Die Reisebranche steht derzeit vor großen Herausforderungen, insbesondere der börsennotierte Reisekonzern TUI hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch gesenkt. Grund dafür sind die anhaltenden Unsicherheiten, die durch den Iran-Krieg verursacht werden. TUI hat die Umsatzprognose, die zuvor ein Plus von 2-4% gegenüber 24,2 Milliarden Euro im Vorjahr vorsah, vorerst ausgesetzt. Auch das erwartete bereinigte EBIT für 2026 liegt nun nur zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro, was einen Rückgang von der ursprünglichen Schätzung eines Anstiegs um 7-10% im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Die Situation hat direkte Auswirkungen auf die Buchungen im Reise- und Hotelgeschäft. So verlagert sich die Nachfrage vom östlichen ins westliche Mittelmeer, was Länder wie die Türkei, Zypern und Ägypten betrifft. Laut TUI liegen die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 im Reisegeschäft bereits 7% unter dem Vorjahreswert. Auch die Hotelauslastung im zweiten Halbjahr wird mit 7% unter dem Vorjahreswert angegeben. Eine weitere interessante Entwicklung ist, dass Kunden zunehmend kurzfristiger buchen, was die Planung für Hotels und Reiseveranstalter zusätzlich erschwert.
Folgen des Konflikts auf die Branche
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs sind jedoch nicht nur auf TUI beschränkt. Auch andere Airlines und Reiseveranstalter haben mit den Folgen zu kämpfen. Zahlreiche Reisen und Flüge wurden abgesagt, was zu hohem Organisationsaufwand führt. Besonders betroffen sind internationale Umsteigeflughäfen in der Golfregion, wie beispielsweise in Dubai, wo viele Reisende festsitzen. TUI Cruises, die mit den Kreuzfahrtschiffen Mein Schiff 4 und 5 operiert, hat bereits rund 10.000 Gäste zurückgeholt, darunter etwa 5000 von diesen Schiffen, die am 19. April den Persischen Golf verlassen haben.
Mit der Situation sind auch erhebliche Zusatzkosten verbunden. Im März verursachte der Krieg Zusatzkosten von rund 40 Millionen Euro, die unter anderem für Rückholaktionen aufgebracht werden mussten. Laut dem Tagesschau hat das Auswärtige Amt die Reisehinweise für die Region verschärft, was zu einem Rückgang der Buchungen in den betroffenen Gebieten führt.
Die Reiselust bleibt trotz Unsicherheiten hoch
Trotz dieser Unsicherheiten bleibt die Reiselust der Deutschen bemerkenswert hoch. Im Jahr 2025 wurden Rekordreiseausgaben von 88 Milliarden Euro verzeichnet. Viele Vorausbuchungen für den Sommer liegen bereits vor, mit einem klaren Fokus auf europäische Ziele wie Spanien, Griechenland und die Türkei. Auch wenn die Aktien der Reise- und Touristikbranche, einschließlich TUI, negative Auswirkungen zeigen und unter Druck geraten, zeigt sich, dass die Deutschen auch in Krisenzeiten nicht auf das Reisen verzichten möchten.
Die nächste Quartalszahlenveröffentlichung von TUI steht am 13. Mai an und könnte weitere Einblicke in die aktuelle Situation geben. Währenddessen bleibt abzuwarten, wie sich die geopolitischen Spannungen weiter entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die Reisebranche insgesamt haben wird.