Heute ist der 10.06.2026 und während die Schweizer Nationalmannschaft, die Nati, sich auf ihr erstes Gruppenspiel bei der Fussball-WM in Santa Clara vorbereitet, bleibt ein Thema in den Köpfen der Fans und Reiseanbieter: die überraschend geringe Nachfrage nach Reisen in die USA. Normalerweise würde man denken, dass eine Weltmeisterschaft ein Magnet für Reisefans ist – doch in diesem Fall sieht es anders aus.

Der Travelclub, ein Partner des Schweizer Fussballverbands seit 2001, hat festgestellt, dass die Anfragen für Reisen in die USA in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen sind. Victor Tinari, Managing Director von Travelclub, hat offenbart, dass man mit einer schwachen Nachfrage gerechnet habe, doch die Realität übertrifft die Erwartungen: nahezu keine Anfragen zu WM-Reisen sind eingegangen. Spannend, oder? Die Gründe dafür sind vielschichtig. Politische Unruhen unter der Trump-Regierung, die angespannten Verhältnisse im Kontext des Iran-Kriegs und nicht zuletzt die hohen Ticketpreise und die weite Flugdistanz tragen dazu bei, dass die Schweiz nicht die einzige Nation ist, die zögert, ihre Koffer zu packen.

Ein Trend mit Folgen

Kuoni Sports Travel, ein weiterer wichtiger Player im Reisegeschäft, zeigt ähnliche Ergebnisse. Auch hier gibt es kaum Anfragen für WM-Reisen, was den Trend bestätigt, dass die USA als Reiseziel an Anziehungskraft verloren haben. Und der Schweizer Reiseverband meldet gar einen drastischen Rückgang der Nachfrage für Reisen in die USA in den letzten Jahren. Wenn wir uns die Zahlen anschauen, wird’s ganz deutlich: Im Jahr 2025 haben rund 10% weniger Menschen die USA besucht als noch 2024. Und der langfristige Trend ist ebenso besorgniserregend – ein Rückgang von über 30% im Vergleich zu vor zehn Jahren. Das ist schon eine Ansage.

Was die Sache noch interessanter macht, ist der Anstieg der Nachfrage für Reisen nach Kanada. Während die USA straucheln, zieht das Nachbarland die Reisenden an wie ein Magnet. Der Travelclub hat beschlossen, nur das Gruppenspiel gegen Kanada in Vancouver separat anzubieten – vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Fans?

Die Stimmung unter den Fans

Die Begeisterung für die Nati ist ungebrochen, doch die äußeren Umstände lassen viele Fans zögern. Es ist ein bisschen wie bei einem Konzert, das man unbedingt besuchen möchte, aber dann die Ticketpreise und die Anfahrt einen zurückhalten. Der Herzschlag der Schweizer Fussballanhänger ist unüberhörbar, auch wenn die Reisewelle ausbleibt. Man fragt sich: Wo sind die leidenschaftlichen Anhänger, die in Scharen zu den Spielen reisen, ihre Fahnen schwenken und in den Straßen der Städte feiern?

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Offenbar haben viele Fans die Entscheidung getroffen, die Weltmeisterschaft aus der Ferne zu verfolgen. Die Atmosphäre im Stadion wird vielleicht nicht die gleiche sein, aber die vielen Live-Streams und sozialen Medien bieten immerhin einen Hauch von Gemeinschaft. Und wer weiß, vielleicht bringt das die Fans noch näher zusammen – wenn nicht physisch, dann eben virtuell.

Die Reisebranche steht nun vor der Herausforderung, sich anzupassen und kreative Lösungen zu finden, um den Fans die Reise zu erleichtern. Vielleicht gibt es künftig neue Angebote, die sich den aktuellen Bedürfnissen anpassen. Aber bis dahin bleibt ein gewisses Unbehagen in der Luft, wenn es um Reisen in die USA geht. Die Weltmeisterschaft mag ein Fußballfest sein, doch die Reise zu diesem Fest gestaltet sich für viele als schmerzhafter Gang ins Ungewisse.