Booking Holdings verzeichnet Rekordbuchungen im dritten Quartal 2026 trotz Umsatzrückgang und rechtlicher Herausforderungen
Am 3. November 2026 hat Booking Holdings seine aktuellen Geschäftszahlen veröffentlicht und die Ergebnisse sind wirklich bemerkenswert. Im dritten Quartal dieses Jahres konnte das Unternehmen ein operatives Rekordergebnis präsentieren: 345 Millionen Übernachtungen wurden gebucht, was einem Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Buchungsvolumen stieg auf satte 54,5 Milliarden US-Dollar – und das ist ein Plus von 10 Prozent! Man könnte sagen, die Reiseindustrie hat sich als äußerst robust erwiesen.
Doch nicht alles verlief ohne Hürden. Der ausgewiesene Umsatz sank um 1 Prozent auf 8,89 Milliarden US-Dollar, und zwar aufgrund eines Verfahrens der US-Verbraucherschutzbehörde FTC. Booking musste eine Umsatzminderung von 900 Millionen US-Dollar und einen Verlustaufwand von 100 Millionen US-Dollar verbuchen, was unterstreicht, wie wichtig es ist, die rechtlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten. Die FTC untersucht unter anderem die Beziehungen der Tochtergesellschaft Priceline zu Guest Reservations, was einige Kunden verwirrte, die dachten, sie buchen direkt bei einem Hotel.
Die Nachfrage bleibt stark
Die Nachfrage nach internationalen Reisen hat sich besonders aus Europa und Asien beschleunigt. Laut Finanzchef Ewout Steenbergen ist das Wachstum im Inland ebenfalls stabil geblieben, auch wenn die internationalen Reisen im mittleren einstelligen Bereich zulegten. In der Tat haben Reisende kürzere Reisen bevorzugt und sich häufig für Ziele in der Nähe entschieden. Das hat natürlich auch mit den aktuell höheren Flugpreisen und den Unruhen in einigen europäischen Städten zu tun. Die Unsicherheiten, insbesondere durch den Konflikt im Nahen Osten, wirken sich ebenfalls auf die Reiseentscheidung der Menschen aus.
Ein interessanter Punkt ist das Wachstum der alternativen Unterkünfte, die mittlerweile 37 Prozent der Übernachtungen bei Booking.com ausmachen. Hier hat sich das Wachstum von 4 auf 7 Prozent beschleunigt, was zeigt, dass die Konkurrenz zu Airbnb durchaus spürbar ist. Außerdem hat Booking im dritten Quartal eigene Aktien im Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Damit summieren sich die Rückkäufe in den ersten neun Monaten auf 9,5 Milliarden US-Dollar, und das Unternehmen hat noch 12,4 Milliarden US-Dollar für weitere Rückkäufe zur Verfügung.
Vorsichtiger Ausblick auf das vierte Quartal
Für das vierte Quartal 2026 gibt Booking Holdings jedoch einen deutlich schwächeren Ausblick: Das Wachstum der Übernachtungen wird lediglich zwischen 1 und 3 Prozent prognostiziert, während das Buchungsvolumen um 2 bis 4 Prozent steigen soll. Analysten hatten darauf gehofft, dass das Wachstum höher ausfällt. Die Unsicherheiten, die hohen Preise und die Schwierigkeiten im internationalen Reiseverkehr sind klare Warnsignale.
Und während wir über die Zahlen sprechen, darf die Rolle von Künstlicher Intelligenz nicht vergessen werden. Booking hat hier ebenfalls große Fortschritte gemacht. Die täglichen Nutzer der KI-gestützten Reisesuche haben sich gegenüber dem Vorquartal verzehnfacht. Das zeigt, wie wichtig technologische Innovationen für die Branche sind. Außerdem haben 17 Prozent der Menschen in Deutschland bereits Künstliche Intelligenz für die Reiseplanung genutzt, was die digitale Transformation im Reisebereich unterstreicht.
Marktbeobachtungen und Analystenmeinungen
Die Analysten bleiben trotz der schwächeren Prognosen überwiegend optimistisch. 37 Analysten bewerten die Aktie im Durchschnitt mit „Buy“, und das Kursziel liegt bei etwa 232 US-Dollar. Citi hat eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 236 US-Dollar ausgesprochen. Die aktuellen Herausforderungen werden zwar als Schwachpunkt betrachtet, doch die starken Buchungstrends und das dritte Quartal geben Anlass zur Hoffnung.
Die Reisebranche ist also weiterhin in Bewegung – und das trotz aller Unsicherheiten. Die tatsächliche Nachfrage im Weihnachtsquartal, die Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten und die möglichen Auswirkungen einer FTC-Einigung sind Punkte, die sowohl Unternehmen als auch Reisende in den nächsten Monaten beschäftigen werden. Es bleibt spannend, wie sich die Marktentwicklung entfaltet und welche Trends sich durchsetzen werden. Die Branche ist gewiss auf einem dynamischen Kurs, und es bleibt zu hoffen, dass die Menschen trotz aller Herausforderungen weiterhin gerne reisen.
