Heute ist der 15.07.2026

Die deutsche Hotelbranche steht vor einem radikalen Umbruch. Nach der Insolvenz der Revo-Gruppe, die einst stolze 175 Standorte des Unternehmens HRG Hospitality verwaltete, ist der Markt in Bewegung geraten. Die Revo-Gruppe, die im Januar Insolvenz anmeldete, hatte sich als einer der größten Mehr-Marken-Hotelbetreiber in Deutschland etabliert. Ihr Portfolio reichte von Zwei-Sterne- bis Fünf-Sterne-Hotels, darunter bekannte Marken wie Steigenberger, Dorint und Ibis. Aber die Zeiten ändern sich, und internationale Konzerne haben das lukrative Erbe übernommen.

So sind die „Brown Hotels“ aus der Israel-Canada-Gruppe sowie die „Belvilla“ des Prism-Konzerns die neuen Namen, die dem Markt frischen Wind verleihen. Verträge für fast 90 Standorte sind bereits unterzeichnet, und die Übernahme von weiteren Hotels folgt. Die Komplexität der Insolvenz, verstärkt durch enge Verflechtungen zwischen Immobilieneigentümern, Hotelbetreibern und Franchisemarken, hat die Situation zu einer wahren Herausforderung gemacht. Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser wurden als Geschäftsführer in den Insolvenzverfahren bestellt, um diese schwierige Zeit zu meistern.

Ein bunter Mix an Übernehmern

Die Revo-Gruppe, die im besten Fall 5.450 Arbeitsplätze sicherte, hat nicht nur neue Namen auf dem Markt etabliert. Auch die israelische Leonardo-Gruppe, die französische Marke B&B und die Kette Motel One sind nun Teil des Spiels. Letztere plant, zwei Hotels in Kiel zu übernehmen und hat beim Bundeskartellamt bereits die Übernahme von zehn weiteren deutschen Betrieben angemeldet. Ein ehrgeiziger Schritt, wenn man bedenkt, dass die gesamte Branche noch immer von den Nachwirkungen der Pandemie gezeichnet ist.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt das Dilemma: Der Umsatz des Hotelgewerbes fiel von 33 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf knapp 20 Milliarden Euro im Jahr 2020. Die staatlichen Hilfen decken längst nicht alle Verluste, was einige Hotelbetreiber in Existenznot bringt. So berichtet Dirk Iserlohe, Aufsichtsratschef der Hotelgruppe Dorint, von einer drastischen Lage mit einer Belegung von gerade einmal 5-6 Prozent. Von einem Hotel wie dem Nordport Plaza in Hamburg, das vor der Pandemie bei bis zu 80 Prozent Auslastung lag, kann man nur träumen.

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Herausforderungen und Chancen

Die aktuelle Situation ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Die Branche muss sich an eine hybride Welt anpassen, in der Geschäftsreisen möglicherweise weniger frequentiert werden. Zukunftsforscher warnen, dass virtuelle Messen und neue Angebote, wie die Büronutzung von Hotelzimmern, auf dem Programm stehen könnten. Es ist eine Zeit, um kreativ zu werden, um die Überlebensfähigkeit der Hotels zu sichern.

Die Revo-Gruppe mag in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle gespielt haben, doch die Zukunft gehört den Innovatoren, die bereit sind, sich den neuen Gegebenheiten zu stellen. Gespräche mit einem sechsten Großinvestor laufen noch, und die Hoffnung auf eine Besserung bleibt bestehen. Eine neue Ära im deutschen Hotelwesen könnte gerade erst begonnen haben, und die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich der Markt weiterentwickelt.