Die Reisebranche ist im Wandel, und das lässt sich nicht leugnen. Die Integration von Hotelplan in Dertour Suisse bringt große Veränderungen mit sich. Branchenkenner fassen die Situation treffend zusammen: „Die Karten werden neu gemischt.“ So viele Gesichter, so viele Meinungen. Man könnte fast meinen, die Reiseprofis hätten sich in ihre eigenen kleinen Welten zurückgezogen. Das Interesse an firmenübergreifenden Ausbildungs-Events sinkt, und bei Workshops und Roadshows schaut man oft vergeblich auf die Anmeldelisten. Es gibt weniger Teamgeist und mehr Eigeninteressen, so die Berichte von Insidern. Das klingt fast nach einem alten Sprichwort: „Jeder ist sich selbst der Nächste.“

Heinz Zimmermann, der Organisator von Branchenveranstaltungen, bestätigt, dass die Bereitschaft zur Teilnahme an gemeinsamen Events stark rückläufig ist. Dertour Suisse wird jedoch für sein Engagement in Ausbildungs-Events gelobt. Das Unternehmen hat zwar weniger Mitarbeitende zu externen Weiterbildungs-Events geschickt als früher, dafür priorisiert man eigene Schulungsformate. Externe Schulungen werden nach wie vor als wertvolle Ergänzung betrachtet, aber man setzt sie gezielt ein. Gere Gretz bemerkt die kürzeren Anmeldelisten, sieht jedoch keinen spürbaren Rückgang von Dertour. TUI Suisse hat hingegen ebenfalls einen Rückgang bei der Teilnahme an Veranstaltungen zu verzeichnen, was als bedenklich angesehen wird. Komischerweise nehmen viele Reiseberater in ihrer Freizeit an Workshops teil. Das wirft die Frage auf: Geht es hier um Unternehmensstrategien oder um den Zusammenhalt in der Branche?

DERTOUR Suisse: Ein Gigant im Tourismus

Wenn wir über Dertour Suisse sprechen, dürfen wir nicht vergessen, dass es sich um ein marktführendes Schweizer Touristikunternehmen handelt. Es gehört zur DERTOUR Group, die der zweitgrößte Reisekonzern in Europa ist. Mit über 120 Reisebüros aus den Marken Kuoni und Hotelplan, die in der ganzen Schweiz verteilt sind, gehört Dertour zu den mächtigsten Akteuren in der Branche. Die Hauptsitze in Zürich Altstetten und Glattbrugg sind wie die Schaltzentralen eines riesigen Netzwerks. Die Zahlen sind beeindruckend: mehr als 1600 Mitarbeitende arbeiten hier und bieten Dienstleistungen für Geschäftsreisen an, betreuen KMUs und Großkunden. Und das ist noch nicht alles – die separate MICE-Abteilung kümmert sich um Meetings, Incentives, Congress und Events.

Doch inmitten dieser beeindruckenden Strukturen sieht sich die Branche Herausforderungen gegenüber. Hohe Preissteigerungsraten könnten die Nachfrage nach Urlaubsreisen dämpfen – eine beunruhigende Entwicklung. Markus Heller von Fried & Partner hat einen Rückgang bei Buchungen für eine zweite Reise im Jahr beobachtet. Wie können Urlaubsreisen für die breite Bevölkerung bezahlbar bleiben? Das ist die große Frage. Und während die Branche über die Zukunft nachdenkt, ist die Digitalisierung nicht mehr zu ignorieren. Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend in Buchungsvorgänge integriert und spielt eine Schlüsselrolle im Datenmanagement. Es ist ein aufregendes, aber auch herausforderndes Kapitel für die Reisebranche. Die Effizienzgewinne durch KI könnten neue Möglichkeiten schaffen, aber auch die traditionellen Geschäftsmodelle unter Druck setzen.

Die Zukunft des Reisens bleibt spannend, auch wenn es viele Unwägbarkeiten gibt. Die Integration von KI in Unternehmen ist bereits bei einem Drittel der Firmen abgeschlossen, während der Rest sich in der Einführungs- oder Erprobungsphase befindet. Der Druck auf die Branche wächst, und es bleibt abzuwarten, wie sie mit den individuellen Reiseerlebnissen, dem Klimawandel und geopolitischen Unsicherheiten umgeht. Caroline Bremner von Euromonitor beschreibt die Branche als stark, aber konfrontiert mit einer Vielzahl von Herausforderungen bis 2025. Und so bleibt der Zusammenhalt der Reisebranche, gepaart mit der Dynamik, die jeder Wandel mit sich bringt, ein Thema, das uns auch in Zukunft beschäftigen wird.

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