Nachhaltigkeit im Wandel: Die neuen Empco-Regeln und ihre Auswirkungen auf die Reisebranche
Heute ist der 21.08.2026, und es gibt Neuigkeiten, die die Reisebranche beschäftigen. Ab dem 27. September 2026 treten die neuen Regeln der Empco in Kraft, die für Anbieter von Reisen, Hotels und Airlines eine echte Zäsur darstellen. Was das konkret für alle Beteiligten bedeutet? Nun, wenn du im Bereich der Nachhaltigkeit Werbung machst, wird es bald ein ganzes Stück komplizierter. Die Juristin Marie Vandersanden hat in einem aufschlussreichen Artikel erläutert, was für Veranstalter, Hotels, Airlines, Kreuzfahrtanbieter und Reisebüros nun auf dem Spiel steht. Und das ist eine Menge!
Ein zentraler Punkt ist, dass der Begriff „klimaneutral“ nicht mehr einfach so verwendet werden darf, wenn diese Neutralität auf CO2-Kompensation beruht. Das wird die Werbestrategien vieler Unternehmen ordentlich durcheinander wirbeln! Denn die EU hat klar gemacht, dass pauschale oder nicht nachvollziehbare Umweltaussagen nicht mehr geduldet werden. Stattdessen müssen Begriffe wie „grün“, „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ konkretisiert werden. Ein Hinweis im Kleingedruckten reicht nicht mehr aus. Wenn ein Hotel als umweltfreundlich beworben wird, dann muss das auch direkt erläutert werden.
Die neuen Regeln im Detail
Die Regelungen, die ab dem 27. September 2026 gelten, sind Teil des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), das in Deutschland umgesetzt wird. Das Dritte Gesetz zur Änderung des UWG wurde am 19. Februar 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet. Es zielt darauf ab, Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegeln zu schützen. Umweltaussagen sind freiwillige Darstellungen, die den Eindruck positiver Umweltauswirkungen eines Produktes oder Unternehmens vermitteln. Das umfasst alles von Etiketten über Markennamen bis hin zu grafischen Elementen in der Werbung.
Allerdings wird es jetzt knifflig. Allgemeine Umweltversprechen wie „umweltfreundlich“ müssen durch nachweisbare Umweltleistungen belegt werden. Vage Formulierungen werden nicht mehr akzeptiert. Aussagen wie „Bis 2040 erreichen wir Klimaneutralität“ sind ab sofort ohne einen detaillierten Umsetzungsplan und externe Überprüfung unzulässig. Das wird viele Unternehmen vor echte Herausforderungen stellen.
Nachhaltigkeitssiegel und ihre Bedeutung
Und wie steht es um die Nachhaltigkeitssiegel? Hier wird ebenfalls kräftig nachgeschärft. Freiwillige Umwelt- oder Nachhaltigkeitssiegel dürfen nur verwendet werden, wenn sie von einer staatlichen Stelle anerkannt sind oder auf einem gesetzeskonformen Zertifizierungssystem beruhen. Etwa die Hälfte der Umweltlabel hatte 2020 auf schwachen oder gar keinen Nachweisen basiert. Das ist eine ganz schöne Hausnummer, wenn man bedenkt, wie oft solche Siegel in der Werbung auftauchen!
Die Pflicht zur Prüfung, ob die verwendeten Siegel den EmpCo-Anforderungen entsprechen, liegt nun bei den Unternehmen selbst. Ab dem 27. September 2026 müssen nicht konforme Siegel aus der Kommunikation entfernt werden. Wer das versäumt, muss mit Abmahnungen, Unterlassungsklagen und sogar Bußgeldern rechnen. Das kann nicht nur teuer werden, sondern auch den guten Ruf eines Unternehmens erheblich schädigen.
Ein Blick in die Zukunft
Die neuen Vorgaben schaffen Klarheit über zulässige Kommunikation und fördern glaubwürdigere Nachhaltigkeitsversprechen. Aber sie bergen auch Risiken. Wenn Unternehmen nicht rechtzeitig auf die neuen Transparenz- und Anforderungsrichtlinien reagieren, könnten sie schnell ins Hintertreffen geraten. Eine frühzeitige Anpassung der kommerziellen Kommunikation ist also mehr als ratsam. Schulungen und Guidelines zur Sensibilisierung für Greenwashing-Risiken sind ebenfalls unerlässlich.
Was bleibt? Eine spannende Zeit für alle in der Reisebranche. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien kommunizieren. Ob das am Ende zu mehr Nachhaltigkeit führt oder nur ein weiterer bürokratischer Aufwand wird, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Es wird viel Bewegung geben, und das sollten alle im Blick behalten.
