren war der Anteil der Übernachtungen in Heilbädern und Kurorten während der Pandemie sogar auf 28 Prozent gestiegen.

Aktuelle Zahlen und Ausblick

Aktuelle Zahlen für 2026 zeigen, dass der Trend zum Reisen und Übernachten in Bayern weiterhin anhält. Im Januar 2026 wurden bereits über 5,7 Millionen Übernachtungen registriert, und die Zahlen steigen kontinuierlich. Im Februar waren es bereits über 6,3 Millionen. Die Ankünfte in den Beherbergungsbetrieben folgen einem ähnlichen Verlauf und lassen auf eine positive Entwicklung hoffen.

Ein Blick auf die Umsatz- und Beschäftigtenzahlen im Gastgewerbe offenbart zudem, dass die Branche sich langsam erholt. Trotzdem bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für die schwächeren Bereiche entwickeln wird. Die Herausforderungen, die Gasthöfe und Pensionen bewältigen müssen, sind erheblich. Es bleibt spannend, wie sich die bayerische Hotellerie in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.