Am 28.04.2026 macht eine Nachricht die Runde in der Reisebranche: Die angekündigte Auflösung des Visit USA Committee Switzerland (VUSA) sorgt für Aufregung und ein wenig Melancholie. Initiant, Gründer und Ehrenmitglied Werner Wiedmer hat mit seinem Team über 40 Jahre lang dazu beigetragen, die USA als Reiseland für Schweizer Durchschnittsverdiener attraktiv zu machen. Diese Entwicklung begann in den 1980er Jahren, als der Dollar-Crash die Reise in die Vereinigten Staaten erschwinglich machte und die Reiselaune der Schweizer neu entflammte.

Das VUSA wurde als Reaktion auf die steigende Nachfrage gegründet, die die USA unvorbereitet traf. Lange Warteschlangen bei der Einreise waren die Folge. Auf Anstoß der US-Botschaft wurde das Komitee ins Leben gerufen, um die Reisebranche mit Informationen und Kontakten zu versorgen. Ein Highlight war das jährliche USA-Seminar, das zu Spitzenzeiten bis zu 1000 Fachbesucher anzog, und eine Plattform für Insider-News aus den USA bot. Zudem förderte es bilaterale Branchenkontakte und Produktkenntnisse, die für die Vermarktung der US-Destinationen von großer Wichtigkeit waren.

Eine Ära geht zu Ende

Doch die Zeiten ändern sich. Ende 2026 wird der Schweizer Ableger des VUSA ohne Vorankündigung eingestellt. Der Rücktritt von Präsident Heinz Zimmermann, der maßgeblich für die Aktivitäten des Komitees verantwortlich war, wird als entscheidender Faktor für die Schließung angesehen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht, und der gesamte Vorstand zieht sich zurück. Die Konsolidierung im Veranstaltermarkt, wie etwa die Übernahme von Hotelplan durch Dertour, hat die großen Player auf zwei reduziert. Auch die Airlines stehen unter Druck und haben weniger Ressourcen für Engagements in Gremien zur Verfügung.

Die Rückgänge in der Reiselust der Schweizer in die USA, besonders seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump Anfang 2025, sind nicht zu übersehen. Die Teilnahme an den Events des Komitees sinkt, und die für 2026 geplante Roadshow musste gestrichen werden. Die frühere Strahlkraft der Vermarktung ist verloren gegangen, und die Aufgaben werden zunehmend nach Deutschland verlagert, was die Dezentralisierung der Events zur Folge hat.

Ein Schlussstrich mit Wehmut

Das Ende des VUSA wird von vielen als passend zur aktuellen Zeit betrachtet, ohne dass dabei negative Gefühle aufkommen. Die Marktstrukturen haben sich verändert, und Fragen zur „Swissness“ sowie deren Bedeutung für den Wohlstand werden aufgeworfen. Der Schweizer Markt bleibt zwar klein, ist aber nach wie vor kaufkräftig und profitabel, was den Verkauf anspruchsvoll gestaltet. Die Entwicklungen der letzten Jahre erfordern neue Strategien und Ansätze, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

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Ein herzlicher Dank gebührt Heinz Zimmermann für seinen persönlichen Einsatz und seine Unterstützung über all die Jahre. Das VUSA hat viele wertvolle Impulse gegeben und wird in der Branche sicher nicht in Vergessenheit geraten.