Heute ist der 25.09.2026, und während sich die Blätter langsam verfärben und der Herbst Einzug hält, gibt es in der Reisebranche spannende Neuigkeiten. Benjamin Förtsch, der Geschäftsführer des Hotels „Luise“ in Erlangen, sorgt mit seinen Gedanken zu den bevorstehenden Veränderungen im Bereich Nachhaltigkeit für Gesprächsstoff. Sein Hotel, ein traditionsreiches Haus mit 92 Zimmern und 35 Mitarbeitern, wird in dritter Generation geführt. Der Slogan „Ihr nachhaltiges Hotel in Erlangen“ ist mittlerweile von der Website verschwunden, was einige Fragen aufwirft.

Förtsch gilt als Vorbild in der deutschen Hotellerie, wenn es um nachhaltige Praktiken geht. Doch die neuen Regelungen, die ab dem kommenden Sonntag in Kraft treten, bereiten ihm Sorgen. Er befürchtet, dass „die Falschen bestraft werden“ könnten – ein Gedanke, der ihn nicht loslässt. Trotz der Auszeichnung seines Hotels mit dem Nachhaltigkeitspreis 2026 in der Kategorie Beherbergungsbetriebe und mehreren Nachhaltigkeitslabels, hat er einige dieser Auszeichnungen auf Wunsch der Anbieter entfernt. Das ist schon ein merkwürdiger Schritt, oder?

Neue EU-Regeln und ihre Auswirkungen

Die EU hat mit der EmpCo-Richtlinie klare Regeln für die Nachhaltigkeitskommunikation in der Tourismusbranche aufgestellt. Bereits jetzt kann irreführende Werbung bestraft werden, doch oft fehlte es an Klarheit. Die neuen Regelungen präzisieren die Anforderungen und verschärfen die Richtlinien für allgemeine Umweltaussagen sowie für Nachhaltigkeitssiegel. Greenwashing war zwar nicht rechtsfrei, aber diese neuen Rahmenbedingungen schaffen mehr Rechtssicherheit, was Fürtsch und viele andere in der Branche hoffen.

Allerdings bringt die Richtlinie auch Herausforderungen mit sich. Präzisere Kommunikation ist jetzt gefragt. Das bedeutet, dass die Branche von allgemeinen Begriffen wie „nachhaltig“ Abstand nehmen muss. Unternehmen müssen belastbare Nachweise und interne Prozesse aufstellen, um glaubwürdige Zertifizierungen zu erhalten. Das ist kein Zuckerschlecken, denn es erfordert eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Nachhaltigkeitskommunikation und klare Zuständigkeiten.

Ein Blick in die Zukunft

Die EU-Richtlinie muss bis zum 27. März 2026 in nationales Recht umgesetzt werden, die Anwendung erfolgt ab dem 27. September 2026. In Deutschland geschieht das über eine Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Betroffen sind nicht nur Werbeslogans, sondern die gesamte Außendarstellung von Hotels und anderen touristischen Akteuren. Risiken bestehen besonders bei pauschalen oder unzureichend belegten Aussagen, was die Unsicherheit noch weiter verstärkt.

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Die Herausforderung für Hotelmanager und Betreiber ist klar: Sie müssen konkrete und zurückhaltende Formulierungen verwenden und transparente Nachweise liefern. Das ist nicht nur eine Frage des guten Gewissens, sondern wird bald eine Frage des Überlebens in der Branche sein. So bleibt es spannend, wie sich die Lage entwickelt und wie Benjamin Förtsch und sein Team im Hotel „Luise“ auf diese Veränderungen reagieren werden. Irgendwie bleibt da ein Gefühl der Unsicherheit, aber auch der Hoffnung, dass die Branche sich weiterentwickeln kann – für eine nachhaltigere Zukunft.