Zukunft der Reisebranche: Herausforderungen und kreative Lösungen im Ausbildungssektor
Heute ist der 1.07.2026, und die Reisebranche in der Schweiz hat mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Die Zahlen sprechen für sich: 2021 wurden gerade einmal 38 Lehrverträge in der Reisebranche abgeschlossen. Das ist schon eine ernüchternde Bilanz, wenn man bedenkt, dass wir vor einigen Jahren noch über 200 Auszubildende im Jahr 2005 hatten. Die Hoffnung auf eine Trendwende war da, doch bis 2024 stieg die Zahl der Lernenden nur auf 86 – und das ist immer noch weit vom historischen Höchststand entfernt.
In diesem Jahr haben nur 75 Jugendliche eine Ausbildung in der Reisebranche begonnen, und für 2026 wird ein leichter Anstieg auf 76 Lernende prognostiziert. Die Situation in der Westschweiz bleibt dabei besonders herausfordernd: Von den erwarteten 76 Lernenden sollen lediglich 13 aus dieser Region kommen. Die Übernahme von Hotelplan durch Dertour hat hier ebenfalls ihre Schattenseiten: Die Auswirkungen auf die Ausbildungsplätze sind noch unklar, doch ein Rückgang wird befürchtet. Immerhin hatte Hotelplan die Verträge für den Lehrstart im Sommer 2026 bereits vor der Übernahme abgeschlossen.
Herausforderungen und kreative Lösungsansätze
Die Rahmenbedingungen für die Ausbildung in der Reisebranche sind wahrlich nicht einfach. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) hat das erkannt und plant Maßnahmen zur Steigerung der Lehrlingszahlen. Eine Informations-Offensive für kleinere und mittlere Reisebüros steht auf der Agenda, ebenso wie eine Social-Media-Kampagne, die ehemalige Lernende einbezieht, um andere Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern. Da wird vielleicht klar, dass es ein gewisses kreatives Engagement braucht, um die Branche wieder auf Kurs zu bringen.
Ein weiteres spannendes Konzept, das diskutiert wird, ist ein Sharing-Modell, bei dem mehrere Reisebüros einen Lernenden gemeinsam ausbilden. Doch auch hier stehen die Betriebe vor praktischen Herausforderungen: Fehlende personelle Ressourcen und Platzmangel machen die Ausbildung nicht unbedingt einfacher. Die rückläufige Gesamtzahl der Arbeitsplätze in der Branche tut ihr Übriges, um die Situation für angehende Azubis zu erschweren.
Der Wandel des Arbeitsmarktes
Die Reisebranche ist im stetigen Wandel. Gefragt sind heutzutage Fähigkeiten wie Kontaktfreude, Kommunikationstalent und Kreativität. Die Bedeutung nachhaltiger Ideen wächst, und technologische Veränderungen beeinflussen die Anforderungen an Fachkräfte massiv. Digitale und IT-Kompetenzen sind mittlerweile unerlässlich, vor allem im Bereich Onlinemarketing und Big Data. Während viele Arbeitsplätze nach wie vor in der Beherbergung, Verpflegung und im Passagierverkehr zu finden sind, arbeiten nur wenige in Reisebüros oder bei Reiseveranstaltern.
Die Vielfältigkeit der Tätigkeiten im Tourismus ist bemerkenswert – vom Cabin Crew Member über Cheffe de Réception bis hin zum Revenue Manager. Doch trotz dieser Vielfalt bleibt der Fachkräftemangel ein drängendes Thema. Philipp Niederberger, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbandes STV, hat betont, dass Quereinsteiger dringend benötigt werden, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Vielleicht ist das eine Chance für die Branche, frischen Wind und neue Perspektiven zu gewinnen.
Die Reisebranche steht also an einem Wendepunkt. Mit kreativen Ideen, einer starken Gemeinschaft und dem Willen zur Veränderung könnte man die Weichen für eine positive Zukunft stellen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Maßnahmen des SRV tatsächlich Wirkung zeigen.
