Heute, am 28. Oktober 2026, ging die 99. Generalversammlung des Schweizer Reise-Verbands (SRV) in El Gouna, Ägypten, über die Bühne. Ein passendes Setting für ein solches Event, wo die Sonne strahlte und der Geist des Reisens in der Luft lag. Naguib Sawiris, der CEO der Orascom Development Holding, stellte die Destinationen El Gouna und Andermatt als herausragende Reiseziele vor, während Ahmed Youssef, Direktor des Ägyptischen Fremdenverkehrsamts, Ägypten in neuem Licht präsentierte. Jens Freise, CCO von Orascom Hotels Management, ließ die Anwesenden in die verlockenden Angebote von El Gouna eintauchen. Hier wurde nicht nur diskutiert, hier wurde auch geträumt!

Ein wichtiges Thema war die Kundengeldabsicherung. Barbara Wohlfarth setzte sich leidenschaftlich für strengere Kontrollen zur Durchsetzung der SRV-Statuten ein. Sie betonte, dass SRV-Mitglieder nur mit Reisebüros kooperieren sollten, die Kundengelder gesetzeskonform absichern. Leider fand ihr Antrag auf striktere Maßnahmen nicht die Zustimmung des Vorstands, der aus verschiedenen Gründen ablehnte. Stattdessen wurde beschlossen, dass der Vorstand bis 2027 prüfen soll, wie die Statuten rechtssicher und praktikabel umgesetzt werden können. Ein weiterer spannender Punkt, der die Gemüter erhitzte!

Beitragserhöhungen und Ehrungen

Die Versammlung brachte auch eine Ankündigung, die einige Mitglieder mit gemischten Gefühlen zurückließ: Ab dem 1. April 2027 steigen die Jahresbeiträge für Passivmitglieder beträchtlich. Verbände und Tourismusorganisationen werden mit 750 Franken zur Kasse gebeten, während Hotels und Kreuzfahrtanbieter gar 1500 Franken zahlen müssen. Ein harter Brocken, aber so ist das Leben – alles hat seinen Preis! Die Aktivmitglieder dürfen vorerst aufatmen, ihre Beiträge bleiben unverändert, aber eine mögliche Anpassung an die Teuerung wird 2027 besprochen.

Ein emotionaler Moment war die Ehrung von Roger Geissberger. Nach 49 Jahren in der Reisebranche, davon 39 Jahre bei Knecht Reisen, wurde er einstimmig zum SRV-Ehrenmitglied ernannt. Sein Abschied wurde mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt – auch David Léchot schied aus dem Vorstand aus. Es war ein Abschied mit Tränen in den Augen und einem Lächeln im Herzen.

Neue Gesichter im Vorstand

Die Veränderungen im Vorstand waren ebenfalls eine spannende Sache. Philipp von Czapiewski, der ehemalige Managing Director von TUI Suisse, schied aus, während Carla Riss von Meraki Travel in den Vorstand gewählt wurde, obwohl sie beruflich verhindert war. Nicole Pfammatter kehrte nach einem Jahr Pause zurück und auch Olivier Emch, Stéphane Jayet, Stephanie Schulze zur Wiesch und Birgit Sleegers wurden in ihren Ämtern bestätigt. Ein frischer Wind weht durch die Reihen!

Ein weiterer Punkt auf der Agenda war der Rücktritt von André Lüthi, der an der 100. Generalversammlung 2027 sein Ressort «Politik» abgeben möchte. Er hat sich viel vorgenommen, will eine Nachfolge aufbauen und sein politisches Netzwerk weitergeben – ganz schön viel Verantwortung!

Kampagnen und Mitgliederentwicklung

Ein Lichtblick war die Videokampagne des SRV, die mit Cäsar Bolliger, dem Gründer von Triplana, ins Leben gerufen wurde. Die Clips sollen die Arbeit der Reisebranche ins Rampenlicht rücken und für Buchungen bei Reiseprofis werben. Dabei stehen die Mitarbeitenden im Fokus, nicht die Reiseziele – ein erfrischender Ansatz! Der erste Clip wurde an der GV präsentiert und die Kampagne soll im Januar 2027 starten.

Was die Mitgliederzahlen angeht, gab es ein leichtes Auf und Ab. Ende September 2021 zählte der SRV noch 703 Mitglieder, während es Ende September 2025 nur noch 641 waren. Doch zum Glück stieg die Zahl bis zum 30. September 2026 auf 657 Mitglieder. Unter den neuen Gesichtern sind Bricks Travels, Rhomberg Reisen, Naar Travel und Mawi Reisen – frischer Wind auf dem Markt!

Finanziell gesehen, plante der SRV für 2025/26 einen Gewinn von 870 Franken, doch am Ende standen fast 700 Franken Überschuss auf dem Konto – das dritte Mal in Folge ein Gewinn. Die Einnahmen betrugen 1,43 Millionen Franken, während die Ausgaben bei rund 1,46 Millionen Franken lagen. Das Verbandsvermögen lag per 30. September 2026 bei gut 495’000 Franken. Für 2026/27 wird jedoch ein Verlust von knapp 12’000 Franken aufgrund der Social-Media-Kampagne erwartet.

In all diesen Diskussionen und Entscheidungen bleibt der Garantiefonds der Schweizer Reisebranche ein zentraler Bestandteil. Er sichert die Einzahlungen der Kunden für Pauschalreisen und die Rückreise der Reisenden in die Schweiz ab. Bei einer Insolvenz des Vertragspartners vor oder während der Reise steht der Garantiefonds mit Erstattungen und Rücktransporten bereit. Das ist ein wichtiger Schutz, der Vertrauen in die Branche schafft.