Steigende Kerosinpreise führen zu höheren Flugkosten: Experten raten zu frühzeitigen Buchungen
Heute ist der 3.11.2026, und während wir in die kühle Herbstluft blicken, lässt sich eine gewisse Nervosität in der Luftfahrtbranche spüren. Die steigenden Kerosinpreise sind ein heißes Thema, das nicht nur Airline-Chefs, sondern auch Reisende beschäftigt. Laut einer aktuellen Umfrage von TRAVEL INSIDE unter Schweizer Reiseprofis erwarten 57 % von ihnen in den kommenden zwölf Monaten deutlich steigende Flugpreise. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass 36 % mit einem moderaten Anstieg rechnen, während nur 7 % keine Veränderungen antizipieren. Das ist eine klare Ansage, die sich kaum ignorieren lässt.
Die Gründe für diese Preissteigerungen sind vielfältig. Zum einen haben steigende Ölpreise nicht nur Auswirkungen auf Diesel und Benzin, sondern belasten auch die Luftfahrt enorm. Die Swiss und Edelweiss spüren bereits die hohen Kerosinpreise in ihren Kosten. Und die geopolitische Lage sorgt dafür, dass Flugrouten länger werden, was die Treibstoffkosten weiter anheizt. Ein Teufelskreis, könnte man sagen! Die Swiss hat für den Rest des Jahres 2026 bereits 86 % ihres erwarteten Kerosinverbrauchs abgesichert. Das klingt zwar nach einer cleveren Strategie, doch die Absicherungsquote liegt nur über der vieler Wettbewerber, was die Unsicherheit in der Branche deutlich macht.
Frühe Buchungen als Strategie
Was bedeutet das für uns, die Reisenden? Nun, die Reiseprofis empfehlen, möglichst früh zu buchen. Das tun auch 56 % der Befragten, die in der Umfrage ihren Kunden raten, sich rechtzeitig um Tickets zu kümmern. Immerhin – wer früh bucht, sichert sich den aktuellen Tarif und kann die steigenden Preise umgehen. Dabei ist es interessant zu sehen, dass 43 % der Reiseexperten damit rechnen, dass die Kundschaft frühere Flugbuchungen vornimmt. Gut so, denn die Nachfrage wird, wie die Umfrage zeigt, nicht abreißen. Die Branche rechnet nicht mit einem Reiseverzicht, sondern eher mit Anpassungen. Einsparungen bei anderen Reiseleistungen sind ebenfalls zu erwarten, wie 23 % der Befragten anmerken.
Die gesamte Situation wird zusätzlich durch die hohen Kosten für Emissionshandel und nachhaltigere Flugtreibstoffe verkompliziert. Das ist ein Bereich, der nicht nur die Airlines, sondern auch die Umwelt betrifft. Kerosin macht etwa ein Drittel der Gesamtkosten einer Airline aus. Wenn also die Kerosinpreise hoch bleiben und die Absicherungen auslaufen, werden die Airlines unter Druck geraten, ihre Mehrkosten an die Verbraucher weiterzugeben. Da wird’s spannend! Aber nicht jeder Flugpreis wird automatisch steigen. Die Ticketpreise hängen auch von Angebot und Nachfrage, Wettbewerb sowie dem Buchungszeitpunkt ab.
Die Reisenden reagieren
Die Einschätzungen der Experten sind klar: Die Reaktionen der Reisenden werden vielfältig sein. 20 % rechnen damit, dass Reisende auf günstigere oder alternative Destinationen ausweichen. Und was ist mit den Langstreckenflügen? Nun, da sieht es ganz anders aus – da fehlen oft geeignete Alternativen wie Zug oder Auto. Das bedeutet, dass die Preise für Langstreckenflüge möglicherweise stärker ansteigen könnten, als wir es uns wünschen. Auch die Lufthansa hat angedeutet, dass die Menschen bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren. Carsten Spohr, der CEO, merkt an, dass kein Unternehmen der Branche Tickets günstiger verkauft, als es nötig ist. Ein kleiner Hinweis auf die Preissetzungsmacht der Airlines in solch turbulenten Zeiten.
Die Unsicherheit bleibt also. Niemand kann genau vorhersagen, wie sich die Preise entwickeln werden. Luftfahrtexperte Andreas Wittmer sagt, dass wir uns keine Panikbuchungen leisten sollten, denn die weitere Entwicklung ist ungewiss. Während die Airlines ihre Preise testen und ausloten, wo der Kunde bereit ist, die Brieftasche zu öffnen, bleibt die Frage, wie wir darauf reagieren werden. Werden wir künftig die Möglichkeit eines Urlaubs im Zug in Betracht ziehen? Oder werden wir einfach früher buchen und uns die besten Angebote sichern? Das bleibt abzuwarten.
