Heute ist der 3.11.2026 und es gibt traurige Neuigkeiten aus der Düsseldorfer Gastroszene. Nach fast fünf Jahrzehnten schließt der französische Spitzenkoch Jean-Claude Bourgueil sein Restaurant „Im Schiffchen“ in Düsseldorf-Kaiserswerth. Ein wahrhaft denkwürdiges Kapitel der deutschen Gastronomie findet damit sein Ende. Dabei hat Bourgueil das „Schiffchen“ im Jahr 1977 von Grund auf neu gestaltet und es zu einer festen Größe unter den Gourmets in Deutschland entwickelt.

Die Geschichte des Restaurants ist beeindruckend. 1987 wurde es mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die bis 2006 gehalten wurde. In diesen Jahren hat Bourgueil nicht nur die deutsche, sondern auch die internationale Spitzenküche maßgeblich geprägt. Über Jahrzehnte hinweg galt das „Schiffchen“ als ein Ort, der nicht nur für seine exquisite französische Küche bekannt war, sondern auch als Anlaufstelle für Feinschmecker aus aller Welt.

Ein Abschied voller Emotionen

Doch trotz aller Erfolge und der hohen Kunst, die Bourgueil in seine Gerichte einfließen ließ, hat er es nicht geschafft, einen Nachfolger zu finden. Mehrere Gespräche blieben ergebnislos, und nun wird das Restaurant aufgelöst. Einrichtungsgegenstände und der legendäre Weinkeller – ein wahres Paradies für Weinliebhaber – werden verkauft. Der Verkauf von Erinnerungsstücken findet am 8. November ab 11 Uhr statt, während der Weinkeller voraussichtlich am 13. Dezember seine Pforten für die Käufer öffnet.

In einer emotionalen Abschiedsbotschaft bedankte sich Bourgueil bei seinen Gästen, Mitarbeitern und Wegbegleitern für die Unterstützung über all die Jahre. Was für eine Reise! Der Chefkoch, der mit 79 Jahren immer noch voller Energie ist, hat sich in den letzten Jahren schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, aber sein Einfluss auf die Gastronomie wird immer bestehen bleiben. „Im Schiffchen“ war nicht nur sein Restaurant, sondern eine Institution.

Ein Leben für die Gastronomie

Jean-Claude Bourgueil hat seine Karriere 1960 im Alter von 13 Jahren mit einer Kochlehre begonnen. Über die Jahre arbeitete er in verschiedenen renommierten Restaurants, unter anderem im Restaurant Horcher in Madrid und im Hilton Hotel in Düsseldorf. Hier lernte er die Kunst der Organisation, was ihm später zugutekam, als er 1977 das insolvente „Schiffchen“ übernahm. Er hat es geschafft, die französische Küche in Deutschland zu etablieren und viele junge Köche zu inspirieren.

Sein Erfolgsrezept war nicht nur die hohe Qualität seiner Gerichte, sondern auch seine Fähigkeit, die Gäste zu überraschen. „Ein gelungenes Gericht soll Begeisterung auslösen“, sagte er einmal. Und das tat es. Bourgueils Küche war geprägt von Geschmackserinnerungen und hochwertigen Produkten. Er hatte eine besondere Vorliebe für regionale deutsche Weine, die er in seinen Menüs meisterhaft integrierte. Auch sein zweites Restaurant, der „Aalschokker“, wurde schnell für seine exzellente deutsche Regionalküche bekannt.

Ein letzter Blick zurück

Mit der Schließung von „Im Schiffchen“ endet nicht nur die Geschichte eines Restaurants, sondern auch die eines Mannes, der als kulinarischer Botschafter Frankreichs in Deutschland galt. Bourgueil wurde sogar mit dem Ritterorden der Ehrenlegion ausgezeichnet – eine der höchsten Ehrungen, die ein Koch erhalten kann. Sein Einfluss und seine Leidenschaft für die Gastronomie haben Generationen geprägt, und die Erinnerungen an seine Küche werden für immer in den Herzen derjenigen weiterleben, die das Glück hatten, dort zu speisen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Bourgueils Philosophie und sein Engagement in der Gastronomie auch in Zukunft fortbestehen. Vielleicht wird die nächste Generation von Köchen inspiriert durch seine Geschichten und seine Kunst. Auf jeden Fall wird das „Schiffchen“ immer einen besonderen Platz in der deutschen Gastronomiegeschichte haben.