Nachhaltigkeit im Hotelwesen: Strategien gegen Foodwaste und für mehr Achtsamkeit
Wenn wir an unseren letzten Hotelaufenthalt denken, fällt uns doch sicher auch das ein oder andere Erlebnis ein, das uns amüsiert oder genervt hat. Ein Ratgeber der Nachrichtenagentur teleschau hat fünf ganz typische Verhaltensweisen identifiziert, die sowohl bei Gästen als auch beim Hotelpersonal Frust auslösen können. Der erste Punkt dreht sich um das Buffet – ein wahres Schlaraffenland für viele. Das „All you can eat“-Prinzip verleitet so manchen Gast dazu, seine Teller bis zum Rand vollzuladen. Wer kennt das nicht? Am Ende landen die nicht aufgegessenen, aber noch genießbaren Lebensmittel im Müll. Hier wäre es sinnvoller, zunächst kleine Probierportionen zu nehmen und bei Bedarf nachzulegen. Und das Einpacken von Speisen für den späteren Verzehr? Ein klarer Verstoß gegen die Hausregeln, denn in vielen Hotels gibt es auf Nachfrage offizielle Lunchpakete.
Ein weiteres leidiges Thema ist das Reservieren von Sonnenliegen. Nichts ist frustrierender, als einen Platz zu finden, der mit einem Handtuch „reserviert“ ist, während der Gast erst Stunden später erscheint. Da fragt man sich doch: Ist das wirklich nötig? Ein bisschen Rücksichtnahme würde hier Wunder wirken. Und dann gibt es da noch den Umgang mit dem Housekeeping. Reinigungskräfte haben ihre festgelegten Schichtpläne. Wer bis zum Nachmittag das „Bitte nicht stören“-Schild an der Tür hängen lässt, sollte sich nicht wundern, wenn das Zimmer nicht sofort gereinigt wird. Es ist auch nicht gerade nett, das Zimmer in einem verwahrlosten Zustand zu hinterlassen – das Reinigungsteam hat schließlich auch seinen Job zu erledigen.
Bewusster Umgang mit Ressourcen
Ein Thema, das immer mehr ins Bewusstsein rückt, ist der sparsame Umgang mit Ressourcen. Hier ist die Devise: Handtücher nur dann auf den Boden legen, wenn sie wirklich gewaschen werden müssen. Gerade in wasserarmen Regionen ist das besonders wichtig. Jährlich landen in Deutschland bis zu einem Drittel aller Lebensmittel im Müll, und das, obwohl sie noch genießbar sind. Stephan Bode, Inhaber des Hotels Schwarzwald Panorama in Bad Herrenalb, hat sich dieser Problematik angenommen und arbeitet mit seinem Team an der Reduzierung von Foodwaste. Sie haben auf ein Zero-Waste-Frühstücksbuffet umgestellt, das weniger verschiedene Produkte, dafür aber hochwertige Zutaten anbietet. Die Gäste können nachbestellen, wenn etwas ausgeht – eine praktische Lösung!
Außerdem wird nicht mehr ansehnliches Obst zu Smoothies verarbeitet. Bode betont, dass dies nicht nur die Menge an Resten reduziert, sondern auch das Gefühl von Luxus erhält. Und das Prinzip „Nose to tail“ wird im Biohotel Walserstuba im Kleinwalsertal konsequent umgesetzt. Dabei wird das gesamte Tier verarbeitet, sogar Zutaten wie Blut finden ihren Platz auf der Speisekarte. Es ist beeindruckend, wie Nachhaltigkeit und Genuss Hand in Hand gehen können – und die Gäste reagieren positiv auf diese Maßnahmen, wenn sie transparent kommuniziert werden.
Technologische Unterstützung gegen Foodwaste
In der heutigen Zeit können Hotels sogar auf technologische Lösungen zurückgreifen, um ihre Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die KITRO TARE, eine Kombination aus KI-gestützter Kamera und Waage, erfasst Abfälle automatisch, ohne dass das Personal zusätzliche Eingaben machen muss. Damit haben Hotels die Möglichkeit, ihre Abfallmenge nach Gericht und Station genau zu analysieren. Ergebnisse zeigen, dass namhafte Hotelgruppen wie Hyatt oder Marriott durch solche Systeme signifikante Einsparungen erzielen konnten. Die Zahlen sind beeindruckend: Weniger Lebensmittelabfälle, Einsparungen in Höhe von mehreren Tausend Euro pro Jahr – das klingt doch nach einem Plan!
Und während wir uns vielleicht manchmal über Buffets beschweren, ist es wichtig zu beachten, dass auch bei gut geführten Buffets unvermeidbare Überschüsse entstehen. Die Kooperation mit lokalen Lebensmittelrettungsorganisationen oder Apps wie Too Good To Go könnte helfen, überschüssige Lebensmittel sinnvoll weiterzugeben. Kompostierung ist eine weitere Möglichkeit, die verbleibenden Reste zu verwerten. Letztendlich sind es die Hotels, die den ersten Schritt machen müssen, um diese Herausforderungen anzugehen. Ein bisschen mehr Achtsamkeit und Verantwortung – sowohl von Gästen als auch vom Hotelpersonal – könnten dazu beitragen, die Situation zu verbessern.
