Motel One greift an: Die Zukunft der Revo Hospitality Group im Fokus
Heute ist der 23.06.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der Hotellerie, die sowohl für Mitarbeiter als auch für Gäste von Bedeutung sind. Die Motel One Gruppe plant die Übernahme von zehn Hotelbetrieben der insolventen Revo Hospitality Group in Deutschland. Die Übernahme befindet sich derzeit im Fusionskontrollverfahren, das beim Bundeskartellamt unter dem Aktenzeichen B9-68/26 geprüft wird. Ob das Ganze nun wirklich über die Bühne geht, hängt allerdings noch vom Ausgang dieses Verfahrens ab – die Entscheidung steht noch aus.
Bereits zum 1. Juni 2026 hat Motel One zwei Hotels in Kiel übernommen, die zuvor unter den Marken ibis Styles und Adagio Access von Revo betrieben wurden. Das Besondere daran: Der Eigentümer der Immobilien, Art-Invest Real Estate, hat mit Motel One einen neuen Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Das ist eine langfristige Perspektive, die für Stabilität sorgt. Die Revo Hospitality Group hatte am 2. Juni 2026 bekannt gegeben, dass sie für 165 Hotels Lösungen mit Investoren gefunden hat, darunter fünf internationale Hotelgruppen.
Aufteilung der Revo Hotels
Der gesamte Vorgang hat eine gewisse Dramatik. Die Revo Hospitality Group steht vor einer Aufteilung und hat Insolvenz in Eigenverwaltung für 138 ihrer Hotelgesellschaften beantragt. Es handelt sich hierbei um das größte Insolvenzverfahren in der deutschen Hotelbranche, betroffen sind nicht weniger als 125 Hotels mit etwa 5.500 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich. Die gute Nachricht? Der Großteil der Arbeitsplätze kann erhalten bleiben. Allerdings müssen 450 Mitarbeiter in der Zentrale Abschied nehmen – das ist natürlich bitter.
Es wurden bereits 45 Hotels verkauft, und Gespräche über Lösungen für weitere zehn Hotels sind im Gange. Die Investorensuche war überraschend erfolgreich: Über 100 Interessenten haben sich über die Hotelportfolios informiert, und rund 20 gaben verbindliche Angebote ab. Das zeigt, dass trotz der schwierigen Lage ein großes Interesse an den Objekten besteht. Jeder Käufer wird ein Einzelportfolio mit Hotels in Deutschland, den Niederlanden und Österreich übernehmen – es bleibt also spannend.
Die Zukunft der Revo Hospitality Group
Die Revo Hospitality Group, bis 2025 als HR Group bekannt, betrieb Stadthotels und Apartments in 135 Städten und war einer der größten Multibrand-Hotelbetreiber Europas. Zu den Marken gehören so bekannte Namen wie H-Hotels, Amedia, Holiday Inn, Ibis und Steigenberger. Man fragt sich natürlich, wie es mit diesen Marken weitergeht. Die Hotels werden in Eigenverwaltung fortgeführt, bleiben geöffnet und sind weiterhin buchbar – das ist ein positives Zeichen in einer sonst stürmischen Zeit.
Ein weiterer interessanter Punkt ist die starke Expansion der letzten Jahre, die möglicherweise zu dieser Situation geführt hat. Die Anzahl der Hotels stieg seit 2020 von 51 auf rund 250, und die Übernachtungszahlen stiegen nicht wie erwartet. Ein ambitioniertes Projekt, das leider nicht die erhofften Früchte getragen hat. In einem Punkt sind sich die neuen Geschäftsführer einig: Sie suchen nach internationalen Investoren, um die Hotels zukunftssicher zu machen. Die Hoffnung auf einen Neuanfang bleibt also bestehen.
