In der Reisebranche gibt es Momente, die sich wie ein Schatten über den Sommer legen. Ein solcher Moment war die Insolvenz der Campervermietung Vanever aus München, die am 16. August 2026 die Pforten schließen musste. Das Unternehmen, das seit 2023 auf Wachstum gesetzt hatte und zuletzt etwa 430 Fahrzeuge zur Vermietung anbot, stellte am 7. August 2026 den Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. Am 12. August wurde dieser Antrag genehmigt, und der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann wurde ernannt. Ein herber Schlag, nicht nur für die Betreiber, sondern auch für zahlreiche Reisende, die sich auf ihren nächsten Abenteuertrip gefreut hatten.

Die Gründe für dieses plötzliche Ende sind ein trauriges Spiegelbild der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Der Ausbruch des Iran-Kriegs, immer steigende Kraftstoffpreise und eine allgemeine Eintrübung der Wirtschaft haben das Buchungsverhalten der Kunden drastisch verändert. Die Situation spitzte sich zu, als der wichtigste Fahrzeuglieferant Ende Juli wegen Zahlungsrückständen den Vertrag kündigte. Dies führte letztlich zur Insolvenz. Vanever hatte ein Partnerflotten-Modell genutzt und verfügte über nur wenige eigene Fahrzeuge, was die Abhängigkeit von externen Lieferanten verstärkte.

Was bedeutet das für die Kunden?

Die Konsequenzen sind weitreichend. Buchungen, die nach dem 16. August 2026 getätigt wurden, sind nicht mehr möglich, und bereits gebuchte Fahrzeuge können nicht mehr übergeben werden. Für Kunden, die direkt über die Plattform Vanever gebucht haben und per Überweisung bezahlt haben, ist der Rückerstattungsanspruch jetzt eine Insolvenzforderung. Diese muss nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Hier wird versprochen, dass die Kunden proaktiv über den aktuellen Stand informiert werden.

Wer jedoch mit Kreditkarte oder PayPal gezahlt hat, sollte sich umgehend mit seinem Zahlungsanbieter in Verbindung setzen. Es wird empfohlen, einen Chargeback-Antrag zu stellen, der unabhängig vom Insolvenzverfahren ist. Das Handeln ist hier zügig erforderlich, denn die Fristen sind nicht zu unterschätzen. Buchungen, die über Check24 abgewickelt wurden, erfordern ebenfalls einen direkten Kontakt zur Plattform, da Check24 noch nicht ausgezahlte Buchungsgelder für die FreeVenture GmbH hält.

Ein Blick auf die Insolvenzstatistik

Die Insolvenz von Vanever reiht sich ein in einen besorgniserregenden Trend. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert, ein Anstieg von 10,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Jahre davor waren von einem Anstieg geprägt, was die Unsicherheiten in der Wirtschaft unterstreicht. Besonders betroffen sind Branchen wie das Gastgewerbe und der Verkehr, in denen die Insolvenzhäufigkeit stark gestiegen ist. Ein beunruhigendes Bild, das zeigt, wie fragile die wirtschaftlichen Strukturen geworden sind.

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Insolvenzen sind nicht nur Zahlen in einer Statistik. Sie betreffen Menschen, Träume und Pläne. Die Reisebranche, die ein Symbol für Freiheit und Abenteuer war, sieht sich nun mit bitteren Realitäten konfrontiert. Die Hoffnung, dass die kommenden Monate eine Wende bringen könnten, bleibt bestehen – doch die Herausforderungen sind groß und erfordern kreative Lösungen.