Heute ist der 11.06.2026, und während ich hier sitze und über die Entwicklungen in der Hotellerie nachdenke, kann ich nicht umhin, das zehnjährige Bestehen von Fair Job Hotels zu würdigen. Gegründet im Jahr 2016, hat sich der Verein zu einer wichtigen Gemeinschaft von Hoteliers entwickelt, die sich dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenstellt. Katharina Darisse, die Geschäftsführerin, zieht Bilanz und schaut mit einem klaren Fokus auf organisches Wachstum. Sie hat die Vision, die Hotellerie durch qualitativ hochwertige Betriebe zukunftssicherer zu machen. Und das nicht ohne Grund: Der Personalmangel zählt seit Jahren zu den größten Herausforderungen der Branche.

Mit 117 Partnerbetrieben und stolzen 10.500 Mitarbeitenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt sich, wie wichtig Netzwerke sind. Fair Job Hotels ist kein gewöhnlicher Zusammenschluss; hier werden keine Zertifikate verkauft, sondern Werte gelebt. Die Mitgliedsbetriebe, vom kleinen Hotel mit nur acht Angestellten bis hin zu großen Häusern wie dem Breidenbacher Hof oder den Vier Jahreszeiten, zahlen Jahresbeiträge zwischen 1.250 und 3.750 Euro. Im Gegenzug profitieren sie von einem breiten Angebot zur Steigerung der Arbeitnehmerzufriedenheit und zur Verbesserung des HR-Managements.

Werte und Verantwortung

Die Mitglieder verpflichten sich zu einheitlichen Standards und Arbeitsbedingungen. Ein starkes Zeichen für ein Wertebewusstsein, das durch FAIRantwortungsbewusstsein, FAIRlässlichkeit und FAIRtrauen geprägt ist. Diese Grundsätze sind nicht nur leere Worte. Sie schaffen ein wertschätzendes Ambiente für Arbeitnehmer:innen, Arbeitgeber:innen, Partner:innen und Gäste. Es ist diese Vernetzung der Mitarbeiter:innen, die das gesamte Geschäftsklima verbessert und einen positiven Impact auf die Branche hat.

Doch der Fachkräftemangel bleibt ein drängendes Thema. Viele Hoteliers sehen ihn unter den Top 3 Herausforderungen, und die Prognosen deuten darauf hin, dass sich die Situation im kommenden Jahrzehnt eher verschärfen wird. Die Frage ist: Wie können wir die Berufe in der Hotellerie attraktiver gestalten? Die Antwort könnte in einer verstärkten Berufsorientierung und der Darstellung von Perspektiven, Beschäftigungssicherheit und einer ausgewogenen Work-Life-Balance liegen. Da gibt es noch viel zu tun!

Ein Blick auf die Zahlen

Die aktuelle Lage ist alarmierend. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen, die qualifizierte Fachkrafttätigkeiten suchen, ist auf die Hälfte des Vor-Corona-Werts gesunken. Gleichzeitig sind die offenen Stellen gestiegen, liegen jedoch weiterhin unter dem Wert vor der Pandemie. Besonders auffällig ist der Rückgang der Bewerber für Ausbildungsstellen in Hotel- und Gaststättenberufen. Von 33.000 im Jahr 2009 sind wir auf nur noch 12.000 im Jahr 2022 gefallen. Das lässt aufhorchen! Ausbildungsplätze zu besetzen, wird zunehmend zur Herausforderung.

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Die unbesetzten Ausbildungsstellen in der Systemgastronomie liegen bei 18,3 Prozent, während es bei Kaufleuten für Hotelmanagement sogar 21,5 Prozent sind. Im Vergleich dazu liegt der Anteil unbesetzter Stellen über alle Berufe hinweg bei 12,6 Prozent. Die Branche muss sich dringend auf die Suche nach Lösungen begeben, um die Situation zu verbessern. Mehr Quereinsteiger und ausländische Beschäftigte könnten eine Lösung sein, aber auch die Nachqualifizierung von Helferinnen und Helfern könnte helfen, die Lücken zu füllen.

Wie man sieht, steckt die Hotellerie in einer kritischen Phase. Doch mit einer starken Gemeinschaft wie Fair Job Hotels und einem klaren Fokus auf die Belange der Mitarbeitenden könnte die Zukunft vielleicht doch etwas rosiger aussehen.