Die Reisebranche hat in den letzten Jahren eine immense Transformation durchgemacht. Plötzlich ist alles anders. Workshops und Weiterbildungs-Events erleben einen markanten Teilnehmerrückgang. Man fragt sich, warum? Der Verkauf von Kuoni nach Deutschland vor elf Jahren hat die Branche tiefgreifend verändert, und seitdem beobachten wir einen steigenden deutschen Einfluss bei TUI Suisse. Die Übernahme von Hotelplan durch Dertour Suisse im letzten Jahr hat nicht nur die Strukturen verschoben, sondern auch die Kitt-Funktion, die Hotelplan im Schweizer Markt hatte, erheblich geschwächt. Früher war der gemeinsame Geist in der Branche stark ausgeprägt, doch jetzt scheint es, als ob die großen Player – Dertour und TUI – weniger im Interesse des gesamten Sektors agieren. Was ist da los?

Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass viele Reisebüros heute mit kleineren Teams arbeiten als noch vor 10 bis 15 Jahren. Die Mitarbeiter haben einfach weniger Zeit und Energie für nachmittägliche Workshops. Und das in Zeiten, in denen Weiterbildung so wichtig wäre! Diese Entwicklung kommt überraschend, gerade in diesem Jahr, wo es umso mehr Unsicherheit aufgrund des Iran-Konflikts gibt. Dennoch haben viele Betriebe die Gelegenheit zur Weiterbildung nicht genutzt. Ein gesellschaftlicher Wandel ist spürbar: Jüngere Reiseprofis haben andere Prioritäten in ihrer Freizeit. Persönliche Kontakte sind trotzdem wichtig, oder? Vertrauen und Netzwerke basieren auf Begegnungen – weniger persönliche Treffen könnten den Zusammenhalt der Branche gefährden.

Verändertes Reiseverhalten und neue Herausforderungen

Die Digitalisierung und die Veränderung des Reiseverhaltens sind weitere Faktoren, die die Branche belasten. Urlaub gilt als eine der bedeutendsten Industrien, aber sie steht unter Druck. Global Konflikte, wie sie aktuell immer wieder thematisiert werden, wirken sich auf die Reisemotive aus. Eine erste Szenariostudie zur Zukunft des Tourismus in Europa wurde bereits 2006 erstellt, und die neuen Szenarien blicken auf das Jahr 2030. Sie basieren auf 22 Schlüsselfaktoren, die das Reisen beeinflussen, darunter Reisemotivation, Reiseziele und die Entwicklung innerhalb der Branche.

Insgesamt wurden acht Szenarien entwickelt, die sich in vier Kerndimensionen unterscheiden. Da gibt es die Entwicklung des Binnentourismus, die Attraktivität Deutschlands für ausländische Touristen, die Entwicklung des Fernreise-Tourismus und das allgemeine Umfeld des Tourismus. Szenarien wie „Vernetzte Welt“ zeigen ein breites Wachstum der Reisebranche und einen intensiven Wettbewerb um digital vernetzte Kunden. Das klingt ja fast nach einem neuen Wettlauf!

Die Rolle des Verbands Internet Reisevertrieb

Der Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) hat eine zentrale Rolle in der deutschen digitalen Reiseindustrie. Er engagiert sich aktiv im Bereich der touristischen Marktforschung und analysiert kontinuierlich die Entwicklungen in der Branche. Die Forschung des VIR konzentriert sich auf digitale Geschäftsmodelle, Online-Vertrieb und Technologieinnovationen im Tourismus. Für strategische Entscheidungen sind diese Informationen unverzichtbar. Die stetigen Veränderungen, neue Technologien und gesellschaftliche Trends bringen Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich.

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Mit der jährlich erscheinenden „VIR Daten & Fakten zum Online-Reisemarkt“ liefert der Verband wichtige Einblicke in den deutschen Reisemarkt und das Buchungsverhalten der Reisenden. Die Studien und Analysen sind wie ein Kompass für die Branche, die sich in einem dynamischen und innovativen Wirtschaftsbereich bewegt. Wer die Veränderungen nicht nur beobachtet, sondern aktiv mitgestaltet, hat die besten Chancen, im Tourismus erfolgreich zu sein.