Verpackungsrevolution in der Hotellerie: Neue EU-Vorgaben und ihre Chancen für die Branche
Heute ist der 12.08.2026 und es gibt Neuigkeiten, die die Hotellerie und Gastronomie in Deutschland ordentlich aufmischen werden. Die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR, die seit dem 11. Februar 2025 in Kraft trat, wird nun verbindlich. Und die neuen Regeln bringen nicht nur frischen Wind, sondern auch eine Menge zusätzlicher Pflichten mit sich. Ein Thema, das man sich auf jeden Fall mal genauer anschauen sollte, denn es betrifft jeden, der in der Branche tätig ist.
Die PPWR zielt darauf ab, den Verpackungsabfall in der EU zu reduzieren – und das ist dringend nötig. Jeder Europäer produziert im Schnitt fast 180 Kilogramm Verpackungsabfall pro Jahr. Tendenz steigend! Das kann so nicht weitergehen, und die neue Regelung soll hier einen Riegel vorschieben. Hotels und Gastronomiebetriebe müssen jetzt auf neue Grenzwerte für Stoffe in Lebensmittelverpackungen achten. Dies betrifft insbesondere Verpackungen, die unter dem eigenen Namen oder der eigenen Marke entwickelt wurden.
Verantwortung und Pflichten
Machen wir uns nichts vor: Die Verantwortung für die Konformität der Verpackungen liegt beim Erzeuger. Das bedeutet, dass Unternehmen genau prüfen müssen, welche Verpackungen sie nutzen und wie diese hergestellt werden. Zudem müssen sie sicherstellen, dass ihre Verpackungen den neuen Anforderungen entsprechen, vor allem den PFAS-Grenzwerten, die ab heute gelten: maximal 25 ppb je Einzelsubstanz und insgesamt 250 ppb. PFAS, die in vielen Verpackungen verwendet werden, stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Hier sind die Unternehmen gefordert, ihre Verpackungen systematisch zu überprüfen.
Aber das ist noch nicht alles! Ab dem 12. Februar 2027 müssen auch mitgebrachte Behälter akzeptiert werden. Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Außerdem treten ab Februar 2028 weitere Vorgaben für wiederverwendbare Verpackungen im Take-away-Geschäft in Kraft. Gastronomen sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Verpackungen nicht nur nach aktuellen Standards gestalten, sondern auch zukunftsorientierte Lösungen entwickeln müssen.
Die Kernpflichten der PPWR
Die PPWR bringt einige klare Kernpflichten mit sich, die ab dem 12. August 2026 greifen. Dazu gehören:
- Stoffbeschränkungen: Höchstwerte für schädliche Stoffe wie Blei, Cadmium und PFAS müssen eingehalten werden.
- Recyclingfähigkeit: Ab 2030 müssen Verpackungen so gestaltet sein, dass sie mindestens zu 70 % recyclingfähig sind.
- Mindestrezyklatanteile: Ab 2030 gelten Quoten für den Einsatz von Rezyklat in Verpackungen.
- Verpackungsminimierung: Verpackungen müssen auf das notwendige Minimum reduziert werden.
- Kennzeichnung: Ab 2028 müssen Verpackungen harmonisiert gekennzeichnet sein.
- Wiederverwendung und Mehrwegquoten: Ab 2030 gelten verbindliche Quoten für wiederverwendbare Verpackungen.
Diese Änderungen erfordern von den Unternehmen, dass sie ihr Verpackungsportfolio gründlich analysieren und an die neuen Vorgaben anpassen. Ein klarer Handlungsbedarf ist hier gegeben – und das nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für Kleinstbetriebe, die möglicherweise von Ausnahmen profitieren können, wenn sie mit Lieferanten im selben Mitgliedstaat zusammenarbeiten.
Der Weg in eine nachhaltige Zukunft
Das Ziel der PPWR ist klar: weniger Verpackungsabfall und eine umweltfreundlichere Zukunft. Doch wie wird das in der Praxis aussehen? In den kommenden Jahren stehen uns zahlreiche Herausforderungen bevor, die mit diesen neuen Vorgaben einhergehen. Die EU-Kommission hat bestätigt, dass Handelsunternehmen als Erzeuger gelten, wenn sie eigene Marken verkaufen, was die Verantwortung für die Konformität weiter verlagert. HOTREC und andere Verbände haben bereits Bedenken geäußert, dass Gastbetriebe oft nicht die Kontrolle über die von ihnen verwendeten Verpackungen haben.
Die Zeit drängt, und Unternehmen müssen sich jetzt darauf einstellen, dass die neuen Vorschriften nicht nur zusätzliche Pflichten mit sich bringen, sondern auch eine Chance für Innovation und Qualität sind. Es wird spannend zu beobachten, wie die Branche auf diese Herausforderungen reagiert und welche kreativen Lösungen sie entwickeln wird, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Eins ist sicher: Die Verpackung der Zukunft wird nachhaltiger, sicherer und vor allem weniger schädlich für unsere Umwelt sein.
