Heute ist der 30.06.2026 und die Stimmung in der norddeutschen Reisebranche könnte besser sein. Der Konjunkturreport Tourismuswirtschaft der IHK Nord aus Hamburg hat eine besorgniserregende Prognose für die Sommersaison 2026 veröffentlicht. Über 320 Unternehmen aus dem Gastgewerbe und der Reisewirtschaft wurden befragt, und mehr als die Hälfte der norddeutschen Reisebüros und Veranstalter erwarten ungünstige Geschäftsentwicklungen. Das ist ein drastischer Anstieg der Sorgen im Vergleich zum Vorjahr, als weniger als ein Viertel der Unternehmen ähnliche Bedenken äußerte.

Die Hauptsorgen sind die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die die Branche schwer belasten. Besonders die hohen Benzin- und Dieselpreise könnten Autofahrer davon abhalten, lange Fahrten an die Nord- und Ostsee zu unternehmen. André Grobien, der Vorsitzende der IHK Nord, sieht hier einen klaren Anlass zur Sorge für die Tourismuswirtschaft und fordert dringend Entlastungen für die Branche. Ein Lichtblick könnte die nationale Tourismusstrategie sein, die Anfang des Jahres von der Bundesregierung beschlossen wurde. Diese sieht unter anderem eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen vor – ein Schritt, der vielleicht etwas Druck von der Branche nehmen könnte.

Die derzeitige Lage im Detail

In einer weiteren Umfrage der IHK Nord, die knapp 600 Betriebe aus dem Gastgewerbe und der Reisewirtschaft in Norddeutschland umfasste, bleibt die Stimmung verhalten. Der Geschäftsklimaindex ist zwar im Herbst 2024 positiver bewertet als im Frühjahr, doch der Trend ist rückläufig. So sank der Index im Gastgewerbe um fast sechs Punkte und in der Reisewirtschaft um zweieinhalb Punkte. Fast jeder zweite Betrieb rechnet mit einer schlechteren nächsten Saison. Das ist schon ein bisschen frustrierend, oder?

Die aktuellen Arbeits-, Energie- und Rohstoffkosten setzen dem Gastgewerbe stark zu. In der Reisewirtschaft sorgt der Fachkräftemangel zusätzlich für Unsicherheit. Über 81 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend, aber 19 Prozent sehen sie schon als schlecht an. Nur sieben Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung, während 46 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen. Diese Zahlen drücken aus, wie angespannt die Situation tatsächlich ist. Die Herausforderungen sind vielfältig: Hohe Arbeitskosten, steigende Energiepreise und ein Mangel an Arbeitskräften sind nur einige der Risiken, die die Unternehmen belasten.

Ein Blick in die Zukunft

Ein weiterer Aspekt, der nicht ignoriert werden kann, ist die Tatsache, dass die Stimmung in der norddeutschen Tourismuswirtschaft nach einer guten Sommersaison 2023 merklich schlechter geworden ist. Die Erwartungen für die nächste Saison sind deutlich negativer als im Frühjahr 2023. Besonders die Kostensteigerungen, Personalmangel und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sorgen für besorgte Gesichter. An der Umfrage der IHKs haben fast 850 Betriebe teilgenommen, und der Geschäftsklimaindex im Gastgewerbe ist von 112 auf 99 Punkte gefallen – das sind alarmierende Werte.

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Während die Übernachtungszahlen in vielen Bereichen den Vor-Corona-Daten von 2019 nahekommen, können die Betriebe die Kostensteigerungen nicht vollständig an die Gäste weitergeben. Viele Urlauber entscheiden sich, ihre Reisen ins Ausland zu verlagern, was die Auslastung im Norden zusätzlich beeinträchtigt. Laut Klaus-Jürgen Strupp, dem Vorsitzenden der IHK Nord, ist es dringend erforderlich, Maßnahmen gegen den Personalmangel zu ergreifen. Eine bessere Berufsorientierung an Schulen und eine Verbesserung der Fachkräftezuwanderung könnten hier helfen. Aber der bürokratische Aufwand wird oft als Hemmnis bei der arbeitsmarktorientierten Zuwanderung angesehen.

Insgesamt bleibt die Lage angespannt, und die Branche braucht dringend Unterstützung, um sich von den aktuellen Herausforderungen zu erholen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die erhofften Entlastungen und politischen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Die norddeutsche Reisebranche steht vor einem langen Weg, aber vielleicht gibt es doch noch einen Silberstreifen am Horizont.