Die Stimmung in der Reisebranche ist alles andere als rosig. Laut aktuellen Berichten hat sich das Geschäftsklima bei Reisebüros und Reiseveranstaltern im April weiter verschlechtert. Der Branchenindikator des Ifo Instituts ist auf -43,5 Punkte gefallen, was im Vergleich zu den -41,8 Punkten im März einen deutlichen Rückschritt darstellt. Diese Entwicklung lässt sich nicht von der Hand weisen, denn die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten setzen der Branche zu. Besonders der Iran-Konflikt hat im März für Unsicherheit gesorgt, die sich auch auf die Buchungen auswirkt.

Das Auswärtige Amt hat zwar einige Reisewarnungen für wichtige Flugreise-Transitländer im Nahen Osten aufgehoben, jedoch bleibt die Lage angespannt. So wird weiterhin dringend von Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate abgeraten. Diese Unsicherheiten könnten nicht nur die Sommersaison 2026, sondern auch die Wintersaison 2026/27 belasten. Und als ob das nicht genug wäre, gibt es auch Diskussionen über mögliche Engpässe bei Flugkerosin ab Sommer, was die Verunsicherung weiter anheizt.

Kerosinpreise und ihre Auswirkungen

Die steigenden Kerosinpreise sind ein weiterer entscheidender Faktor. Seit Ende Februar 2026 haben sich die Kosten beinahe verdoppelt, was etwa ein Viertel der Ausgaben für Airlines ausmacht. Airlines wie Air France und KLM haben bereits Kerosin-Zuschläge eingeführt. Die Preise für Treibstoff sind um über 80 Prozent gestiegen, und es gibt Warnungen, dass die Kerosin-Vorräte in einigen Wochen aufgebraucht sein könnten. TUI berichtet von schleppenden Buchungseingängen für den Sommer, und viele Reiseunternehmen rechnen mit steigenden Preisen, insbesondere für Flüge, was die Planung für viele Reisende zusätzlich erschwert.

Ein Blick auf die Zahlen spricht Bände: Der Buchungsumsatz für die Vereinigten Arabischen Emirate ist im März 2026 um mehr als 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Und auch die Umsätze für die Türkei und Ägypten sind im gleichen Zeitraum um fast die Hälfte zurückgegangen. Inmitten all dieser Unsicherheiten erfreut sich Deutschland als Reiseziel jedoch einer wachsenden Beliebtheit. TUI beobachtet Verschiebungen bei den Reisezielen, insbesondere im Indischen Ozean und Asien, was auf eingeschränkte Umsteigeverbindungen zurückzuführen ist.

Flexibilität ist gefragt

Professorin Yvonne Ziegler hebt hervor, dass Reisende immer kurzfristiger buchen und stark auf aktuelle Nachrichten sowie Preisentwicklungen reagieren. Die Airlines und Reiseveranstalter passen ihre Angebote kurzfristig an und verstärken die Verbindungen in stark nachgefragte Regionen, insbesondere in Europa. Das bedeutet, dass Reisende jetzt mehr denn je Flexibilität benötigen. Bei Pauschalreisen dürfen Veranstalter Preise nachträglich erhöhen, was zu Unmut führen kann. Hier gilt: maximal um 8 Prozent und mit Mitteilung spätestens 20 Tage vor Reisebeginn.

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Die steigenden Kerosinkosten sorgen nicht nur für höhere Flugpreise, sondern auch für das Risiko von Angebotskürzungen. Airlines wie Lufthansa und Ryanair warnen vor erhöhten Preisen, und es wird erwartet, dass die Preissteigerungen insbesondere bei Langstreckenflügen deutlich spürbar sind. Auch die Passagiere müssen sich auf nachträgliche Preiserhöhungen einstellen, wenn solche Klauseln im Vertrag enthalten sind. Bei Pauschalreisen hingegen gibt es einen gesetzlichen Insolvenzschutz, der für mehr Sicherheit sorgt.

In dieser turbulenten Zeit ist es unerlässlich, die Entwicklungen im Auge zu behalten und sich flexibel auf die sich ständig ändernden Bedingungen einzustellen. Die Unsicherheiten über den Iran-Konflikt und die langfristigen Auswirkungen auf die Energiepreise und die Weltwirtschaft bleiben bestehen und beeinflussen das Reiseverhalten nachhaltig. Die Branche muss sich anpassen, und die Reisenden sind gefordert, sich den neuen Gegebenheiten zu stellen – denn eine Reiseplanung ist heute mehr denn je ein Abenteuer für sich.