Heute ist der 13.05.2026 und die Reisebranche steht unter Druck. Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Veranstaltern hat sich im April merklich verschlechtert. Der Branchenindikator des Ifo-Instituts ist auf minus 43,5 Punkte gefallen, im März lag er noch bei minus 41,8 Punkten. Unternehmen schätzen die aktuelle Lage schlechter ein als noch vor einem Monat, auch wenn sich die Geschäftserwartungen etwas verbessert haben. Der Iran-Konflikt hat seine Schatten auf die Branche geworfen – und die Sorgen um steigende Preise und Buchungsrückgänge sind allgegenwärtig.
Die Unsicherheiten durch den Iran-Konflikt wirken sich auf die Reisewarnungen aus, die Ende April für wichtige Flugreise-Transitländer im Nahen Osten aufgehoben wurden. Trotzdem berichten mehr als die Hälfte der befragten Reisebüros und Veranstalter von einer schwachen Nachfrage. Die Verbraucher hierzulande zögern beim Buchen von Reisen, was die Stimmung zusätzlich trübt. Rund 50% der Deutschen, die in diesem Jahr verreisen wollen, haben noch keine Buchung vorgenommen. Das kann auch daran liegen, dass die Preise für Flüge und Unterkünfte steigen. Die Treibstoffkosten für Flugkerosin sind höher als vor der Eskalation des Konflikts Ende Februar. Das bedeutet, dass Urlaubsreisen in diesem Jahr teurer werden könnten.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Die Situation ist nicht nur angespannt, sondern auch von Unsicherheiten geprägt. Die Diskussionen über mögliche Engpässe bei Flugkerosin ab Sommer sorgen für zusätzliche Verunsicherung. Im April haben immer mehr Reiseunternehmen steigende Preise prognostiziert. Das sorgt für ein mulmiges Gefühl, wenn man an die Sommersaison 2026 denkt. TUI berichtet von Belastungen durch den Iran-Krieg in Höhe von rund 40 Millionen Euro, und auch der Hurrikan Melissa hat zusätzliche Kosten von 5 Millionen Euro verursacht. Diese Entwicklungen machen die Lage nicht einfacher.
Die Kreuzfahrtindustrie hat ebenfalls stark zu kämpfen. Zu Beginn des Krieges waren etwa 15.000 Reisende in Häfen festgesetzt, und TUI Cruises beziffert die Kosten für Evakuierungen auf rund 20 Millionen Euro. Es ist ein turbulentes Jahr für die Branche. Aber nicht alles sieht düster aus: Beliebte Reiseziele wie die Balearen, Kanaren und Südfrankreich erwarten Rekordbuchungen. Ein Lichtblick in einer ansonsten herausfordernden Zeit.
Die Auswirkungen auf die Reiseziele
Besonders die Urlaubsländer am östlichen Mittelmeer und rund um das Rote Meer spüren die Auswirkungen. Buchungsrückgänge sind dramatisch – Ägypten verzeichnet beispielsweise bis zu 60% weniger Buchungen im Vergleich zum Vorjahr. Die arabischen Airlines haben zudem 3,1 Millionen Sitzplätze aus dem Markt genommen, was die Ticketpreise zusätzlich erhöht. In dieser angespannten Lage haben die deutschen Reisebüros und die Hotellerie die Lage im Griff. Die Versorgungslage ist stabil, und es gibt keinen Kerosinmangel in Deutschland. Das gibt zumindest einen kleinen Grund zur Hoffnung.
Die Branche bereitet sich auf den Ansturm vor. Die Sommerurlaubszeit 2026 scheint nicht in Gefahr zu sein, was Thorsten Schäfer vom Deutschen Reisebüroverband bestätigt. Bleibt zu hoffen, dass sich die geopolitischen Spannungen bald beruhigen und die Reisenden wieder mehr Vertrauen fassen können. Denn eines ist klar: Die Vorfreude auf den nächsten Urlaub bleibt ungebrochen, auch wenn die Hürden momentan hoch erscheinen.