Kühle Oasen: Wie klimatisierte Hotels den Schweizer Sommer überstehen
Die Sommerhitze hat uns fest im Griff! Während sich die Temperaturen im Schweizer Flachland seit Tagen über die 30-Grad-Marke schrauben, suchen viele Menschen nach einem kühlen Rückzugsort. So auch Darina aus Zürich, die mit ihrer Familie ein zweites Mal in ein klimatisiertes Hotel in Deutschland reist. Der Grund? Ihre Wohnung wird zum regelrechten Backofen. „Im ersten Stock sind es rund 30 Grad, im zweiten sogar 32“, berichtet sie frustriert. Leider darf sie aufgrund von Vorgaben des Eigentümers keine Klimaanlage einbauen. Also bleibt nur die Flucht ins Hotel – und das ist nicht das einzige Beispiel.
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer entscheiden sich dafür, der drückenden Hitze in ihren Wohnungen zu entkommen und buchen lieber eine Übernachtung in einem klimatisierten Hotel. Die Hotelkette Motel One hat sogar einen Anstieg an Anfragen zu klimatisierten Zimmern festgestellt. Währenddessen ziehen andere Menschen zu Verwandten, um wenigstens etwas Abkühlung zu finden – ein wenig Wärme unter den lieben Verwandten kann ja nicht schaden, oder?
Hitze-Urlaub in Deutschland
Die Hitzewelle hat auch in Deutschland zu einem Anstieg der Buchungen in klimatisierten Hotels geführt. Besonders in größeren Städten wie Karlsruhe, wo die „Badischen Neusten Nachrichten“ von vermehrten Hotelbuchungen berichten. Der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Baden-Württemberg merkt an, dass Klimatisierung bei Neubauten und Renovierungen immer wichtiger wird. Man muss sich einfach der Realität stellen: Die Hitze wird uns in den kommenden Jahren wohl öfter heimsuchen. Und da sind kühle Rückzugsorte Gold wert.
Eine Leserin aus Bern berichtet von einem Aufenthalt in einem Hotel, da ihre Dachwohnung kaum Luft zum Atmen lässt und die Wärme sich staut. Ein echtes Problem, wenn man bedenkt, dass die übermäßige Hitze nicht nur für Schlafprobleme sorgt, sondern auch für Konzentrationsschwierigkeiten. In der Regel bleibt sie tagsüber in ihrer Wohnung, kehrt aber nur zum Schlafen zurück. Wie viele andere, die sich nicht in einem klimatisierten Büro aufhalten können, ist sie auf der Suche nach einem Ort, an dem man nicht ins Schwitzen kommt.
Ein Blick auf die Zahlen
Im Juni 2023 verzeichnete die Schweizer Hotellerie bereits 1,9 Millionen Logiernächte von einheimischen Gästen – ein Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ob die Hitzewelle tatsächlich einen Einfluss auf diese Zahlen hatte, steht jedoch noch in den Sternen. Die Beherbergungsstatistiken zur Auswirkung der aktuellen Hitze auf die Übernachtungszahlen in Deutschland sind ebenfalls noch nicht veröffentlicht. Aber die Rückmeldungen der Mitglieder zeigen, dass viele Menschen in der Hitze „flüchten“.
Und das hat seine Gründe. Ein Hitzetag kostet Baden-Württemberg laut Bundesarbeitsministerium rund 60 Millionen Euro. Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke überschreiten. Das führt dazu, dass Büroangestellte vermehrt in klimatisierte Büros kommen – doch ob diese Flucht vor der Hitze tatsächlich stattfindet, bleibt unklar. Kühle Kirchengebäude werden auch als Rückzugsorte wahrgenommen, auch wenn es keine konkreten Zahlen über erhöhte Besucherzahlen gibt. Immerhin: In Karlsruhe und Mannheim sind Kirchen Teil des kommunalen Hitzeaktionsplans.
Die evangelische Kirche in Karlsruhe bietet seit 2024 mehrere Gebäude zum Abkühlen an. Seit diesem Jahr sind sogar die katholischen Kirchen mit im Boot. In dieser Zeit der Hitze sind solche Initiativen einfach unverzichtbar. Wenn man auf der Suche nach Frischluft ist, ist das Halleluja des Kühlens vielleicht genau das, was man braucht.
