Das Grand Hotel Gravenbruch, einst Teil der Hilton-Familie, hat nun einen neuen Eigentümer: Die Comer Group International hat das Hotel offiziell übernommen. Insolvenzverwalter Joachim Kühne übergab die Schlüssel an die irische Unternehmensgruppe, nachdem der Kaufvertrag bereits im Oktober unterzeichnet wurde. Ein echter Schock für die Region, denn die Geschichte des Hotels ist so turbulent wie ein starker Sturm über dem Gravenbrucher See.

Die Übernahme war allerdings kein Spaziergang. Wegen der bestehenden Sanktionen, die aufgrund von Vorwürfen gegen den früheren Eigentümer Ali Ansari erlassen wurden, musste die Transaktion erst vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie von der Deutschen Bundesbank genehmigt werden. Man könnte fast sagen, der Weg war so steinig wie ein alter Pfad im Wald. Ansari wird vorgeworfen, über ein Netzwerk von Unternehmen Vermögen im Ausland geparkt und das iranische Regime unterstützt zu haben – Vorwürfe, die er vehement bestreitet. Die Sanktionen aus Großbritannien und den USA führten dazu, dass der Hilton-Konzern seine Geschäftsbeziehungen zum Hotel abrupt beendete.

Arbeitsplätze in Gefahr

Die Auswirkungen dieser Insolvenz waren verheerend. Seit Ende Juli wurden die Hotelkonten eingefroren, und das Hotel musste im Notbetrieb weitergeführt werden. Gäste wurden in andere Unterkünfte verlegt, Frühstück und Veranstaltungen fielen weg. Rund 140 Arbeits- und Ausbildungsplätze waren betroffen – eine echte Katastrophe für die Mitarbeiter, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen mussten.

In der Anfangszeit des Insolvenzverfahrens erhielten die Beschäftigten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Für den Monat Oktober konnte das Gehalt noch aus der gesicherten Insolvenzmasse bezahlt werden, aber was danach kommt? Nach Angaben der Anwaltssozietät CMS arbeiten aktuell noch etwa 100 Mitarbeiter im Hotel. Doch wie lange noch? Mit der Übergabe an die Comer Group ist die Investorensuche im Insolvenzverfahren der Allsco-Gesellschaften nun offiziell abgeschlossen.

Die Comer Group – Ein neuer Hoffnungsträger?

Die Comer Group International, gegründet von zwei irischen Brüdern und seit 2006 in Deutschland aktiv, hat Erfahrung im internationalen Immobilien- und Hotelgeschäft. Das klingt vielversprechend. Die Unternehmensgruppe betreibt bereits mehrere Hotels in Deutschland. Doch wie genau die Pläne für das Gravenbrucher Hotel aussehen und wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen wird, bleibt vorerst ein Geheimnis. Eine Anfrage an den neuen Eigentümer blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet – irgendwie schade, oder? Man hätte doch gerne mehr erfahren.

In einem größeren Kontext betrachtet, steht der Fall des Grand Hotels Gravenbruch nicht allein. Der Insolvenzfall der Revo Hospitality Group, bei dem 178 Hotels betroffen sind, zeigt, dass die Branche unter dem Druck von gestiegenen Energie- und Personalkosten ächzt. Von diesen 178 Hotels sollen bis Anfang Oktober 154 an neue Eigentümer übergehen. Das könnte bedeuten, dass rund 5.450 Arbeitsplätze erhalten bleiben – ein Lichtblick in Zeiten, in denen viele der betroffenen Hotels schließen mussten.

Es bleibt spannend zu sehen, wie die Comer Group das Gravenbrucher Hotel in die Zukunft führt. Für die betroffenen Mitarbeiter und die Region ist das eine Frage der Hoffnung. Vielleicht wird das Hotel bald wieder mit Leben gefüllt, und die Gäste genießen ihren Aufenthalt – so wie es einst war. Aber wie gesagt – die Zeit wird es zeigen.